I bought a Zulu Penis Protection

In einer Universitätsstadt gehen wir in einen Laden namens “Oom Samie Se Winkel”, in dem Kameras verboten waren. Selbstverständlich musste ich da drin Fotos machen und ich kaufe in dem Laden neben dem Buch über Gangs in südafrikanischen Gefängnissen ein kreisrundes Pokerset (gibt’s wahrscheinlich auch in Europa, ich hab’ zuhause aber noch keins gesehen) und ein Zulu Mcedo “woven with Grass and Banana Leaves, worn by Zulumen as Protection under traditional Skin Clothing.” Interessant fand ich außerdem (neben einer Bill Gates-Maske) eine Plüsch-Version eines afrikanischen Soldaten. Strange. Als wir zum Parkplatz zurückkehren, unterhalten wir uns mit Rupert.

Das hier ist Rupert, aber auf der Straße nennt man ihn nur “Boxy”, weil er angeblich ein Boxer sei. Sein Buddy James sieht aus wie Thomas Chong und er “keeps Boxy out of shit”, scheint sowas wie ein moralischer Fels für die Schwarzen zu sein, die hier in dieser Studentenstadt auf der Parkbank schlafen, während die Kinder einer weißen Oberschicht die Universität besuchen und im CafŽ Latte schlürfen.

Ich glaube nicht, dass ich so leben könnte, aber es ist auch meine erste Reise in ein Land, in dem eine ausgeprägte Klassengesellschaft herrscht und die Rassentrennung auf dem Papier abgeschafft wurde, de facto aber noch gelebte Realität ist. Wahrscheinlich muss man im Land aufgewachsen sein, um die Ungerechtigkeit halbwegs zu ignorieren und ein Leben zu leben, das manche der Weißen hier führen. Mode Ignore.

Spät abends kommen wir an im Bartholomeus Klip, einem alten Kolonialhaus, das über hundertdrölf Jahre auf dem Buckel hat. Die Beschäftigten arbeiten hier teilweise in vierter Generation, die Zimmer sind in ihrer einfachen Ausstattung und vintage Style fantastisch. Das Bett ist so schmal, dass ich mir (zu Unrecht) Sorgen mache, in der Nacht vom Bett zu fallen.

Hier beobachten wir auf unserer ersten Safari Zebras und Affen, erfahren einiges über Buschfeuer und das Leben als Ranger (Bergranger verbringen ganze Monate in den Bergen, verfolgen die Spuren der Leoparden und kümmern sich um Aufforstung und den Genpool der Tiere im Reservat, das nennt man dann Wildlife Management). Die nebelverhangenen Berge, vor dem eine Gruppe Bäume auf einer ehemaligen Straußenfarm wächst, die umgeben ist von mit Straußenfäkalien grandios übersäuertem Boden, auf dem seit hundert Jahren nichts wächst und es wird nochmal hundert Jahre dauern, bis der Boden wieder urbar gemacht werden kann. Mich beschleicht das Gefühl, den falschen Beruf gewählt zu haben. In meinem nächsten Leben werde ich definitiv Ranger in Afrika.

Mehr Bilder aus Südafrika hier in meinem Flickr-Set, hier ein paar aus dem Winkelladen und vom Bartholomeus Klip:

Disclosure: Dein Südafrika und Mini haben Isabelle, Nico, Sarah, Camilla und yours truly für 7 Tage nach Südafrika eingeladen, wo wir eine kleine Tour durchs Land machten und uns die Gegend ansahen.