Secret Cinema in Berlin: Alien

Letzte Woche war ich auf dem Secret Cinema-Screening in Berlin. Dazu hatte ich mich auf ihrer Website angemeldet, bekam dann eine geheimnisvoll tuende Mail, sollte mir ein Passwort ausdenken, das ich nicht brauchte, machte mich auf dem Weg durchs verschneite Berlin, um mich vorher mit Filmfreunden Malcolm und Nilz zu treffen, von deren letzterer uns Maleranzüge, Taschenlampen und Taucherbrillen mitgebracht hatte (die man dann ebenfalls vor dem Eingang verteilte)… denn genau nur so und nicht anders sollte man reinkommen. Bei meinem Maleranzug ging an dem Abend übrigens zweimal der scheiß Reißverschluß kaputt und dann dazu noch der an meiner Jacke. Rein reißverschlußtechnisch war der Abend also eher etwas suboptimal. Toll war’s trotzdem.


(Youtube Direktalien, via Moviepilot, danke Marco!)

Der Einstieg in die Location erfolgte über einen Abstieg in den Untergrund: Man kletterte über eine Leiter durch ein Loch im Boden und befand sich auf einmal in einem weiß ausgeschmückten Tunnel, wo man auch gleich von einem der Schauspieler zusammengeschissen wurde. Man wäre ja „newest Crewmember“ und wüsse „no nothing“, man solle „faster“ machen und sein „bloody Gear“ tragen und sowas und außerdem wir sollten da und da und auf gar gar keinen Fall dort lang. Und genau das passierte so ziemlich zwei Stunden und damit vielleicht einen Hauch zu lang, was mich aber nicht wirklich und richtig störte, denn:

Man zwängte sich zwei Stunden lang durch Spalten, latschte und kroch durch Tunnel, irrte durch nebelgeflutete Stroboräume, leuchtete sich gegenseitig mit den Taschenlampen ins Gesicht, stand auf komischem Glibber rum (ja, es war wirklich irgendein komischer Glibber, ich hab’ das Zeug angefasst…) und überall waren nachgemachte Alien-Requisiten aufgebaut, Visuals aus dem Film verarbeitet, Samples wurden gespielt, da lag ein toter Astronaut auf einer Treppe, dort latschten Schauspieler als Crewmitglieder der Nostromo herum und taten sehr lebensbedroht.

Die Ripley hat mich übrigens während einer dieser Lebensbedrohlichkeiten an der Bar angerempelt und mir über die Schulter einen ihrer knallharten Blick zugeworfen. Hey! Ich meine: Ripley hat sich zu mir umgedreht! Mein Name ist Corporal Dwayne Hicks und vielleicht hätte ich sie anquatschen sollen: „I wanna introduce you to a personal friend of mine. This is an M41A pulse rifle. Ten millimeter with over-and-under thirty millimeter pump action grenade launcher.“ Und zu all dem trank man Bierchen zusammen mit Filmfreund Batz und Manfred von Moviepilot und aß ‘nen Hotdog. Toll!

Die Vorführung des Films selbst war eben „Alien“, für den ich zu spät geboren bin, um ihn damals im Kino gesehen zu haben, den ich aber trotzdem während eines Kinomarathons zu Teil 4 schonmal auf der großen Leinwand gesehen hatte. Hier wie damals muss ich sagen: Wirklich erstaunlich, wie sehr sich dieser Film wirklich gehalten hat. Ausstattung, Tricks: Alles wirkt gar nicht angestaubt, wenn auch natürlich nicht neu. Dann ist aber die Inszenierung und Kamera des Films nachwievor so sensationell, dass die letzten zwanzig Minuten des Films im Kino auch 2010 beinahe eine Tortur sind. Zeitloser Klassiker des SciFi-Horrors eben. Nilz ist bei der Vorführung natürlich eingeschlafen, ein sehr, sehr großes Kompliment an diesen wunderbaren Film.

Nach der Vorführung lag dann noch der zusammengekloppte Android Bishop auf einem Tisch, inklusive Milch, feierte man noch ganz locker nach, trank noch drei Blonde, unterhielt sich mit Captain Dallas darüber, wie es ist, in Lüftungsschächten von fiesen Alienmonstern aufgefressen zu werden, und machte sich schließlich vom Acker, inklusive geklautem Leuchtstab, wie in den Neunzigern. Schöner Abend, tolles Event, nächstes mal gerne genauso groß und aufwändig, wie in London. Dort sah es nämlich aus, wie im Video nach dem Klick.

Mehr Bilder der Vorstellung in Berlin in groß in diesem Flickr-Set, hier bei den Filmfreunden und in unserem Facebook-Album.


(Youtube Direktalien, via Superpunch)

Weiterer Clip aus London hier, hier ein Flickr-Set aus London, die Bilder hier im Artikel stammen alle aus der Veranstaltung in Berlin).