Midnight Movie: Welcome to Hoxford


(Vimeo Direkthoxford, via Bleeding Cool)

Abartig großartiger Kurzfilm von Julien Mokrani und Samuel Bodin, basierend auf einem 2008er Comic von Ben Templesmith. „Welcome to Hoxford“ erzählt die Geschichte von Raymond Delgado, einem psychotischen Killer, der anderen Leuten gerne die Zungen herausbeisst. Nachdem er im Knast (mal wieder) einen Zellenkumpel kaputtgemacht hat, wird er nach Hoxford verfrachtet, einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt mit langen Fingernägeln und jeder Menge Hunger auf rohes Fleisch.

Raymond Delgado is no ordinary prisoner… On a good day he’ll take the time to tell you he’s the son of Zeus before he tears out your jugular. On a bad day, you won’t even have a moment to call out for help. After a yet another “incident” Raymond has been transferred to Hoxford, a correctional facility and mental institution known for its radical methods. At Hoxford, Raymond’s not the only predator…
Come nightfall, under a full moon, bloodcurdling screams pierce through the darkness of the prison courtyard. It’s hunting hour! As the other Hoxford prisoners huddle in the obscurity of their prison cells trembling in fright, Ray cracks a smile. He thrives on confrontation. Lock a human beast in a cage with a legendary monster and, in your opinion…
Who will devour? And who will be devoured?

Was Mokrani und Bodin da auf die Beine gestellt haben, ist wahrscheinlich der beste Fanfilm, den ich jemals gesehen habe. Sie fangen die Optik des Comics gut ein (der ist ebenfalls eine Mischung aus ganz grobem Strich und weicher Colorierung, nicht ganz meine Lieblingsoptik und auch das Creature-Design ist nicht wirklich meins [und ist angelehnt an das Comic], aber das ist rein geschmäcklerisch und für den Film und die Story unwichtig), nehmen sich ihre Freiheiten, wo sie müssen und streichen große Teile der Story für Ihr Format des Kurzfilms (der Film handelt „nur“ von den ersten beiden Heften, insgesamt gibt es vier; im Comic gibt es noch eine Ärztin, die sich um Delgado kümmert, aber ebenfalls in Hoxfords dunkles Geheimnis hineingezogen wird und im Rest der ursprünglichen Story mit Delgado um ihr Leben kämpfen muss). Was bleibt ist ganz, ganz großes Kino und ich wette, von den beiden Franzosen sehen wir als nächstes einen Kinofilm, vor allem wenn man bedenkt, wieviel Arbeit in diesem Kurzfilm steckt.

Im Film sieht man eine Menge CGI, ja. Aber: Die Monster sind Animatronics, das Creature Design stammt von Jean-Christophe Spadaccini der vorher unter anderem an City of the lost Children, Amelie oder Bourne Identity mitarbeitete. Die Kameraarbeit kommt von Thierry Arbogast (5th Element, Leon, Nikita). Delgados Zellennachbar in Hoxford wird gespielt von Dexter Fletcher (Kick-Ass, Doom, Three Musketeers), der Direktor von Arben Bajraktaraj (Harry Potter, Taken), Delgado selbst wird gespielt von Jason Flemming (X-Men, Hanna, Kick-Ass, Snatch). Von einem Fanfilm kann also eigentlich gar keine Rede sein, das hier ist ganz klar die sehr gute Regiearbeit eines Regisseur, der sich damit für einen abendfüllenden Spielfilm empfiehlt. Smile back at the Fucker.

Hier die Website zu Welcome to Hoxford, dort unbedingt die Fotos ansehen, dort gibt es neben Production-Stills auch die Dämon-Sequenzen aus dem Film in großer Auflösung für Wallpapers oder was auch immer. Nach dem Klick noch ein paar Behind-The-Scenes-Shots und Concept-Arts.