YPS is back and it sucks Urzeitkrebsballs.

Ich bin heute morgen zum Kiosk gelatscht und habe mir das heute erschienene, neue YPS gekauft. Für die zu spät geborenen: YPS war ein Magazin mit hohem Comic-Anteil aus den 80ern, vor allem bekannt für seine „Gimmicks“, Spielzeug und Bastelkram, Schwarze Folie, die zu Zeppelinen aufgeblasen wurden und UFO-Alarm auslösten oder sogenannte Urzeitkrebse. Letztere erschienen ganze 21 mal in der ursprünglichen Heftserie und beim Neustart sind ebenfalls wieder diese Viecher am Start. Das Heft ist jetzt ein „Magazin für Erwachsene“ und, bei aller Liebe, der Neustart ist nahezu komplett verunglückt.

Das Heft suhlt sich in Nostalgie für die 80er, was schon vor fünf Jahren durch war. Gadgets von heute werden mit Technik von damals verglichen, es gibt ein Interview mit Michael „Albatross“ Gross, die Comicfiguren von damals (YPS, Kaspar, Patsch und Willy) müssen für eine peinliche „Modestrecke“ herhalten, man hat sich tatsächlich getraut, sowas wie Kleinanzeigen abzudrucken, die man nicht versteht und die irgendwie mit Facebook verzahnt sind, was nicht wirklich erklärt wird. Das Heft ist ein Ärgernis, die zwei oder drei netten Lichtblicke (Interviews mit Zeichnern der Comics des alten YPS, alte Fotos von Lesern mit ihren Gimmicks oder YPS-Sammlungen oder das nette Detail, dass die Gimmick-Nummerierung fortgeführt wird) können diesen Totalschaden leider auch nicht retten. Die einzige Entschuldigung dafür: YPS war eigentlich auch schon in den 80ern eher scheiße, der Humor ungefähr so spießig wie bei Fix & Foxi und auch sonst eher so lala, der einzige Grund, warum man das Heft damals kaufte, waren die Gimmicks und der Grund fällt für die Zielgruppe heutzutage weg.

Ich habe vor ein paar Jahren in einem Meeting mit jemandem vom Ehapa Verlag gesessen, die hatten damals eine Online-Version von YPS geplant. Mein Vorschlag war, eine Art Make Magazine für Kids auf die Beine zu stellen, in der kleinen Version nur als Blog, in der großen Version als Online Plattform für Kids mit DIY-Projekten, Basteleien und Wissenschaft. Daraus hätte man auch bei entsprechendem Erfolg ganz bequem ein Print-Magazin entwickeln können, dass es so in Deutschland meines Wissens nicht gibt (hier heisst das „Selbst“ oder „Heimwerker Praxis“, richtet sich ausschließlich an Häuslebauer und lässt den Spaß, den man beim Bauen und Basteln haben kann komplett außen vor). Ich fände sowas als Neustart nach wie vor tausendmal passender und auf die Zielgruppe hin ausgerichteter, als ein Heft voller langweiliger 80er-Nostalgie und Kram, den wirklich keinen interessiert. Und da hab’ ich vom grausamen, dilettantischen und infantilen Layout noch gar nicht angefangen.

Die Urzeitkrebse hab’ ich mir aber trotzdem angerührt, ich schätze, diesmal wird Mutti sie nicht aus Versehen wegschütten:

Mehr bei Heise und Kress, nach dem Klick noch das Commercial zum Neustart. [update] Nilz hat sich das neue YPS ebenfalls vorgenommen und ist auch eher nicht so begeistert.

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