szmtag

Evil Dead (Review)

Ich habe mir gestern Evil Dead angesehen, das Remake zu einem meiner absoluten Lieblingsfilme, der damals den Splatterfilm revolutionierte und die Hollywood-Karriere von Sam Raimi und Bruce Campbell sicherte. Die Story ist so kurz wie belanglos: Fünf Freunde fahren in den Wald, erwecken zufällig Dämonen, die von einen nach dem anderen Besitz ergreifen.

Das Original riss mit seinen absurdesten Gewaltszenen damals Grenzen ein, wenn sich etwa Cheryl als Deadite selbst die Hand abbeisst, Scott ihr das Dämonenmesser sammt abgekauter Hand in den Rücken rammt und sie dann in einer ganz absurden Soundmischung aus Rülpsen und einer auslaufenden Schallplatte langsam zergeht und Milch-Erdbeersirup verspritzt. Nur um *dann* nochmal aufzustehen, woraufhin sie von Scott zerhackt wird, teilweise aus subjektiver Kamera gefilmt, und das Ergebnis sieht man schließlich in einer großzügigen Totalen: Die gehackte Cheryl auf dem Boden verstreut.

Das Remake aktualisiert die Darstellung der Gewalt des Originals durchaus gekonnt, die Wucht und ständige Penetration des Zuschauers mit Widerlichkeiten entspricht weitgehend Raimis Tour De Force im Original und das Remake ist da ziemlich nahe dran. Allerdings ist extreme Gewaltdarstellung im Jahr 2013 nachdem Tortureporn im Mainstream mitspielen darf und Filmen wie Hostel, Saw oder auch Last House On The Left freilich nicht mehr besonders bahnbrechend.

Auch fehlt die verspielte Überdrehtheit aus aufplatzenden und irre lachenden Dämonen, die das Original trotz seiner extremen Blutorgien so klar in der Horror-Fantasy verorteten. Das Remake wirkt oft sehr mies gelaunt und humorlos, der gewalttätige Stock im Arsch des Horrorkinos 2013, den man so auch in verklemmten Machwerken aus dem Tortureporn-Genre sehen kann. Es ist eben auch nur ein Kind seiner Zeit.

Gib mir den Rest, Baby…

How Musical Spammers play Streaming Services

The Echo Nest ist wohl die größte Datenbank rund um Musik, die sie Streaming-Services per API zur Verfügung stellt und mit der die sich dann Empfehlungsfunktionen und sowas basteln können. Jetzt haben sie in einem ziemlich spannenden Posting aufgeschrieben, mit welchen Methoden sich musikalische Spammer auf Musik-Services an die Hits dranhängen und ihre Fake-Alben stellenweise bis in die Billboard-Charts bringen.

The very best type of music spammers — the ones whose music elicits the best mix of hysterical laughter and retributive threats when you play them for friends — are the cloners. These groups record their own versions of popular songs, replicating the originals as closely as possible with whatever time and talent they have. (Spoiler: Often, that’s not very closely.)

These cloned songs are credited to “artists” such as The Hit Crew, Hip Hop’s Finest, #1 Hits Now, DJ New Release — names that could, and often do, pass for compilation titles. They might be named after the very song they’re cloning (“Call Me Maybe,” “Thrift Shop”) or a lyric from it (“Here’s My Number,” “Party Rock Is In The House Tonight”). The name doesn’t matter, so long as it’s close enough to fool people into clicking on the track without thinking twice.

The Echo Nest: How We Cope with Spammers, Fakers, and Cloners (via The New Aesthetics)

In dem Zusammenhang sollte man vielleicht noch Michel Montecrossa erwähnen, dessen Vimeo-Channel es auf stolze 224 Videos bringt, die er alle paar Tage auf der Musicvideo-Community bei Antville postet. Der Typ hängt sich grundsätzlich an aktuelle politische Themen und singt in gebrochenem Englisch zu nichtssagenden Songs, auffällig ist aber das dicke Studio und die Produktion Values.

Ich hab’ da mal vor ein paar Jahren recherchiert und vermute da irgendwelche Sektenhintergründe („a German media entrepreneur, author, musician, painter, film-maker, futurist, consciousness researcher and founder of Mirapuri, the City of Peace and Futureman in Europe“), die Website ist dann auch eher bizarr. Eine einfache Suche nach Mirapuri spuckt dann noch das aus: „Mirapuri is the humanistic-spiritual, european, free-consciousness City of Peace and Future Man in Italy founded by Michel Montecrossa on the basis of the worldpeace and progress ideals of Sri Aurobindo and Mira Alfassa – The Mother.“ Yeah, right.

Ich weiß jetzt natürlich nicht, ob der Typ einfach nur ein einfacher Musik-Spammer ist, oder auf diese Tour „nur“ Bauernfängerei für seinen Cyber-Hippie-Orden betreiben will (ode noch schlimmer: Das alles wirklich ernst meint!) Wie auch immer: Lustig-spannendes Thema.

3D-Printing Industrial Robots paints Sculptures into the Air

 Vimeo Direktbot, via Dezeen

Petr Novikov und Saša Jokić vom Institute for Advanced Architecture in Barcelona haben einen 3D-Druckenden Industrieroboter entwickelt, der Formen in die Luft malt. Wie der 3D-Printing Pen von neulich mit ‘nem Industrie-Bot.

One of the key innovations of anti-gravity object modelling is the use of thermosetting polymers instead of thermoplastics that are used in existing 3D printers. The material is cured because of a chemical reaction between two source components with such proportion of extrusion and movement speeds that it comes solid out of the nozzle; this feature makes it possible to print hanging curves without support material.

The desired shape is created by user in CAD software and then transformed into 3d curves describing the shape which are then converted into movement paths for the robotic arm. The thickness of the printed curve can be scaled down to less than a millimeter and can be adjusted during the printing process, by changing the speed of the movement. Colors can be injected in the nozzle in CMYK mode that allows changing of the curve color throughout the printing process.

Mataerial by Petr Novikov, Saša Jokić, Joris Laarman Studio and IAAC

Glitched P2P-Moviestream as Art

Schönes Projekt von Nicolas Maigret, der zusammen mit Brendan Howell eine Installation gecoded hat, die zufällige Torrents aus den Pirate Bay Top 100 runterlädt und die Datenpakete on the fly auf eine Leinwand schmeisst. Das Teil ist vor allem eine Visualisierung von P2P im Kontrast zu vergangener „Piraten-Technologie“ wie VHS und setzt das in den Kontext fragmentierter Narration. Spannend!

From a cinematic perspective this preliminary fragmentation of the media is also a fragmentation of the film material and of the narration. These “broadcasting mechanics” come with specific formal opportunities: mashup cinema, random editing, weaving together different films frame by frame, glitches and merging of different fragments.

This installation suggests a way to perceive the digital filmic medium as a stream, or rather as streams distributed on a global scale. In other words, The Pirate Cinema intends to re-explore films through the logic of cables, which is unique to each connection and location.

We Make Money Not Art: The Pirate Cinema, A Cinematic Collage Generated by P2P Users

List of awesome Turing Machine Drawings:

Luki hat sich eine weile mit den zeichnenden Turing Machines beschäftigt und schreibt mir: Nach einigem ausprobieren, habe ich mal ein Pad gemacht mit besonders schönen, ungewöhnlichen, seltsamen, interessanten Turing Drawings. Ich habe sie etwas geordnet nach dem was passiert. Nice Patterns erzeugt nach einer weile meist ein stabiles Bild. Die Longtime stable dinger erzeugen ein sich veränderndes Muster, dass aber nicht ‘chaotisch’ wird. Teilweise dauert es recht lange, bis sie ihr Endstadium erreicht haben.“

Sexts from Marxists:

„Hey girl, you’re the material for my dialectic. Passive revolutions take time, but I’ve got all night“. Sexts from Marxists, Revolutionizing your mode of Production since 1818. Ich schätze mal, das kommt von den selben Leute, wie bereits das großartiger Cosmarxpolitan-Tumblr.

Lasers tracking Soap Bubbles dancing to Daft Punk

 Vimeo Direktbubbles

Laser tracken Seifenblasen, die zu Daft Punk tanzen. Von Creative Applications:

What happens when you mix soap bubbles and lasers? Memo Akten, 1/3 of Marshmallow Laser Feast, just got hold of Etherdream DAC laser and has been “messing” with it using openFrameworks.

Memo developed software to control this ILDA controllable laser projector (or any other pro laser projector), for realtime interactive laser interaction with openFrameworks, on OSX, and is releasing everything (including firmware of the etherdream) opensource.

Laser Projection Mapping on Soap Bubbles by Memo Akten

GEMA trollt öffentliche Kunst-Installation

Neuester Eintrag in der langen liste der GEMA-Charmeoffensiven: Diesmal trollen sie eine öffentliche Kunst-Installation, während der Luke Jerram 14 von Kids bemalte Klaviere in München aufstellte, auf denen sich die Leute ordentlich austoben konnten und spielen sollten, was ihnen grade in den Sinn kam. Damit war die GEMA natürlich nicht einverstanden und verlangte eine Pauschale pro Klavier und Tag, womit die Kosten des Projekts auf rund 5000 Euro explodierten und so nicht mehr tragfähig gewesen wäre. Aus Kulanz lies sich die GEMA dann auf circa die Hälfte runterhandeln.

An diesem Beispiel zeigt sich sehr deutlich, warum der Begriff des Kulturterroristen für die GEMA indeed zutreffend ist. Dass auf den öffentlich aufgestellten Klavieren in circa 90% aller Fälle einfachste Harmonien durchgeklimpert werden, kommt der GEMA nicht in den Sinn. Es lässt sich freilich nicht ausschließen, dass sich da auch mal ein Könner an die Tasten setzt und einen Song der Beatles zum besten gibt, aber die GEMA lässt bereits Musikaufführungen von Straßenmusikanten gebührenfrei, warum man also hier ein Kunstprojekt für die Öffentlichkeit, das Menschen Kultur mal wirklich näherbringen könnte, attackiert, ist mir schleierhaft. Wieder mal ein Beweiss für das unbestrittene Talent der GEMA, grundsätzlich mit Wonne in den größten Scheißhaufen zu latschen, der grade verfügbar ist.

Hier noch die obligatorischen Dingsbumse: Die GEMA muss dringen reformiert, am besten aber zerschlagen und neu organisiert werden. Dieser Verein, dessen einziges Ziel offenbar darin besteht, Volksmusikern und den Bohlens ihr unverschämtes Auskommen mit kulturellen Negativleistungen zu sichern, ist seit 30 Jahren ein Anachronismus und seine systemimmanenten Mechanismen verhindern seit Jahren kulturellen Austausch und Fortschritt. GEMA – Because Fuck you, that’s why.

Die GEMA und das Augenmaß – Zur freien Benutzung aufgestellte Klaviere und ein Generalverdacht (via Ronnys Maputtkutterwischferk)

Pixar-Disneys Tiny Taxi Driver

Pixar-Disneys Tiny Taxi Driver von Butcher Bill.

Vorher auf Nerdcore:
Real Life Supervillain Mashups
Post-Punk Superhero Rockstars
Super Mario Sex Pistols

Reverse GIFs

The only Internet-Service you will need, forever, ’till the end of time: Reverse GIF.

Trailer: Under The Dome, Europa Report, Pacific Rim, Gravity

Nach dem Klick die neuen Trailer zur TV-Adaption von Stephen Kings Under The Dome und Europa Report, dazu noch weil toll: der finale Trailer zu Pacific Rim und der erste Clip aus Alfonso Cuaróns Gravity: Gib mir den Rest, Baby…

Gizoogle iz back!

Gizoogle war vor ein paar Jahren so eine der ersten Fun-Translate-Services und übersetzte Websites in Snoop Dogg Gangsta-Slang. Jetzt sind sie wieder da und haben ihren Gangsta-Algorithmus verbessert und Kram und Website-Translation-Service, hier NC mit Bling.

The slanguage used in our algorithm has been quoted from Snoop Dogg himself and is commonly used in movies, conversations and music he has written.

These words are based on slang and can not be interpreted in any other way other than how they are quoted. There are no racist words used in the algorithm.

It’s mad libs meets gangsta rap y’all.

Gizoogle – Fo’ all y’all biotches who wanna find shiznit! (via Blogrebellen)

Shots at Cannes:

Ein Irrer hat auf dem Cannes Festival während eines Fernsehinterviews mit Christopher Waltz mit einer Schreckschusspistole rumgeballtert, zu Schaden kam keiner. Heute erst wurde ein Juwelenraub bekannt, bei dem sie die Klunker der Promis im Wert von 1 Mio. Dolar geklaut haben. Mad, mad World.

Welcome to Google Island:

Tolle Alternate Reality-Story von Mat Honan auf Wired, nachdem sich Larry Page einen „place removed from the rest of the world, with out laws or regulations, where tech people can test out new ideas“ gewünscht hatte: Welcome to Google Island: „He opened his hand and dozens of robotic bugs crawled out and swarmed over his arm and body. ‘These are Google Spiders. […] We’re sending them everywhere, so that we can make a 3D representation of the entire planet, and everyone on it. We aren’t just going to recreate the planet, though–we’re going to make it better.’“

Micro-Flower-Crystals on a Razorblade

Wim Noorduin manipuliert Kristallwachstum und hat für die Mai-Ausgabe des Science Mags diese rund 50 Mikrometer großen Karbonat-Silizium-Blumen auf einer Rasierklinge wachsen lassen.

Wim L. Noorduin […] dissolved barium chloride (a salt) and sodium silicate (also known as waterglass) into a beaker of water. Carbon dioxide from the air dissolved naturally into the water, fomenting a reaction to form barium carbonate crystals. In response to the crystals the pH of the solution surrounding them lowers, triggering a reaction with the dissolved waterglass, and adding a layer of silica to the growing structure. This reaction uses up acid from the solution and allows the barium carbonate crystals to continue to form.

As this process takes place, the shape the crystals take can be manipulated through changes to the solution–increases in carbon dioxide levels in the water creates “broad-leafed” structures. Reversing the pH gradient at the right moment can create curved, ruffled structures. “You can really collaborate with the self-assembly process,” said Noorduin.

Chemists Grew Microscopic Crystal Flowers on a Razor Blade