Welcome to Cape Town

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Das da oben ist Bradley Prosper Chikambura. Bradley lebt seit fünf Jahren in Kapstadt, nachdem er vor fünf Jahren aus Mugabes Simbabwe nach Südafrika floh. In Simbabwe hatte der Mann mal IT studiert, heute schlägt er sich als Tagelöhner auf der Straße durch, indem er sich morgens an den Straßenrand setzt und darauf hofft, dass er von einem der vorbeifahrenden Transporter aufgegabelt wird und einen mal mehr, mal weniger harten Job machen kann. Wenn er Arbeit findet, verdient er für Straßenbau- oder Aufräumarbeiten rund 100 Südafrikanische Rand am Tag, das sind 10 Euro.

Manchmal verdient sich Bradley ein paar Rand dazu, indem er Feishbook-Shirts verkauft, die sein Kumpel Oscar druckt, der sich ebenfalls meistens als Tagelöhner durchschlägt. Heute hat er keine dabei, leider. Das hier ist Oscar mit Feishbook-Shirt:

Das hier ist Bradleys Facebook-Seite, ‘ne Website für die Feishbook-Shirts ich nicht gefunden, aber ich wette, Bradley freut sich über ein paar neue “Friends” und ich habe beiden versprochen, sollten sie’s mal nach Berlin schaffen, zwei oder drei oder zehn Biere mit ihnen zu trinken.

Wir haben die beiden auf den Seitenstraßen von Cape Town getroffen, nachdem wir die Stadt bereits auf einer “Sex and Slave City Tour” kennenlernten, eine Tour, die im Netz als Musical über Prostitution während der Kolonialzeit angepriesen wurde und die sich nichtmal als ein Zehntel so grausam und rassistisch erwiesen hatte, wie ich zunächst annahm. War tatsächlich ganz in Ordnung, der Musical-Teil beschränkte sich auf mehr oder weniger exaltierte und improvisierte Theateraufführungen durch unseren Guide und wir erfuhren viel über die immer noch sichtbare Geschichte der Sklavenhaltung in Cape Town, als weiße Freier ihre schwarzen Stamm-Huren aus dem Sklavenstatus “befreiten”.

Auf dem Weg ins Hotel sah ich einen offensichtlich wohlhabenden weißen Mann, der ins Handy quatschend am Wegesrand entlangschritt, während seine aufgetakelte schwarze Konkubine oder Frau oder Gespielin daneben entlangwackelte. Parkwächter bildeten eine lange Schlange um ihre Einkünfte beim indischen Geschäftsinhaber anzuliefern (es gab zur Kolonialzeit eine Hierarchie unter den Rassen: Die Weißen, die Inder, der Rest und die Schwarzen) und abends haben wir ein fantastisches 5-Gänge-Essen im Aubergine, einem der zehn besten Restaurants des Landes, ein paar Stunden zuvor fotografierte ich zwei Junkies, einer rauchte grade Heroin. Geschichte ist sehr lebendig in Cape Town.

Mehr Bilder aus Südafrika hier in meinem Flickr-Set, hier ein paar aus Kappstadt:

Disclosure: Dein Südafrika und Mini haben Isabelle, Nico, Sarah, Camilla und yours truly für 7 Tage nach Südafrika eingeladen, wo wir eine kleine Tour durchs Land machten und uns die Gegend ansahen.