The Walking Dead S02

Ich hab’ mir grade das Finale der zweiten Staffel der Serienverfilmung von The Walking Dead angesehen und das hat mich grade sehr von der Staffel insgesamt überzeugt, vor allem im Vergleich zur ersten. Die Serie war im zweiten Anlauf zwar ein bisschen langatmig und sechs Folgen lang mit der Suche nach Sophia und Geschwätz auf einer Farm zu füllen, das muss man ja auch erstmal hinkriegen.

Insgesamt aber war die Serie dramaturgisch harmonischer als dieses seltsame Mosaik aus völlig unterschiedlich wirkenden Teilen, das die erste Staffel war: Panzer, Altersheim, Pferd, „Zeltlager“ und schließlich Hightech-Labor inklusive supermies getrickster Explosion? Dann doch lieber stringentes Geschwätz und ein zerplatzender Zombie im Brunnen. Ab dieser Stelle hagelt es übrigens Spoiler inklusive zweier Screenshots vom Ende, deshalb der Rest nach dem Klick.

Ich dachte in der vergangenen Folge noch, Shanes Tod durch Ricks Messer wäre verschenkt, im Finale wird das aber zu einem ziemlich fantastischen Hebel, sowohl um Ricks neue Badassery als auch seine unanfechtbare Position als Anführer der Gruppe zu zementieren. Lediglich Dales Tod in Folge 11 halte ich für ungeschickt, ich mochte die Figur immer recht gerne, obwohl man natürlich argumentieren kann, dass mit Hershel eine zu ähnliche Figur mit an Bord. Kann man machen, trotzdem schade um Dale.

Es gibt wie in der ersten Staffel ein paar Änderungen des Comics, die sind allerdings weitaus marginaler als zuvor und dienen vor allem einer klareren Gruppendynamik bei besserer Dramatik: Dale/Hershel wäre ein Beispiel – im Comic verlässt die Gruppe schlicht die Farm und kehrt, nachdem sie den Knast entdeckten, nochmal zurück. Dann lieber ein klarer Cut wie in der Serie. Es sind keine Änderungen mit dem Holzhammer wie das beknackte Labor oder die sinnlose Episode mit dem Altersheim.

Insgesamt eine okaye bis gute Staffel, zwar nicht umwerfend wie derzeit eigentlich nur Breaking Bad, aber wir sind mit dieser Staffel definitiv ein ganzes Stück näher an dem, was ich mir unter einer Verfilmung von The Walking Dead vorstelle. Jetzt hätte ich gerne noch glaubhafte Charaktere und alles wird gut.

Und dann wären da noch diese zwei Szenen am Ende. Ich glaube, mir ist es am Ende einer Serie noch nie kalt über den Rücken gelaufen… hier schon.

 Youtube Direktmichonne

1.) Fuck yeah, finally she’s here! Danai Gurira wird in der dritten Staffel die Rolle der Michonne spielen, den Governor spielt David Morrissey und die beiden werden in der nächsten Staffel ‘ne interessante Begegnung haben.

2.) Fuck yeah, finally they are there!

Ich gehe übrigens davon aus, dass die dritte Staffel nicht mit dem bestern Comic-Cliffhanger aller Zeiten enden wird. Dazu ist die Figurenkonstellation mit dem Governor und Rick als Anführer und die neue Umgebung im Knast inklusive Nebensträngen wie Turnhalle und Wachtürme oder Gefängniszaun viel zu interessant und AMC wird auch sicher nicht den Plot eines ihrer erfolgreichsten Babys überhaupt in einer Staffel verheizen wollen. Ich tippe auf einen Cliffhanger bei den Zombie-Games im Kaff des Governors, das ist aber natürlich reinste Spekulation.

Jedenfalls: Gutes Finale, wahrscheinlich neben dem Piloten meine bisherige Lieblingsfolge. So darf das gerne weitergehen!