The Pope is a Bummer on the Tweeties, Dude!

Dass der Papst seit gestern twittert, habt Ihr wahrscheinlich mitbekommen. Hat mich genau so lange nicht interessiert, bis ich einen seiner ersten Tweets gelesen habe und der fasst eins meiner Probleme mit Religion im Allgemeinen und dem Katholizismus im Speziellen ziemlich gut zusammen.

Räumen wir erstmal das Offensichtliche aus dem Weg, was die meisten hier wahrscheinlich eh schon wissen: Ich bin ein beinahe extremistischer Atheist mir einer Neigung, anderen Leuten damit auf den Sack zu gehen. Kann ich sehr prima mit leben und ich hab’ mit der Zeit auch gelernt, ab und zu mal ein bisschen Rücksicht zu nehmen. Kann man mal machen, passt scho’. Aber zu diesem Tweet muss ich ein paar Dinge loswerden.

1.) „Faith in Jesus“: Jesus ist meines Wissens eine historisch belegte Figur und zwar seit ein paar Jahren. Das Wort „Glaube“ ist hier unangebracht. Natürlich spielt „Jesus“ im Katholizismus eher die Rolle des „Sohn Gottes“ und da ist natürlich wieder der Glaube sehr wichtig, weil wegen der Realitätsverleugnung, aber egal. Der Teil des Tweets ist auch eher periphär wichtig, aber prinzipiell halte ich das Wort „Glaube“ an dieser Stelle für falsch.

2.) „A World without hope“. Srsly, Pope? Ich meine, man kann natürlich astronomisch argumentieren (was der Papst nicht getan hat) und sagen, dass die Erde in ein paar Millarden Jahren sowieso zur Hölle geht und ein paar Jahre später das Universum gleich mit (wobei das Erstarren des Universums am wortwörtlichen Ende aller Zeit übrigens als quasi kältester aller erreichbaren physikalischen Zustände [weit „kälter“ als der absolute Nullpunkt] eine schöne Real-Life-Abbildung von Dantes innerstem Höllenkreis darstellt, in dem Satan in einem See aus Eis als invertierte satanische Dreifaltigkeit hockt – aber das nur am Rande)… wo war ich? Ach ja, natürlich geht die Erde in ein paar Millarden Jahren zu Klump und ist quasitheoretisch damit „hoffnungslos“, aber das meint der Papst ja nicht.

Der Papst meint damit, und da gehe ich ein paar Wetten ein, das die Welt verdorben ist und schlecht und die Menschen sind unrein und treiben Unzucht und alle sind dreckig und gemein. „People, what a bunch of bastards“ sagt der Papst damit. Srsly, Pope?

Ich meine, was will man vom Anführer eines Totenkults nun auch anderes erwarten? Einem Greis, dem die Regierungen auf der ganzen Welt das Geld in den Arsch pumpen bis er platzt, umgeben von Speichelleckern in purpurnen Gewändern… so jemand kann seinen Sektenmitgliedern ja nur nochmal eintrichtern, dass die Welt völlig verkommen und verroht ist und die einzige Erlösungschance in der heiligen katholischen Kirche zu Rom liegt. Ein kleiner Reminder vom Papst, dass wir sowieso alle sterben und Tickets zum Himmel gibt’s für (fast) lau auf Twitter. Elende Seelenfängerbande, man sollte den Account vom Papst wegen Hatespeech melden. (Okay, jetzt übertreibe ich. Ein bisschen.)

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