Iceage – You’re Nothing (Review)

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Iceages Debut-Album „New Brigade“ hab’ ich vor zwei Jahren hier schwer abgefeiert. Damals spielten sie dreckigen Punkrock, 12 Songs in 24 Minuten voller Teenage Angst. Jetzt haben sie das „schwere“ zweite Album „You’re nothing“ am Start und es ist… besser. Die grade mal 22jährigen Rotzlöffel hauen hier erneut ihren düsteren Noisepunk um die Ohren, das Songwriting ist noch cleverer, der Sound noch druckvoller und unter der Oberfläche von alldem funkelt immer noch ein schwarzes Herz aus Pop.

Der Opener „Ecstasy“ mäandert geschickt zwischen schleppend gespielten Strophen, nur über in High-Speed Refrains in stakkatohaften „Pressure-Pressure“-Rufen zu landen. Ohne Pause prescht das Album durch „Coalition“, getrieben von „Excess-Excess“-Schreien und hochgestimmten Sonic Youth-Gitarren. „Interlude“ ist genau die kurze Atempause, die sie einem auf „New Brigade“ nicht gegönnt haben, nur um mit „Burning Hand“ dem Hörer die Lyrics förmlich ins Gesicht zu spucken. „In Haze“ ist für Iceage-Verhältnisse beinahe schon fast fröhlich, „Morals“ vereint Bright-Eyessche Rotwein-Verzweiflung mit zurückgemischten Gitarrenwänden.

Mit „Everything Drifts“ begibt sich das Album auf eine Zielgrade aus Gröhl-Rock („Wounded Hearts“), Speed-Punk („It might hit first“, „Rodfæstet“), um schließlich mit „Awake“ einen augenzwinkernden Bastard aus Pop-Punk und Noise-Hymne zu landen. Und zum Abschluss fassen sie ihr Album mit dem titelgebenden Song „You’re nothing“ nochmal zusammen.

„You’re nothing“ ist da erste Album der Band auf einem großen Label (Matador) und man hätte erwarten können, dass sie ihren dreckigen Sound aufpolieren und wenigstens ein bisschen mainstream-tauglicher machen. Haben sie nicht getan, sondern sie haben ihren Rotzpunk aufgebohrt, verfeinert, noch cleverer, noch druckvoller gemacht. Die wissen anscheinend ziemlich genau, was sie tun. Ein kaputtes, brillantes, wunderbares Album und von der Band erwarte ich demnächst nicht weniger als ein Dekade-formendes Meisterwerk. Yes, they are that good.

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Vorher auf Nerdcore:
Iceages „New Brigade“: When Dead Kennedys ate Joy Division