Interview mit einem Kino.to-Uploader

Netzfeuillton hat ein Interview mit einem Uploader bei kino.to, der Streaming-Site, die gestern von der Polizei dichtgemacht und deren Betreiben verhaftet wurden. Für mich als Nicht-Nutzer der Seite recht interessant: Das ganze war praktisch ein Hub für Uploader, die sich Files aus dezentralisierten Filesharing-Netzwerken oder von Filehostern abgegriffen haben und die wiederum auf Filehoster geschoben haben, die per Stream Geld auszahlten. Eine Win-Win-Situation für Betreiber wie Uploader, die ersteren verdienten Millionen mit Werbeeinnahmen von Pornobannern, die anderen lebten vom durch den Traffic generierten Geldfluss durch die Streams. Eine Geldmaschine, ein Geschäftsmodell, das parasitär von echtem Filesharing lebte. Ich weine diesem Scheiß keine Träne nach.

Wie darf man sich Ihre Arbeit vorstellen?
Sand: Ich bin auf Dokumentationen und ein paar US-Serien spezialisiert. Meistens benutze ich eine Remote-Software. Dort trage ich dann Links ein, die ich im Internet finde. Meistens sind Serien nämlich schon hundertfach nach der Ausstrahlung hochgeladen, werden aber immer sofort nach ein, zwei Stunden wieder gelöscht. Ich bin also schnell, schnappe mir die Links und gebe sie ins Programm ein, das lädt sie dann auf einem Server runter und dann auf verschiedene Videohoster hoch. Die Dateien sind so nie auf einem Rechner, sondern auf einem angemieteten Server. […]

Bezahlte Sie kino.to für Ihren Dienst?
Sand: Nein, aber die Videohoster bezahlen pro Besucher. Kino.to ist gut besucht und zieht tausende Leute auf die eigenen Uploads. Die Hoster zahlen dann das Geld aus. Von kino.to hat noch niemand Geld bekommen.

Wie sehen diese Summen aus?
Sand: Das kommt darauf an, was man hochlädt und wie oft es besucht wird. Wer Dr. House und Glee hochlädt, verdient mehr. Aber kino.to nimmt nur eine begrenzte Anzahl an Links zu einer Folge an. Das heißt, es gibt ein paar Leute, die sich nur damit beschäftigen. Man muss so seinen Bereich finden. Mit den kino.to-Links habe ich so 1000 US-Dollar im Monat verdient.

Die Staatsanwaltschaft in Dresden geht davon aus, dass kino.to monatlich siebenstellige Beiträge umsetzte. Halten Sie das für realistisch?
Sand: Ja. Die Seite hatte jeden Tag sicher mehr als eine Million Besucher und war voll mit Erotik- und Pokerwerbung. Die bezahlen ganz gut.

“Kino.to ist noch nicht zu Ende.” – Interview mit einem Uploader