Podcast: Zombies als gesellschaftliche Metapher

Jochen Dreier hat ein sehr schönes, einstündiges Feature für den SWR produziert: Zombies als gesellschaftliche Metapher. Zu Wort kommen unter anderem Georg Seeßlen, Bruce La Bruce und ich darf gegen Ende dann auch noch kurz was sagen. Die Sendung ist sehr collagenhaft gehalten mit Ausschnitten aus Nachrichtenmeldungen, (selbstverständlich) Filmen, Interview-Schnipsel und Song-Ausschnitten. Ich mag das sehr und das sage ich echt nicht, weil ich selbst (ein bisschen) daran beteiligt war. Tolles Ding!

Zombie-Videos, Zombie-Spiele, Zombie-Bücher, Zombie-Blogs. Nie waren die Untoten so lebendig wie heute. Mehr als 100 abendfüllende Zombie-Filme wurden in den letzten zehn Jahren gedreht. Wer die Leichen lieber live erlebt, kann sich bei sogenannten Zombie-Walks beteiligen und als bleich und blutig geschminktes Wesen sein Unwesen in der Fußgängerzone treiben.

Alles nur Horror-Karneval? Oder sind die lebenden Leichen eine besondere Ausgeburt der gegenwärtigen Finanzkrise? Es scheint jedenfalls kein Zufall, dass die Untoten vermehrt im Schatten des toten Kapitals auftreten. Schon sprechen Wirtschaftsexperten von “Zombie-Banken” und “Zombie Economics”: zielstrebig, willenlos, immer vorwärts, alles auffressen. Es scheint als habe unsere Gesellschaft im Zombie ihre Metapher gefunden.

SWR2 Feature am Sonntag: Zombie 2.0 – Die Perfektionierung der Untoten (MP3, 128MB, für den Download am besten den JDownloader installieren, mein Server bricht Downloads ganz gerne ab), hier das SWR-Posting zur Sendung, hier der Stream der Sendung