Doku: Google And The World Brain

Arte zeigte vor ein paar Tagen die Doku „Google and the World Brain“ (dt. „Google und die Macht des Wissens“), über die ich im Januar gebloggt hatte: „Anhand von Googles Book-Projekt schildert der Film die großen Ideen des Netzes als universeller Speicher allen Wissens der Menschheit, von Wikipedia bis Project Gutenberg, – und an welche Grenzen aus dem alten Jahrtausend diese Ideen stoßen, allen voran das Copyright. Kommen auch ein paar alte Bekannte vor, unter anderem Kevin Kelly, Larry Lessig und Clay Shirky.“

Ich fürchte, der Film ist ein bisschen tendenziös in Richtung Pro-Copyright und auch ein wenig technologie-feindlich, aber gesehen haben sollte man die Doku. Arte zeigte im Anschluss die Piratebay-Doku „TPB AFK“, die ich vor ein paar Wochen hier gebloggt hatte.

Im Jahr 2002 fing Google an, Weltliteratur einzuscannen. Man schloss Verträge ab mit den größten Universitätsbibliotheken wie Michigan, Harvard und Stanford in den USA, der Bodleian Bibliothek in England und der Katalanischen Bibliothek in Spanien. Das Ziel war nicht nur eine riesige globale Bibliothek aufzubauen, sondern all dieses Wissen sollte noch einem verschwiegenen Zusatzzweck zugutekommen: Man wollte eine neue Form von “Artificial Intelligence”, von künstlicher Intelligenz entwickeln.

Google bekam aber Probleme bei der Realisierung des Projekts: Mehr als die Hälfte – rund sechs Millionen – dieser Bücher waren urheberrechtlich geschützt. Autoren auf der ganzen Welt begannen, einen Feldzug gegen Google zu starten. Im Herbst 2005 reichten sowohl die amerikanische Autorengilde “The Authors Guild of America” als auch die amerikanische Verlegervereinigung “The Association of American Publishers” Klage ein.

Drei Jahre später kam dabei die Google-Buch-Regelung, das “Google Book Settlement” heraus. Diese Vereinbarung umfasste 350 Seiten und wurde im Oktober 2008 veröffentlicht. Dieses Abkommen hätte Google unglaubliche neue Macht verschaffen können. Die Google-Buch-Webseite war drauf und dran, nicht nur die weltgrößte Buchhandlung zu werden, sondern auch eine gebührenpflichtige Bücherei. Google hätte das Monopol auf die Mehrheit der im 20. Jahrhundert veröffentlichten Bücher gehabt.

Im März 2011 entschied dann Richter Denny Chin nach Anhörungen gegen die Rechtsgültigkeit der Google-Buch-Regelung. Am Ende hatte eine bunte kleine Armee von Autoren und Buchhändlern eines der weltweit mächtigsten Unternehmen besiegt. In dieser Dokumentation werden in die zentrale Geschichte um die Google-Buch-Affäre andere problematische Aspekte des Themas “Internet” eingewoben, wie Datenraub und Datenschutz, Download und Urheberrecht, Freiheit und Überwachung.

GOOGLE UND DIE MACHT DES WISSENS (via Ronny)