The Walking Dead S03E03: Walk with Me

The Walking Dead bleibt auch in der dritten Folge der neuen Staffel ziemlich toll. „Walk with Me“ ist die erste Folge der Serie, in der Rick nicht zu sehen ist, die Folge konzentriert sich komplett auf die Erlebnisse von Michonne und Andrea, die einen abstürzenden Hubschrauber (aus Staffel 1, schöne narrative Brücke) beobachten und an der Absturzstelle auf den Governor treffen. UND DANN KOMMT MERLE! Der alte Redneckbekannte aus Staffel 1 ist wieder da, Bruder von Daryl ohne rechte Hand, dafür mit schickem Stumpf-Bajonett.

Die Folge nimmt das Tempo der ersten beiden Folgen ein bisschen raus, um den neuen Figuren wichtigen Raum zu geben. Der Governor wird in der Serie äußerlich komplett anders dargestellt, im Comic sieht der Mann aus wie ein psychopatischer Parkplatzwächter mit Jesus-Komplex, hier wirkt er wie ein Statesman, ein Politiker mit ‘ner guten Portion Badass. Kann man machen, für die Serie wahrscheinlich eine gute Entscheidung. MASSIVE SPOILERS AHEAD!

Der Governor „rettet“ den verletzten Piloten aus dem Hubschrauber und bringt ihn, zusammen mit den gefangenen Michonne und Andrea, nach Woodbury, einem Kaff umgeben von einem hohen Wall, bewacht von den Leuten des Governors und seiner rechten Hand (hihi) – Merle. Während eines Verhörs berichtet der verletzte Pilot von weiteren überlebenden Soldaten der Nationalgarde und verrät deren Standort und während Andrea vom Charme des Governors sichtlich angetan ist, zeigt Michonne ausschließlich Misstrauen und will ihr Katana zurück (ein bisschen Overacting von Danai Gurira hier, aber sei’s drum).

Als der Governor zu den verbleibenden Soldaten fährt, zeigt er zum ersten mal sein wahres Gesicht in einem geplanten Überfall: Er tötet alle Überlebenden mit Heckenschützen und nimmt ihre Ausrüstung an sich (was später in der Serie noch wichtig werden dürfte). Zurück in Woodbury belügt er seine Leute und in der Nacht drauf setzt er sich in seinen Sessel und schaut sich seine Trophäensammlung an: Eine Wand aus Aquarien, gefüllt mit lebenden Zombieköpfen – inklusive dem Kopf des Hubschrauberpiloten. Whoa!

Die dritte Staffel begeistert mich weiterhin, die beiden komplett separierten Erzählstränge sind ‘ne sehr elegante Lösung und das Casting mit David Morrissey als Governor passt, man nimmt ihm die diabolische und sadistische Figur sehr gut ab und ich denke, ich weiß ganz genau, wie es klingen wird, wenn er später diesen Satz rufen wird. Dürfte super werden. Danai Gurira als Michonne passt, aber die Figur leidet etwas unter ihrem Overacting, ein wenig mehr von Michonnes „Doesn’t give a shit“ aus den Comics würde ihrem Schauspiel gut tun – aber damit kann man leben. Toll auch: Das „Zombie-Labor“, das sie so ein bisschen aus „Day of the Dead“ geklaut haben – was ein Riesenkompliment ist – und ich hoffe sehr, dass sie damit noch ein bisschen rumspielen werden, die Comics bieten da ja sehr viele Möglichkeiten. Ich sage nur: Let the Zombie-Games begin.

Ich bin sehr gespannt, wie sehr sie nun auf’s Erzähltempo drücken, insgesamt haben sie 16 Episoden und in Woodbury passiert (in den Comics) noch eine ganze Menge und ich bin sehr gespannt, wie sie Ricks Hand mit der von Merle zusammenbringen, die Parallelität ist ja nun unübersehbar. Ich gehe schwer davon aus, dass die Staffel mit einem der unfassbarsten Cliffhanger der Comicgeschichte enden wird um dann in Staffel Vier extrem heavy einzusteigen. The Walking Dead sind auf ‘nem sehr guten Weg und die besten Folgen dürften immer noch vor uns liegen.

Hell yeah!

Vorher auf Nerdcore:
The Walking Dead S03E01
The Walking Dead S03E02: Sick!