Leiharbeiter bei Amazon: Jeff Bezos has a Nazi-Problem

 Youtube Direktamazon, via Netzpolitik

Die ARD zeigte gestern eine halbstündige Doku über Leiharbeiter bei Amazon, darin ist unter anderem zu sehen, dass mutmaßliche Nazis von Sicherheitsfirmen als externe Dienstleister beschäftigt werden, um die Arbeiter einzuschüchtern. Nun kann man das Leiharbeitsprinzip halbwegs damit erklären – nicht entschuldigen! –, dass neoliberale Exceltabellendeppen von den sogenannten Volksparteien seit drei Jahrzehnten wirtschaftliche Realitäten geschaffen haben. Nicht erklärbar ist allerdings der Einsatz von Nazi-Sicherheitskräften in Thor Steinar-Hoodies.

Die geschilderten Fälle trugen sich in Nord-Hessen zu, eine Hochburg des Rechtsextremismus. Die Sicherheitsfirma nennt sich „H.E.S.S.“, Geschäftsführer bewegen sich im Hooligan-Umfeld. Amazon will nun laut einer Stellungnahme gegenüber Chip „externe Dienstleister überprüfen“, man kann sich allerdings vorstellen, wie das gelaufen ist. Laut Aussage von Gewerkschaftern wusste Amazon über die Situation ihrer Leiharbeiter die ganze Zeit Bescheid. Auf Facebook formiert sich eine Boykottbewegung, deren Twitter-Account wurde bereits gesperrt. Jeff Bezos has a Problem in Kassel.

Ich werde hier ab sofort auf Amazon-Links verzichten und sollte nicht in absehbarer Zeit eine entsprechende Erklärung folgen, auch sämtliche Links per MySQL ins Nirvana schicken. Meine Toleranzgrenze ist beim Einsatz von Nazis praktisch nicht vorhanden.

FAZ.NET-Fernsehkritik: Leiharbeiter bei Amazon – Made in China
spOn: ARD-Dokumentation: Wie Amazon Leiharbeiter kaserniert