You’re so lucky. Lucky, lucky, lucky.

Franz Ferdinand mit dem schwierigen in Rekordzeit aufgenommenen zweiten Album also. Gegen jede Regel nicht im schickeren, teueren, hipperen und überhaupt krasserem Studio sondern zuhause. Irgendwo auf dem Lande. Aber spulen wir das doch nochmal zurück.

Januar 2005 2004 geistern Meldungen über FF erstmalig durch die Gazetten. Art-Deco-Parties in Glasgow. Anzüge. Krawatten. New Wave. Rock. Roxy Music. Aha.
Im März 2004 erscheint das selbstbetitelte Debüt und alles stimmt. 11 Tracks, 11 Hits. Snoop Dogg will mit den Jungs, die “Take me out” gemacht haben, Musik spielen. Alle einigen sich auf die Franzmänner und die Band des Jahres steht fest. 4 x Platin in UK, in Deutschland hat das Album Gold-Status ganz locker erreicht. Auch noch finanziell tragbar erfolgreich.
Januar 2005 startet mit den “Franz-Ferdinand-of-2005″: Bloc Party. Dann: Kaiser Chiefs. Und: Maximo Park. Und die Editors, die Rakes, die Futureheads. The Bravery. Art Brut. Und. So. Weiter. Mindestens 10 Bands, die den begehrten Titel “Franz-Ferdinand-of-2005″ so gerne in der Tasche hätten. Aber.

Am 30. September diesen Jahres erscheint “You Could Have It So Much Better With Franz Ferdinand” und das Album ist cleverer, tougher, melodiebeseelter, sanfter als die Alben der Verfolgerschaft. Und das bei solch grandiosen Alben wie “A Certain Trigger” von Maximo Park oder dem Debüt der Futureheads. Diese lässt das neue Album nämlich locker hinter sich. Indem es Haken schlägt, Beatlesken Melodien mit folkiger Instrumentierung (Eleanor put your Boots on – Eleanor Rigby? Beatles? Got me?) folgt ein New Wave Dance-Monster wie “This Boy”. I want a car.
Franz Ferdinand haben sich dem rückwärtsgewandten weil schwarzgekleideten Wave-Rock von Interpol angenommen, haben ihn aus der Gruft heraus und auf die Tanzfläche gezerrt, dorthin wo er hingehört. Und Alex Kapranos ist niemand anderes als Brian Ferry.

Den Titeltrack zu Colt Seavers habe ich aber nirgends gehört. Ganz große Kunst und besser als der Vorgänger.