Podcast: Das Hacker-Syndrom

Schöner Podcast/Hörspiel/Soundstory/Whatever (MP3) von EinsLive über Stephan Urbach, der im Arabischen Frühling mit dem Aktivisten-Zusammenschluss Telecomix technische Infrastruktur zur Verfügung stellte (und Modem-Einwahlnummern per Fax auf gut Glück nach Ägypten gefaxt hat – was funktionierte!) und im arabischen Raum viele Leute der Opposition kennenlernte. Die Spex hatte vor einer Weile ein gutes Interview mit ihm, jetzt hat EinsLive/WDR seine Story zu einem Hörspiel (oder so) verarbeitet. Ich hab’s noch nicht komplett gehört, erscheint aber toll:

Während der Konflikte des arabischen Frühlings saß Stephan Urbach wochenlang vor seinem Computer in einem unscheinbaren Mietshaus in Berlin-Charlottenburg. Von dort aus unterstützte er per Mausklick die Opposition in Ägypten und Syrien, lud Videos von Demonstrationen ins Netz. Als Teil einer Hackergruppe lieferte er die digitale Infrastruktur, mit der Demonstranten in Krisengebieten Informationen im Netz veröffentlichen können – oft 20 Stunden am Tag, denn das entgegengebrachte Vertrauen verpflichtet.

Doch dann wird Urbach selbst zum Opfer seines digitalen Kampfes für Informationsfreiheit. Zu krass sind die Bilder auf seinem Desktop, die Berichte von Freunden, die er noch nie persönlich getroffen hat. Ausgebrannt und depressiv will er sich mit Anfang 30 das Leben nehmen. Statt der Welt zu helfen, braucht er selbst Hilfe und stellt fest, dass er nicht der Einzige ist.

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EinsLive: Das Hacker-Syndrom
Bild: CC-BY Stephan Urbach