HR2 Der Tag: Auf der Galgenwiese… Vom Handwerk des Hinrichtens

Ich höre grade den superinteressanten Podcast von HR2s Der Tag über die Historie der Henker und Hinrichtung, unter anderem mit der Etymologie des Frankfurter Gallusviertels und der Geschichte alter Galgen in meiner Heimat, dem letzten erhaltenen Galgen im Odenwälder Beerfelden zum Beispiel, den ich mir auch selber mal angeschaut hatte, als ich dort mal mit einer Dame Sachen machte (also, nicht am Galgen, auf ihrer Couch in Beerfelden natürlich).

“Abscheulich” werden Sie sagen, “die Todesstrafe und ihre Exekution gehören abgeschafft.” Sind sie auch, in fast der Hälfte aller Staaten, 95 an der Zahl! Allerdings erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Und die knappe Mehrheit aller 193 UNO-Mitgliedsländer praktiziert sie bis heute. Das Museum für Sepulkralkultur in Kassel bietet jetzt tiefe Einblicke in die Orte des Grauens, die im europäischen Raum Jahrhunderte lang Schauplätze öffentlicher Hinrichtungen waren. Erfahrbar wird beim Anblick von Henkersmasken, lodernden Scheiterhaufen und baumelnden Galgenstricken auch, dass uns dieses düstere Kapitel der Rechtsgeschichte noch immer zu faszinieren vermag. Umso dringender stellt sich die Frage: warum ist diese brutalste Form der Strafe an so viel Orten unserer Welt noch immer legal?

Auf der Galgenwiese… Vom Handwerk des Hinrichtens (MP3, hier die HR2 Der Tag Podcast-Website)