The Walking Dead S03E06: Hounded

Michonne wird im Wald von Merle und ein paar Schwergen des Governors gejagt, nachdem man sie in der letzten Folge scheinbar unbehelligt aus Woodburry ziehen lies. Dabei dezimiert sie Merles Truppe Kopf um Kopf mit ihrem Katana, wird dabei allerdings angeschossen und während einem der Gemetzel mit Zombieblut und Innereien überschüttet. Als sie daraufhin auf eine Gruppe Untoter trifft, registrieren die sie nicht. Wie wir bereits in der ersten Staffel lernten, riechen Zombies die Lebenden.

Andrea latscht gleichzeitig immer noch mit Scheuklappen durch Woodburry, das Zombie-Wrestling aus der letzten Episode ist fast vergessen. Sie besorgt sich einen Job auf der Absperrung, weil sie zur Abwechslung ein bisschen badass sein möchte. Obendrein bändelt sich auch noch mit Papa Governor an und hüpft mit Übersicko in die Kiste. This won’t end well. Viel Potential für Konflikte und Andreas Charakterentwicklung hier.

Denn Michonne trifft verletzt und mit Merle auf ihren Fersen in genau dem leergefegten Kaff ein, in dem grade Glenn und Maggie nach Proviant suchen, sie versteckt sich hinter Autowracks und beobachtet die beiden. Hier beginnen sich nun die beiden Storylines der Staffel zusammenzufügen. Das Treffen von Merle und Glenn wirkt zwar ein wenig konstruiert, warum suchen die beiden ausgerechnet an der Stelle nach Zeugs, an der Michonne mit Merle im Schlepptau aus dem Wald taumelt… aber sei’s drum. Merle versucht Glenn zu überzeugen, ihn zu seinem Bruder zu führen und selbstverständlich kommt es zur Auseinandersetzung. Merle überwältigt Maggie, nimmt sie als Geisel und zwingt Glenn, die drei nach Woodburry zu fahren. Dorthin zurückgekehrt belügt er den Governor über eine angeblich von Zombies getötete Michonne und berichtet von den „Neuankömmlingen“ Glenn und Maggie.

Rick telefoniert im Knast immer noch mit Unbekannten, die angeblich irgendwo in einem sicheren Versteck sitzen. Natürlich ahnen wir als Zuschauer, dass das nicht so ganz real sein kann, so wie auch Hershell, dem Rick vom Klingeling erzählt. Aber was ist besser, wenn man nicht nur kurz vor’m durchdrehen ist, sondern bereits alle Lichter durchgebrannt sind, als ein alter Mann, der einem zuhört und einen auch mal wirklich irre sachen sagen lässt. Schließlich findet Rick selbst raus, dass die Telefoniererei nicht real sein kann, denn „Lori“ ergibt sich zu erkennen und Rick sprach mit den Verstorbenen aus vergangenen Folgen und Staffeln.

Daryl, Oscar und Carl inspizieren derweil den Knast um nach Überresten, lebend, tot oder beides, des Überfalls der Zombies aus Folge 4. Dabei finden sie im Hals eines Zombies zunächst Carols Messer (schöner Splattereffekt an dieser Stelle) und schließlich auch die totgeglaubte Carol selbst, große Freudentränen. Rick kehrt schließlich von seinem Psychotrip zurück zur Gruppe und schaut zum ersten mal seiner Tochter in die Augen. Die Gruppe ist wieder zusammengeführt, es ist wieder sowas wie ein Normalzustand erreicht und nicht zuletzt der Soundtrack suggeriert so etwas wie Friedlichkeit. Und dann steht zusammen mit Michonne die Woodburry-Storyline vor’m Zaun und will rein.

Nachdem die ersten Folgen sehr viel auf Tempo und Dramatik setzten, nimmt man hier das Tempo wieder merklich raus und gönnt den Charakteren eine Verschnaufpause. Trotz des bekloppten Telefons (zugegeben: simples und gelooptes, aber tolles Sound-Design!) schafft man es, hier ‘ne schön spooky-weirde Atmosphäre aufzubauen. Das fehlende Tempo macht die Folge ein wenig zu Lückenfüller, aber nicht schlecht. Einr notwendige Scharnierfolge, um in der kommenden Folge wieder anzuziehen um dann zum Staffelfinale Vollgas zu geben.

Vorher auf Nerdcore:
The Walking Dead S03E05: Say the Word
The Walking Dead S03E04: The Killer Within
The Walking Dead S03E03: Walk with Me
The Walking Dead S03E02: Sick!
The Walking Dead S03E01: Seed