Beastie Boys sued for Samping on Pauls Boutique

Fantastisches Timing der Tuf America Records (auch wenn man hinzufügen muss, dass sie die Beasties einen Tag vor dem Krebstod von MCA verklagt hatten. Dennoch!), die ein knappes Viertel Jahrhundert (!) nach Veröffentlichung die Beasties wegen Samples aus License to Ill und Pauls Boutique verklagt haben. Und: Das konnten sie nur nach einer “thorough sound analysis” feststellen. Ich schätze mal, mit einer “thorough sound analysis” finde ich sogar den Sound meiner Fürze in Songs von Coldplay. Bastarde!

Zeitgleich hat Slate ein Posting über Pauls Boutique und die Verhinderung von Kreativität durch Anwälte und Gesetze: Was Paul’s Boutique Illegal? How dumb court decisions and bad laws have made it all but impossible for musicians to sample the way the Beastie Boys used to. (via Jason Kottke)

The entire album is based on lavish sampling of other recordings. “Shake Your Rump,” which leads Slate’s #MCATracks playlist, features samples of 14 songs by 12 separate artists. In all, the album is thought to have as many as 300 total samples. The sampling gave Paul’s Boutique a sound that remains almost as distinctive today as it was when it was released in 1989.

Perhaps the main reason—and certainly the saddest reason—that it still sounds distinctive is that a rapidly shifting legal and economic landscape made it essentially impossible to repeat.

Das Argument ist alles andere als neu und wird immer wieder diskutiert, Kembrew McLeod und Peter DiCola haben in ihrem Buch “Creative License: The Law and Culture of Digital Sampling” mal ausgerechnet, wie viel die Beasties an Pauls Boutique verdient hätten, wenn sie alle Samples abgerechnet hätten und dasselbe haben sie dann auch für Public Enemys “Fear of the Black Planet” getan (hier das komplette Kapitel als PDF). Letztere hätten nur 6 Millionen Verlust gemacht und die Beasties hätten für den Verkauf ihres Albums grade mal schlappe 20 Millionen Dollar draufzahlen müssen. Wooohooo Copyright!

Angesichts dieses riesigen Haufens Bullshit kann man eigentlich nur zum kreativen zivilen Ungehorsam aufrufen. Weil es gibt immer noch die Girl Talk-Methode.