How Faith No More and Pussy Riot may have fucked up my Server

Halten wir mal fest: Nerdcore war zwei Tage lang nicht erreichbar, erste größere Downtime war am Wochenende. Ich ging zunächst von „normalen“ Serverausfällen aus, der Hoster teilte dann aber schnell mit: Es handelte sich um eine DDoS-Attacke, während der Hacker ein Botnet auf gekaperten Rechnern einrichten und damit Angriffe auf eine Website oder einen Server durchführen. Ich wunderte mich, weil ich so eher Anon-Sympathisant bin und tat das ganze als ‘nen Spöki von ein paar Script-Kiddies ab.

Am nächsten Tag (Dienstag) kam ‘ne Mail vom Hoster mit einem Kurzen Auszug aus den Logs: Die IPs stammten alle aus dem Irak und die Zugriffe erfolgten genau auf einen einzigen Artikel* über die russische Anti-Putin Punkband Pussy Riot aus dem Voina-Umfeld, die in einer Kirche einen Anti-Putin-Song performt hatten. Da wurde ich hellhörig. Mitglieder der Band Pussy Riot befinden sich derzeit in Haft und gleich die erste Google-Suche nach „Pussy Riot DDoS“ ergab, dass die Seite Freepussyriot.org seit Ende Juni unter DDoS-Attacken litt und nicht erreichbar war. Oha!

Am 2. Juli, genau an dem Tag, an dem die Angriffe auf meinen Server begannen, spielten Faith No More in Moskau. Auf der Bühne trat Mike Patton in Pussy Riot-Shirts und mit einer ihrer selbstgehäkelten Masken auf:

 Youtube Direktpussy

Russian Times: Pussy Riot perform at Faith No More Moscow gig

Big-name US rockers touring in Moscow have lent their support to the feminist punk band Pussy Riot – who became notorious after allegedly singing an anti-Putin song in Moscow’s main cathedral. The concert by Faith No More in Moscow’s Stadium Live club saw some members of Pussy Riot appear on stage after the headline act returned for an encore. The girls wore their trademark masks and performed an anti-Putin song. They also called for everyone to come and support three of their band mates who were arrested over their protest act.

Three Pussy Riot members – Maria Alehina, Ekaterina Samutsevich and Nadezhda Tolokonnikova – have already spent over three months in jail on charges of hooliganism after they allegedly participated in the infamous performance at Moscow’s main cathedral in February.

Am 4. Juli war eine Gerichtsanhörung, in der das Gericht die Vorbereitungszeit der Verteidigung Pussy Riots auf eine Woche begrenzte. Nadezhda Tolokonnikova befindet sich seit dem im Hungerstreik. Seit dem 27. Juni sammelt man in einer Petition Unterschriften für die Freilassung von Pussy Riot, zusammengekommen sind bislang 33.000 Unterschriften, darunter (jetzt) fast 200 bekannten Künstlern und Kreativen aus Russland.

Und genau zu dieser Zeit attackiert jemand meinen Server gezielt auf einen Pussy Riot-Artikel. Make of this what you will.

* Ich verlinke den Artikel nicht, da wir die IPs der Zugriffe auf den Artikel derzeit auf ‘ne Blacklist setzen. Und danke an Jan für die Hilfe mit der Konfig des Nginx-Servers!