Crowdfund this: „Yangon Calling – Punk in Myanmar“ auf DVD
Alexander Dluzak schreibt mir: „In diesem Jahr erscheint unserer Film ‘Yangon Calling – Punk in Myanmar‘ als DVD und zwar zusammen mit einem Buch über burmesische Jugendkultur. Es wird im Sommer/Herbst bei Fly Fast Records erscheinen, die machen viel über asiatische Popkultur, ‘Beijing Bubbles’ ist da auch erschienen. Ich habe jetzt eine kleine Crowdfunding Kampagne gestartet, um das Projekt zumindest halbwegs auf finanziell trockene Tücher zu stellen. Ausserdem habe ich ein paar Fotos mitgeschickt, sie stammen von Matt Grace, einem englischen Fotografen, der viel in Südost Asien unterwegs ist und mit mir zusammen das Buch macht.“
“Yangon Calling” portraitiert eine Musik-Szene, deren Existenz wohl kaum jemand für möglich gehalten hätte – den burmesischen Punk Underground. Punk ist in Myanmar weit mehr als nur die oberflächliche Kopie einer westlichen Jugendszene. Schließlich trifft die rebellischste aller Jugendkulturen in der ehemaligen Militärdiktatur noch immer auf eines der autoritärsten Regime der Welt. Für junge Burmesen ist Punk eine Möglichkeit, der verhassten Regierung etwas entgegen zu setzen. Sie kritisieren in ihren Songs die soziale Schieflage in Myanmar und fordern Freiheit und Menschenrechte.
Sechs Wochen lang haben die Filmemacher Alexander Dluzak und Carsten Piefke in Yangon gedreht. Sie schmuggelten sich als Touristen in das Land und filmten heimlich mit kleinen Kameras. “Yangon Calling” (Sprecher: Bela B./Die Ärzte), ist ein Film über das Leben in einem autoritären Staat, über persönliche Tragödien und den Kampf nach Freiheit in einem Land, in dem Punk noch echte Rebellion ist.
“Yangon Calling” lief bereits auf zahlreichen Filmfestivals in Europa und Asien und in einer Kurzversion bei ZDF-Kultur. Im kommenden Jahr werden wir den Film auf DVD herausbringen, gemeinsam mit einem Buch über burmesische Jugendkultur. Film und Buch erscheinen zweisprachig deutsch/englisch.
YANGON CALLING – BUCH UND DOKU ÜBER BURMESISCHE SUBKULTUR (Danke Alexander!)
Vorher auf Nerdcore:
Doku: Yangon Calling – Punk in Myanmar
Repressed Punk
Doku-Trailer: Art as a Weapon
Happy World – Burma, the dictatorship of the absurd
Skateboarding Monks in Myanmar
Skating in Burma und in den Finanzkrisenpools Kaliforniens
Doku: Yangon Calling – Punk in Myanmar


Vor ein paar Wochen hatte ich einen spOn-Artikel von Alexander Dluzak verlinkt, der über die kleine Punk-Szene in Burma geschrieben hatte. Damals drehte er zusammen mit Carsten “Peewee” Piefke grade die Doku „Yangon Calling – Punk in Myanmar“ und die steht noch für ein paar Tage in der ZDF Mediathek. Unbedingt anschauen, der Film (hier die Facebook-Seite… alleine die „sinister drawings by SCUM“ wären mir ein eigenes Posting wert…) ist extrem interessant und wird noch dazu von Bela B. erzählt. Außerdem hat mir Alexander eine ganze Reihe High-Res-Bilder geschickt, geschossen von ihm und Matt Grace; ich hab’ die mal auf 1280px runtergerechnet. Danke, Alex und Peewee! Ganz großartige Arbeit!
Snip aus Alexanders Blog:
Knapp sechs Wochen haben wir undercover in Myanmar gedreht. In einem Land, das ausländische Journalisten für gewöhnlich mit einem kräftigen Tritt in den Hintern zurück nach Bangkok befördert. Von den burmesischen Kollegen ganz zu schweigen. Es war manchmal etwas gruselig, ist aber alles gut gegangen. Es ist ein ausgesprochen angenehmes Gefühl, wenn das Flugzeug vom Boden einer Diktatur abhebt und im Rucksack zwischen schmutzigen Socken haufenweise Tapes und Speicherkarten liegen.
Gerade hat es den Anschein, als ob sich die Lage in Myanmar entspannt, hoffen wir, dass es keine politischen Tricks sind und die Generäle irgendwann mit Karadzic in Den Haag sitzen. Glaub ich aber nicht und die burmesischen Punks am allerwenigsten. Abgesehen davon wüssten sie die Generäle vermutlich auch lieber mit Gaddafi in der Hölle schmoren.
Nach dem Klick noch der Pressetext:
Gib mir den Rest, Baby…
Repressed Punk
Der Guardian über Punk in totalitären Staaten: Punk rock … alive and kicking in a repressive state near you: „Punk rock is ancient history here, but elsewhere disaffected young people are discovering its anarchic energy – despite the enormous risks they face from their oppressive regimes“. (via MeFi)
The last few months […] have brought news from abroad suggesting that in many places, punk’s combination of splenetic dissent, loud guitars and outre attire can cause as much disquiet and outrage as ever. The stories concerned take in Indonesia, Burma, Iraq and Russia – and most highlight one big difference between the hoo-hah kicked up by punk in the US and Britain of the late 70s, and the reactions it now stirs thousands of miles from its places of birth. Back then, being a punk rocker might invite occasional attacks in the street, a ban on your records, and the odd difficulty finding somewhere to play. Now, if you pursue a love of punk in the wrong political circumstances, you may well experience oppression at its most brutal: torture, imprisonment, what one regime calls “moral rehabilitation” and even death.
spOnline hatte vor einer Weile einen Artikel über Punk in Burma inklusive einer netten Fotostrecke: Anarchy in Burma (hier auf Englisch)
Skateboarding Monks in Myanmar
(Youtube Direktskating, via Electru)
Vor rund einem Jahr hatte ich bereits einen Arte-Bericht über skatende Jugendliche in Burma, so gesehen haben die Macher des Film „Altered Focus: Burma“ hier nicht so ganz Recht, wenn sie behaupten, die Skate-Kultur dort hingebracht zu haben, auch wenn sich nur previligierte Kids dort das Skaten leisten können.
Wie auch immer: Die Filmemacher Alex Pasquini und James Holman sind 2009 mit Skater Ali Drummond durch Burma gereist und haben eine kurze Doku gedreht und die haben sie nun online gestellt. Oben ein kurzer Bericht von CNN, hier der komplette Film:
(MADE PUBLIC – 9th May 2011) Filmed in the summer of 2009, Altered Focus: Burma follows three film makers and skateboarders including Harmony and Analog UK rider Ali Drummond, as they travel across Yangon and Mandalay. The film explores the reaction to this unseen activity whilst touching on the political situation there.
Hier noch ein Interview mit den Jungs auf Crossfire.com: GONE SKATING IN BURMA
What’s your favourite memory from the trip?
James – Man, there are so many, from adopting a street kid called ‘Crazy Joe’ during our time in Yangon and taking him to see Terminator 4 to teaching English in the school. That is probably mine actually. I really enjoyed that, it’s something I never thought I’d have the chance to do and playing football with the kids everyday on the roof of the school was awesome. I’m really proud to have gone to Burma and have done what we’ve done. Without sounding super pretentious, it’s not something many people get to do or would want to do!
Ali – Skateboarding with all the locals in Yangon. I have since got to hang out with those guys for the best part of 7 months and they have become close friends. I have so much respect for them. They can’t buy quality skateboards in their country and the only place they do have to skate will eat your board like its a bacon sandwich. Yet despite all this they have the same passion and admiration for skateboarding as anyone else I’ve met and they do it all with a smile on their face. True overcomer’s of adversity.
Skating in Burma und in den Finanzkrisenpools Kaliforniens

Ronny vom Kraftfuttermischwerk hatte am Wochenende zwei sehr spannende Sk8-Videos gebracht, einmal einen Beitrag von Arte Tracks über Skater in Burma und ein Video von California is a place, die Kids filmten, die in den Pools verlassener Häuser skaten, deren Besitzer von der Finanzkrise erwischt wurden.
Skating in Burma:
(Youtube Direktburma)
Snip von Arte: Skater in Myanmar.
In Myanmar findet man nicht nur Nilpferde im Zoo. Auch die Skater von Rangun wissen ihn zu schätzen, schließlich ist der Beton hier wenigstens schön schlaglochfrei.
Irgend etwas muss man sich als Skater ja einfallen lassen, wenn die Regierung Skateparks für verzichtbar hält. In ganz Myanmar gibt es lediglich einen einzigen davon – mit einer Fehlkonstruktion von Miniramp. Mal ganz abgesehen davon, dass die chinesischen Billigboards, die über verschlungene Wege und überteuert in die Fashion Shops kommen, nach ein paar Grinds auf einem Rail hinüber sind. Aber auch das: kein Grund zum Aufgeben. Die Handvoll Skate-Buddies, die sich im Skate-Club Skatezone zusammengefunden haben, kämpfen trotz Mangelwirtschaft und Militärdiktatur um und für ihren Sport. Wenn das Board zu Bruch geht, helfen Holzssplitter und Kleber, Hauptsache, die Party geht weiter.
Skating in Californias abandoned Swimmingpools:
(Vimeo Direktsk8)
Some of them are full of black water. Others have become graveyards for old lawn furniture and rodent carcasses. They are shaped like jelly beans and manufactured by companies named Sunny Side and Champagne. Once upon a time, Fresno was the California Dream. Own a car. Own a house. Own a pool. Everyone wanted it and the wonderful world of credit made it all possible. But now, with the foreclosure monster running wild, the dream is dry. Thousands of pools are festering in the hot Central Valley sun. For most people this is tragic. But for some, it’s an opportunity.
Vorher auf Nerdcore:
Die gute Seite der Wirtschaftskrise: Die Rückkehr der Pool-Skater
D*Face Skatepool mit 1000 Skulls
Fick Dich, Junta!
Angesichts der Lage in Birma/Burma/Myanmar bleibt einem als westlicher Beobachter ja nur das Hände-über-dem-Kopf-zusammenschlagen und OMG-Gemurmel, weil wirklich tun kann man ja nix. Leider. Selbst wenn man wollte und über die Mittel verfügte und da einfach mal hinflöge: man würde ja ausgewiesen werden, weil die dort annehmen, man wäre ein Arschloch. Als Blogger bleibt einem da eine Möglichkeit mehr, man kann nämlich seinen (gelinde gesagt) Unmut äußern. Dies will ich hiermit tun.

Fick dich, burmesische Junta, Bürokratenschweine, paranoide Wichser, elende, korrupte Aasgeier, die sich nicht saudoof dabei vorkommen, ihre eigenen Namen auf fremde Namen zu pinseln. Sowas läuft hier im Internetz unter Content-Klau und ich bin geneigt, ausnahmsweise mal den französischen und amerikanischen „friedlichen“ Invasionsplänen zuzustimmen. Fick dich, Than Shwe, Du elendes Arschloch, das lieber mit ansieht, wie sein Volk verreckt, als das es diese furchtbar fiesen Katastrophenhelfer ins Land lässt. Fick Dich! Links muss ich nicht setzen, Ihr wisst alle, worum es geht. Und viel trauriger ist es, dass man als Außenstehender nichts tun kann. Nichts.
Es ist eines, wenn burmesische Mönche gegen ihre Regierung aufstehen. Damals habe ich die Blog-Aktionen eher kritisch beäugt und habe nicht teilgenommen, war ich mir doch bewusst, dass solche Aktionen auch aufgrund des extrem schnelllebigen Wesens des Webs genau keinen Effekt haben würden. Es ist etwas anderes, wenn dieselbe Regierung ihr Volk aufgrund einer teilweise selbstverschuldeten Katastrophe sterben lässt. Ich kann da als Blogger nicht viel dran ändern, aber ich kann etwas schreiben. Dieses Posting dient also vor allem meinem drängenden Bedürfnis, folgende Worte zu äußern:
Fick dich, burmesische Junta, Bürokratenschweine, paranoide Wichser, elende, korrupte Aasgeier.
Das ist alles, was ich dazu schreiben kann. Viel fundiertere Analysen des Themas mit einem niederschmetternden Fazit gibt es beim Spiegelfechter:
Das korrupte und paranoide Regime in Myanmar, das gerade eben an einer Wahlfarce zur Bestätigung einer Verfassung arbeitet, hat zweifelsohne keine Berechtigung mehr, sein Volk zu knechten. China möge der Junta anbieten, nette Villen am Jangtse zu beziehen und gemeinsam mit der UN könnte man an einen Wiederaufbau des Landes arbeiten und eine Regierung, die vom Volk bestellt wird, mit der Ausarbeitung einer neuen Verfassung betrauen. China könnte sein Gesicht wiedererlangen und Bush könnte als Präsident in die Geschichte eingehen, der wenigstens ein einziges mal etwas für die Welt getan hat, das den Menschen hilft. Leider wird dies ein Wunschtraum bleiben und Myanmar blickt auf eine epische Katastrophe, die wohl in einer blutigen Revolution enden wird.
Mir bleibt angesichts dieser Tatsachen nur eine Wiederholung: Fick dich, burmesische Junta, Bürokratenschweine, paranoide Wichser, elende, korrupte Aasgeier.

Fick Dich, Junta!
























