The Walking Dead S03E05: Say the Word

„Mere words can not adequately describe the festivities ahead.“

Sonnenschein und Tralala in Woodburry, Andrea trinkt Limo mit Doktor Milton, alle bereiten sich auf ein „Dorffest“ vor, aus dem alle ein Riesengeheimnis machen, vor allem Andrea verrät man nicht, was da abends gefeiert werden soll. Warum ihr keiner davon erzählt ist wurscht, es entbehrt jeder Logik und der einzige Zweck der Geheimnistuerei ist es, einen Spannungsbogen für die Folge aufrechtzuerhalten. Hätte man auch eleganter lösen können, aber was solls. Derweil bürstet Papa Governor seiner untoten Zombie-Tochter Penny die Haare, wobei er ihr natürlich einen saftigen Fetzen Skalp abreisst. Da ist die Aufregung freilich groß und es braucht einen Sack über den Kopf, damit der Herr wieder mit seiner Tochter kuscheln kann. Sick!

Im Knast sammeln sich währenddessen die Überlebenden des letzten Zombie-Überfalls, Daryl, Glenn und Maggie kümmern sich um Babynahrung und Opossum-Steak, als Rick den Psycho gibt, sich eine Axt schnappt und in den Knast zurückrennt. Sowas geht nie gut aus, liefert aber ein paar tolle kopfspaltende Splatterszenen.

Michonne schaut grimmig und bricht in Governors Zimmer ein, holt sich ihr Katana zurück. Dort findet sie ein Notizbuch voller Namen und Strichen, als sie Penny hinter der Tür kratzen hört. Als Papa Governor und seine Partyjungs zurückkommen, flüchtet sie aus dem Fenster in einen Hof, wo sie einen Verschlag voller Zombies findet. Endlich kann die Dame ihre Katana-Künste kompletto herzeigen und es fliegen die Köpfe. Selbstverständlich wird sie dabei von den Leuten des Governors erwischt und sitzt alsbald erneut in seinem Büro, in einem Verhör. Michonne schaut grimmig und man wird das Gefühl nicht los: Die beiden können sich nach wie vor nicht so richtig gut leiden. Tolle Dialogzeile hier: „People with nothing to hide usually don’t feel the need to say so.“ Daraufhin lässt der Governor seinen Charme bei Andrea spielen, die Michonne wegen des Einbruchs konfrontiert. Michonne will endlich weg aus Woodburry, Andrea will mehr Limo, findet’s toll und will bleiben – schlussendlich geht Michonne alleine (und guckt dabei grimmig).

Glenn begibt sich im Knast, nachdem er die Gräber für die Toten ausgehoben hat, auf die Suche nach Rick. Als er ihn trifft, findet er einen gewalttätigen Irren auf Psychofilm, der auf Glenn losgeht und erneut in die Gänge verschwindet. In Woodburry müssen für das große Fest, da Michonne den Zombie-Vorrat des Governors ein paar Köpfe kürzer machte, für Nachschub gesorgt werden. Also fahren Doc Zombie und Merle zu einer Falle für Untote, wo sie sich frische lebende Leichen besorgen, denen sie die Zähne ziehen, denn Vorsorge ist besser als Nachsorge.

Maggie und Daryll kehren abends endlich mit Babynahrung zurück in den Knast, wo er wohl eine der tollsten Szenen der Staffel liefert_ Daryll Badass-Redneck füttert Ricks Tochter und macht Babysprech – „You like that, little Asskicker?“ Toll!

Und schließlich findet Rock seine Lori. Oder besser gesagt: Er findet eine Locke von ihr, die aus dem Maul des Zombies hängt, der mit Lori-Stücken vollgefressen am Boden sitzt und sich ob der Leichen-Adipositas nicht bewegen kann. Uärks! Rick macht daraufhin ein paar ziemlich derbe, sicke Sachen mit ihm und während Rick seinen Totentanz feiert, steigt in Woodburry die Party: ‘ne Runde Wrestling mit Zombies, Merle und irgendjemand als Cagefighter mit angeketteten Zombies als Ring. Findet Andrea nicht so richtig super, was der Governor wiederum gar nicht verstehen kann.

In den letzten beiden Bildern legt zunächst Daryl eine Blume an das leere Grab der vermeintlich toten Carol, als in den Gängen des Knasts das Telefon für Psycho-Rick klingelt.

Schöne Folge, dicht erzählt mit vielen Wendungen, die für die Entwicklungen der Charaktere in den weiteren Folgen die Weichen stellen, wahrscheinlich passiert alleine in dieser einen Episode mehr, als in der kompletten zweiten Staffel zusammen. Michonne spielt zwar immer noch beknackt und ihre Mimik beschränkt sich auf grimmig, grimmig-kampflustig und grimmig-genervt und daran wird sich wohl auch in Zukunft nix mehr ändern, aber damit kann ich leben, muss ja. Und im Comic ist die Figur ebenso gezeichnet, wobei man in der Serie durchaus ein paar mehr Charakterseiten hätte einfügen können – man orientiert sich ja auch sonst nur eher lose am Comic und in manchen Fällen auch gar nicht, siehe Andrea. Und dann dieses beknackte scheiß Telefon, das schon im Comic nur nervte. Wenn man eines am Comic hätte ändern sollen, dann hätten sie das Psycho-Ringring weglassen sollen. Aber trotzdem: die Staffel bleibt insgesamt gut bis sehr gut und spielt nach wie vor in einer ganz anderen Liga, als die beiden zuvorgekommenen.

Vorher auf Nerdcore:
The Walking Dead S03E04: The Killer Within
The Walking Dead S03E03: Walk with Me
The Walking Dead S03E02: Sick!
The Walking Dead S03E01: Seed