MegaUpload-Shutdown hurt Box Office
Eine Studie zeigt, dass die amtliche Plattmachung von MegaUpload die Einnahmen an den Kinokassen geschmälert haben. An dieser Stelle Nelson Munz vorstellen, und zwar ganz laut.
Researchers from Munich School of Management and Copenhagen Business School published a short paper titled “Piracy and Movie Revenues: Evidence from Megaupload.” The study analyzes weekly data from 1344 movies in 49 countries over a five-year period, to asses the impact of the Megaupload shutdown on movie theater visits.
The researchers theorize that some films may actually benefit from piracy due to word of mouth promotion, and their findings partly support this idea.
Comparing box office revenues before and after the Megaupload raids shows that overall box office revenues went down. The effects are small, but consistent across different sample designs when taking into account factors such as inflation, Internet penetration and the popularity of Megaupload in each country.
Police raid 9-Year-Old Pirate Bay Girl with a Winnie Pooh-Laptop:
Tolle Promo-Aktion der Copyright-Pfeiffen, die einem neunjährigen Mädchen nach einem gescheiterten Piratebay-Download eines (!) Songs die Polizei auf den Hals gehetzt hat: Police Raid 9-Year-Old Pirate Bay Girl, Confiscate Winnie The Pooh Laptop.
Update: Snake Cake Abmahnungen durch hgm-press Michel OHG
spOnline hat einen weiteren Artikel über hgm press und ihre Abmahnwelle, zuvor haben sie Ronny vom Kraftfuttermischwerk und mich zu den Schlangenkuchenbildern befragt. Der Artikel ist fair, die zitierten Stellen stimmen so und es findet sich unter anderem eine nette Chronik, die den Verdacht in diesem Fall erhärten, dass die Rechte wiedermal gekauft wurden, nachdem die abgemahnten Blogs die Bilder gepostet hatten.
Der Artikel nennt vor allem auch konkrete Zahlen: Die hgm-press bot das abgemahnte Bild auch Spiegel Online an – für 25 Euro, wahrscheinlich für eine monatliche Lizenz. Von Bloggern möchte die Agentur in Zusammenarbeit mit ihrer Kanzelei mehrere tausend Euro. Wer rechnen kann hat ab hier gewonnen. [update] spOnline hat die Stelle, in der sie die angebotenen Lizenzgebühren von 25 Euro nennt, gelöscht. Man findet die Aussage allerdings noch im Cache.
Ich veröffentliche hier nun zwei Dinge: Einmal meine komplette Anwort auf die Fragen von Ole Reißmann, die natürlich weit ausführlicher war, weit mehr Details enthielt und ein paar weitere unbequeme Fragen aufwarf, die hgm-press nicht beantworten kann oder will und die im Artikel von spOn leider nur angedeutet, aber immerhin angesprochen werden.
Außerdem veröffentliche ich ein Statement eines Mitarbeiters von hgm-press, das er an eine Freundin (Miss Cakehead hat’s auf ihrer Facebook-Seite gepostet) in England schickte. hgm-press beschuldigt darin implizit Blogger, sich „wie die Mafia“ zu verhalten und „allen Sinn für Menschlichkeit verloren zu haben“.
Hier zunächst das Statement der hgm-press:
We are a press agency founded in 1986. Since that time we have been selling photographs and articles to the main media outlets in Germany and worldwide. We represent the rights of hundreds of photographers and agencies. We are in no way “copyright trolls”, as has been defamatorily suggested by some individuals.
Over the past few years the number of unlicensed photographic material being used in Germany has risen dramatically. A lot of what were once private blogs have become more commercial; they began using professional advertisers, and have been increasing their reach and scope. In order to maintain this reach and to meet the needs of their readers, they have been helping themselves to material, on a daily basis and without permission, from a wide range of sources on the internet. Some of these blogs alone have stolen hundreds of photos from our photo portfolio, and the number is increasing.
This jeopardises and increasingly disrupts the sale of photo material and, as a result, the income and livelihood of a great number of photographers.
Many efforts to solve this problem directly have failed. As a result, we are now pursuing legal measures to deal with copyright licence infringements.
In the case of the Snake Cake the rights to sell and distribute the photos in Germany had already been transferred at the beginning of August. A number of websites then, over the following weeks and months, used these photos without obtaining permission or agreeing a licence fee. Furthermore, they did not use the share-function on Facebook, rather they copied the photos from the internet and then published them on their own portal. This is illegal, a licence is required to use the photos outside of Facebook.
The criminal energy involved in this enterprise, by the owners of these sites and blogs, is clearly reflected in the death threats that are now being made to the copyright holder of these photos. Whoever uses such methods to frighten and extort a copyright holder is behaving like the mafia and has lost all sense of humanity.
We will be making the media aware of this disgusting behaviour and are considering legal options. This whole affair has been set in motion through the targeted and calculated distribution of false allegations and bullying threats on Facebook, a blog and in emails.
Und hier meine kompletten Antworten auf die Fragen von Ole Reißmann von Spiegel Online:
- wurden Sie wegen dieser Bilder hier http://www.crackajack.de/2012/08/08/this-snake-cake-is-no-amelanistic-burmese-python/ abgemahnt?
Nein.- Und haben Sie auf der Facebook-Seite von North Star Cakes diesen Kommentar hinterlassen?
“No Comment on the fact that german users get sued for blogging your Snake Cake AND deleting my previous Comment on the Topic. The suing Agency is using a E-Mail from YOUR bakery as one proof. So I asume you are perfectly aware of the issue. I can asure you that I’m starting a Blog-Posting about this right now and this won’t end pretty.”
Ja.- Haben Sie den Kommentar selbst gelöscht?
Nein.- Was meinen Sie mit “this won’t end pretty” genau?
„This won’t end pretty“ ist ein geflügeltes Wort und steht für die Eskalation von Sachverhalten. Mit ihrem Verhalten auf FB hat die Dame suggeriert, dass sie mit dem Vorgehen der „Bildagentur“ (Anführungszeichen bewusst gesetzt, da das Geschäftsmodell in jüngster Zeit nicht als solches erkennbar ist) bekannt und einverstanden ist. Der AK Abmahnung, der im Hintergrund bereits an mehreren Projekten und Recherchen im Zusammenhang mit diesem und ähnlich gelagerten Fällen arbeitet, steht in Kommunikation mit der Dame, sowie weiteren betroffenen Künstlern und Kontakten im Ausland, vor allem in den USA und England. Wir befürchten, dass die „Bildagentur“ hgm-press unter zweifelhafter Vorgehensweise Nutzungsrechte für „Virale Bilder“ einholt, die meines Erachtens vor Gericht keinen Bestand haben. Unsere Recherchen haben ergeben, dass die „Agentur“ virale Bilder ermittelt und im Anschluss gezielt Rechte für diese Bilder anstrebt. Diese Rechte werden dann genutzt, um Abmahnungen gegen alle Blogs und Websites in Deutschland durch ihre Anwaltskanzlei auszusprechen, die diesem Bildern zum Erfolg verholfen haben, was man als gezielten und durchaus durchdachten Anschlag auf die komplette Netzkultur bewerten muss.Es ist im jüngsten Fall äußerst bezeichnend, dass hgm press kein konkretes Datum für die Einholung der Nutzungsrechte für das Schlangenkuchenbild nennt. Der Verlauf der Abmahn-Historie dieser „Agentur“ zeigt, dass die Nutzungsrechte mindestens diffus sind und nicht konkret nachgewiesen werden, sowohl die genauen Daten der Rechteübertragung wäre hier extrem interessant, als auch Auskünfte über sogenannte Buy Out-Verträge mit den Künstlern, die zB im Fall des Lego-Künstlers Nathan Sawaya nicht vorhanden waren. hgm-press betreibt hier darüber hinaus gezielte Salami-Taktik und mahnt „ins Blaue hinein“ ab, ohne ihre sogenannte Aktivlegitimation nachzuweisen, wie auch Rechtsanwalt Jacob Metzler feststellte (vgl: http://www.rechtsanwalt-metzler.de/abmahnung/abmahnungen-activlaw-hgm-press/). Im Netzjargon ist die durchaus zutreffende Bezeichnung für ein solches Vorgehen “Copyright-Troll”.
- Die Bäckerei hat nun eine Nachricht diesbezüglich erhalten, in der die Vergewaltigung und Ermordung ihrer Tochter angekündigt wird. Was sagen Sie dazu?
Don’t feed the trolls und selbstverständlich distanzieren ich und wir uns ausdrücklich von solchen Drohungen. Es ist allerdings offensichtlich, dass hgm-press versucht, solche fragwürdigen Aussagen einzelner Trolle als Äußerungen der Bloggerszene darzustellen, um diese in Misskredit zu bringen.- Haben Sie sonst Kontakt zur Bäckerei aufgenommen? Inwiefern?
Ich habe über eine Freundin in England, die ebenfalls durch virale Food-Pics im Netz bekannt ist (miss cakehead, u.a. Human Butchery für Capcom http://misscakehead.wordpress.com/), Kontakt zu North Star Cakes aufgenommen. Die Dame verweist auf einen Ansprechpartner von hgm-press, der NSC wohl eine Verschiegenheitsklausel aufgeschwatzt hat. Diese halte ich für genauso nichtig, wie die angeblichen Nutzungsrechte an viralen Bildern.
Mehr dazu bei Ronny: Neues von der hgm-press OHG: und jetzt geht es um eine Morddrohung
[update] Daniel: Abmahngeschäft?! Die Salamitaktik der Agentur hgm-press Michel OHG
Snake Cake Abmahnungen durch hgm-press

Ronny wurde nun ebenfalls durch die hgm-press abgemahnt, diesmal geht es um diese Snake Cake-Bilder. Das Muster des Vorgehens, dieser „Bildagentur“, die professionellen Abmahnbusiness betreibt, wird immer offensichtlicher: Man kauft die Rechte viel gesharter Bilder und mahnt dann gezielt die deutsche Blogosphäre ab. Da die Bäckerei North Star Cakes die Bilder selbst auf Facebook gestellt hat (siehe Bild oben) und die massenhafte Verbreitung forcierte, sehe ich hier jede Menge Spielraum für eine Breitseite gegen die „Agentur“, aber das muss ein Anwalt klären. Eine Fair Use-Regelung müsste u.a. auch Fälle einschließen, die explizit zum Zwecke der Verbreitung ins Netz gestellt werden.
Man kann im Fall der „Bildagentur“ (Anführungszeichen deshalb, weil das mittlerweile nicht mehr als ihr zentrales Geschäftsmodell erkennbar ist) mittlerweile nur noch von einem gezielten Großangriff gegen die Netzkultur in Deutschland sprechen. Und damit werden die noch ihren Spaß haben.
Wir haben in einer geschlossenen Facebook-Gruppe mal eine Rechnung aufgemacht, die alle uns bekannten Abmahnungen durch die hgm-press sammelt. In den letzten Wochen kamen da ohne meine jetzt erhaltene 18 Abmahnungen zusammen mit einer geforderten Gesamtsumme von 65.000 EUR zusammen. 65.000 EURO!
Und dabei wird es nicht bleiben, die von hgm sind nämlich so professionalisiert im Umgang mit dem Netz, dass sie einen Screenshot mitschickten, der gleich alle offenen Tabs anderer Seiten zeigt, die das Bild hatten. Deshalb gehe ich davon aus, dass auch andere Seitenbetreiber diese Abmahnung bekommen haben. Außerdem, was ich irgendwie lustig finde, war derjenige, der den Screenshot gemacht hat, bei Facebook eingeloggt, was mir anzeigt, welcher seine Freunde meine Seite gelikt haben. Haha! “Als Fachkraft ‘ne Pflaume, als Pflaume ‘ne Fachkraft.”
Interessant an dieser Sache hier ist, dass Frau Pitcher die Fotos eigens bei Facebook hochgeladen hat, wo jedes der Bilder eine “Teilen”-Funktion hat, welche fleißig genutzt wurde. Somit haben tausende Leute Bilder dieser Torte auf ihrem Facebook-Profil. Wie da die Rechtslage ist und welche Bewegründe Pitcher jetzt hat, gegen Blogs vorzugehen, die diese aus Facebook rausgenommen haben, um bei sich zu bloggen, kann ich nicht sagen.
Happy 165th, Bram Stoker!

Bram Stoker wäre heute 165 Jahre alt geworden. Herzlichen Glückwunsch, oller Vampir-Erfinder! Wobei Erfinder natürlich Unsinn ist, der Vampir-Glaube lässt sich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen, der New Scientist hatte da mal einen spannenden Artikel zu. Wie auch immer: Oben das Google Doodle zum Blutsauger und Daniel hat die alte Geschichte der Produktion von Friedrich Wilhelm Murnaus „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ nochmal aufgeschrieben. Der Film wäre als Urheberrechtsverletzung beinahe vernichtet worden und einen der besten Filme aller Zeiten hätte es beinahe nie gegeben. Damals gab’s aber in Deutschland auch noch kein Fair Use… wait…
Produzent Albin Grau wusste genau was er tat. Die Rechte an Stokers Roman konnte er nicht erwerben und so änderte er Details an der Story und natürlich auch den Namen des Grafen und des Filmes um das Copyright zu umgehen. Dabei schuf er Elemente die bis heute überlebt haben. Sonnenlicht und Vampire? In Stokers Dracula nicht vorhanden. Doch das war nicht genug.
Bram Stokers Witwe Florence sah in dem Film eine Urheberrechtsverletzung. Sie klagte. Ein Vergleich kam nicht zustande und im Juli 1925 entschied das Berliner Gericht letztinstanzlich, dass das komplette Filmmaterial inklusive aller Kopien von Nosferatu zu vernichten seien. Hätten Kopien des Films nicht überlebt, so wäre dieses Meisterwerk auf Ewig verloren gewesen.
Nosferatu gibt’s in voller Länge auf Youtube und im Internet-Archive.
Vorher auf Nerdcore:
Prince Charles, Nobleman, lover of Gardening, Cousin of Dracula
Dracula as imagined by a Law Enforcement Composite Sketch Software
Bela Lugosis Originals Dracula-Cape for Sale
ZDF-Dokus: True Horror – Die Wurzeln klassischer Horror-Figuren
Buchtrailer zum Dracula-Sequel
Dracula in Blogform und in Echtzeit
Kimbles Me.ga hacked and busted
Wer hier eine Weile mitliest, dürfte ahnen, dass diese Meldung hier nicht grade Mitleid bei mir auslöst: Der afrikanische Staat Gabun (zu dem die Top-Level-Domain .ga gehört) hat angekündigt, Kim „Kimble“ Schmitz’ Domain Me.ga abzuschalten. Während ich mit dieser Aktion Bauchschmerzen habe (u.a. wegen der Copyright-Erklärung), aber hiermit kann ich prima leben: Eine neue (?) Hackertruppe namens „Omega“ hat angeblich Kontrolle über die Domain und will sie an Universal verkaufen. Popcorn!
For the last few hours the Me.Ga domain has been directing, via France, to a group calling themselves Omega. In an initial Tweet from an account created just four hours ago, Omega quote the words of German philosopher Max Stirner from his piece Art and Religion. “Art is the beginning, the Alpha of religion, but it is also its end, its Omega,” they write.
Omega are also operating from a Gabon domain – Ome.ga – and according to comments obtained by TorrentFreak, they appear to have little respect for Dotcom. “We’re pure in a diogenist way, we’re the true pirates, the true anarchists,” Omega told us. “Kim Dotcom is only taking advantage of us all, he is a megalomaniac with lawyers here to take advantage of us all, the nobodies, the artists he wants to profit from.”
Omega then go on to compare Dotcom to his old music industry adversary from the 2011 Mega Song takedown debacle. “Kim Dotcom is not better nor worse than Universal. He himself is an industry, only here to pollute,” Omega add.
Me.ga Hackers: We’re Real Pirates & We’ll Sell Dotcom’s Domain To Universal
Offline-Filesharing thru CC-licensed Open Source-QR-WordPress Plugin


Im Juli hat ein Netzkulturprojekt namens Pingeb.org die Stadt Klagenfurt in eine riesige, virtuelle Bibliothek verwandet: Mittels QR-Codes und Stickern konnte man in der ganzen Stadt Musik und eBooks runterladen. Heute haben sie die Technologie dahinter unter CC-Lizenz als Open Source-Wordpress Plugin online gestellt, das neben QR-Codes und NFC-Tags auch „Geofences“ unterstützt, mit denen man bestimmte Stadtteile oder Bezirke mit unterschiedlichen Downloads ausstatten kann. Damit kann man beispielsweise eine Städtetour mit Soundtrack auf die Beine stellen. Auch möglich: Offline-Bloggen. Jeden Tag ein neues YT-Video auf dem Sticker an der Warschauer Straße. Oder Blog-gesteuerte Alternative Reality Games. Oder WordPress-Blogger können damit ein Offline-Filesharing-Netzwerk aufbauen. Und whatnot. Ganz großartige Idee, fantastisches Plugin, ich bin schwer begeistert! Hier ein Erklärbärvideo auf Youtube, die Pressemitteilung gibt’s hier, eine ausführliche Dokumentation und Download des Plugins und des Projekts gibt’s auf Github.
You can place stickers in your town and assign URLS to all of them or indivual tags separately. Those URLs lead to (mobile) webpages from which you can distribute every digital content you can think of. You could distribute ebooks or songs, you could promote artists with pieces of their work, you could surprise people with a daily YouTube video or a cool song from Soundcloud, you could introduce developers and their apps with links to their places in different app stores. The content of those mobile webpages can vary over time or with the location without the need to walk there and change the sticker. It can also stays the same over time and on every location – for the later you just won’t need this plugin.
We took care that – if possible – every software we used was licensed under open source in order to lower the barriers for possible imitators who want to do a project like this in their region. We use the free content management system WordPress and developed a plugin. This plugin and a how-to-manual will be made available at the beginning of November 2012.
A rather complex URL management allows us to locate individual downloads, enabling some kind of “art analytics”. We do not want to track individual users but we have an interest to know where in Klagenfurt the works of our artists are being loaded. Blobs on a map symbolize each download.
Scientists are not allowed to call Hobbits „Hobbits“
Die Verwalter der Rechte der Familie Tolkien ist nicht zimperlich mit Copyright und Kram. Diesmal wollen sie es ein paar Archeologen untersagen, dass sie eine indonesischen Zwergmenschenart „Hobbits“ nennen, deren Skelette man 2003 gefunden hatte. Das lustige daran ist: Das Wort Hobbit hat eine lange Tradition in Mythen und Sagen und ist mindestens seit dem frühen 19. Jahrhundert in Gebrauch und wird schriftlich zum ersten mal in einem Buch aus dem Jahr 1859 erwähnt, Tolkien hatte sich das ein paar Jahrzehnte später einfach abgegriffen. Was das Ganze zu einem weiteren Beispiel macht für Rechteverwertergeier, die „virale“ Kultur „klauen“ und dann mit zweifelhaften Urheberrechten vermarkten, ganz abgesehen davon, dass die Benutzung des Wortes für wissenschaftliche Zwecke ohnehin unter eine Fair Use-Regelung fallen würde… wenn es in Neuseeland eine solche gäbe.
Und ja, das ist auch ein bisschen so, wie wenn ein Chinese eines morgens im Iron Man-Anzug auf die Arbeit geht, sich dabei hundertmal fotografieren lässt, die Bilder im Internet viralsteil gehen, daraus eine Nachrichtenmeldung wird und vier Jahre später verschicken Exceltabellenauskenner Abmahnungen für Leute, die damals an der Viral-Geschichte beteiligt waren.
when [Dr Brent Alloway] approached the Saul Zaentz Company/Middle-earth Enterprises, which owns certain rights in The Hobbit, he was told by their lawyer that “it is not possible for our client to allow generic use of the trade mark HOBBIT.”
“I am very disappointed that we’re forbidden … to use the word ‘Hobbit’ in the title of our proposed free public event … especially since the word ‘Hobbit’ is apparently listed in the Oxford English Dictionary (and hence apparently part of our English-speaking vocabulary), the word ‘Hobbit’ (in the Tolkien context) is frequently used with apparent impunity in the written press and reference to ‘Hobbit’ in the fossil context is frequently referred to in the scientific literature (and is even mentioned in Wikipedia on Homo floresiensis). I realise I’m in unfamiliar word proprietry territory (as an earth scientist) … so I’ve gone for the easiest option and simply changed our event title.” said Alloway.
The event is now called “A newly discovered species of Little People – unravelling the legend behind Homo floresiensis”.
spOnline über Cosplay-Abmahnungen und meine Replik auf die hgm-press Michel OHG
spOnline schreibt über die jüngsten Entwicklungen der Abmahnungen durch die hgm-press Michel OHG und bezieht sich im Artikel auf mein Posting plus Statement der Bildagentur dazu: „Michel weist das zurück, spricht von ‘Diffamierungen und verzerrten Darstellungen’: ‘Fakt ist, dass HGM Press in zeitlichem Vorlauf über die Rechte verfügt und nicht – wie in Blogs dargestellt – sich extra für Abmahnungen um die Rechte bemüht.’“ Weiter unten begründet die Agentur, warum sie keine kostenfreien Löschungsforderungen verschickt: „wir am Ende auf unseren Kosten und entstandenen Schäden sitzen geblieben und haben für die Verwendung keinen Cent gesehen“.
Da mir keine Möglichkeit gegeben wurde, darauf zu entgegenen, hier meine Replik: Fakt ist, dass die Michel OHG auf einer Tonne eigentlich monetär wertlosen Datenmülls sitzt. Wer kauft im Jahr 2012 die Rechte am Bild eines chinesischen Cosplays aus dem Jahr 2009? Keiner. Die Meldung ist tot, das Bild ebenso. Es handelt sich hier nicht um Fotokunst, sondern um einen Schnappschuss. Aber mit der deutschen Gesetzgebung und dem Procedere der Abmahnung lässt sich dieser Restbestand wunderbar kapitalisieren und aus unternehmerischer Sicht wären die sogar ziemlich bekloppt, hier juristisch ihre Forderungen nicht durchzusetzen.
Für die Weigerung, kostenfreie Löschungen zu fordern, habe ich nicht das geringste Verständnis. Es gibt genau keinen Grund, eine gerne auch scharf formulierte Mail mit knapper Fristsetzung nicht zu verschicken. „Sie haben 24 Stunden Zeit, das Bild vom Server zu löschen, ansonsten ist Schicht im Schacht und die Abmahnung folgt.“ Die Blogger, die ich kenne und die von dieser Serienabmahnung betroffen sind, leben online und kämen dem ohne zu zögern nach. Die Kosten beliefen sich auf die Herstellung einer Form-Mail (Zeitaufwand circa 5 Minuten), die dann durch die Praktikantin verschickt wird. Dazu eine Prüfung des Bilds am nächsten Tag. Das sind allenfalls Marginalien. Zusammen mit obiger Tatsache ergibt sich da allerdings ein eindeutiges Bild.
Weiterhin behauptet die Agentur, „in zeitlichem Vorlauf über die Rechte“ zu verfügen. Das kann im Einzelfall zutreffen, aber ich wette darauf, dass Blogs die Michel OHG zeitlich um mindestens Tage, wahrscheinlich aber Wochen, wenn nicht gar Monate, schlagen. Wenn eine Meldung aufpoppt, sind Blogger bzw. das soziale Netz heute nach wie vor schneller, als klassische Medien oder gar Bildagenturen, womit sich eben doch die Tatsache ergibt, dass Blogs eine Meldung groß machen und später dafür abgemahnt werden. Juristische Rechtmäßigkeit hin oder her: Das ist völlig und vollständig absurd!
Die OHG Michel mag im Einzelfall im Recht sein, Fakt ist dennoch, dass hier (mal wieder) die Realität des Internets mit den Mechanismen traditioneller Medien und ihrer Strukturen kollidiert. Die Abgemahnten sind hier – etwas zynisch formuliert – Kollateralschaden in den Copyright-Wars und am Ende wird der Staat neue gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen müssen, die der neuen Mediennutzung im Netz eine legale Grundlage schafft.
Deshalb muss schleunigst eine Fair Use-Regelung in Deutschland – besser noch als EU-Initiative! – geschaffen werden, die unter anderem genau solche Fälle von der rigiden Interpretation des Urheberrechts durch Unternehmen wie die hgm-press Michel OHG ausnimmt. Die Alternative ist die Kriminalisierung einer ganzen Generation.
Vorher auf Nerdcore:
Abmahnung für Cosplay-Bilder von Iron Mans MKI-Suit angeblich rechtens
Abmahnung für Cosplay-Bilder von Iron Mans MKI-Suit
Lego-Abmahnungen Update
Blog-Abmahnungen für Lego-„Kunst“
Lego-Artist is „not represented by this law firm“, „not represented by this photo agency“ (UPDATE)
What to do about the Pics: Strategien gegen die Abmahnwelle
Abmahnung für Cosplay-Bilder von Iron Mans MKI-Suit angeblich rechtens
Der Anwalt von Marco hat bestätigt, dass Abmahnungen von Bildern des chinesischen Iron Man-Cosplays anscheinend rechtens sind. Auf seiner Seite hat er einen Spendenbutton eingerichtet, ich hab’ grade ein bisschen Unterstützung hingeschickt, and you should too.
Ich habe neulich bereits alle Bilder aus den Jahren 2006 bis 2012 von meinem Server gelöscht und prüfe die grade mehr oder weniger nach Bauchgefühl. Grob: Celebrity-Bilder und Fotokunst fliegt raus (aber nicht komplett, auch hier sortiere ich nach Instinkt), Virals die mainstreamfähig sind auch. Sicher ist das nicht, aber es ist immerhin ein Versuch.
In Deutschland ist es so, dass man vor vier Jahren dabei hilft, eine Meldung großzumachen und dann wird man vier Jahre später von einer Bildagentur abgemahnt, weil sie die Rechte an dem – als Meldung mittlerweile toten – Bild gekauft hat, mutmaßlich um gezielt Blogs abzumahnen. Ich erinnere nochmal an die Aussage der Anwälte gegenüber spOn: „Exklusivität der Nachrichten gegenüber ihren Kunden“ gewahrt werden soll.
Die hgm-press Michel OHG und ihre Anwälte sind Copyright-Trolle wie sie im Buch stehen und ob ein solches Vorgehen tatsächlich nicht anfechtbar ist, wage ich nach wie vor zu bezweifeln. Assholes.
Vorher auf Nerdcore:
Abmahnung für Cosplay-Bilder von Iron Mans MKI-Suit
Lego-Abmahnungen Update
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What to do about the Pics: Strategien gegen die Abmahnwelle
Pirates buy more Everything
Ein paar Tage nachdem eine Studie ergab, dass Piraten rund 30% mehr Musik kaufen, als Nicht-Piraten, kommen jetzt ein paar Holländer mit einer Untersuchung um die Ecke, die zeigt, dass Piraten nicht nur mehr Musik kaufen, sondern auch mehr Filme, Bücher und Games. Und zwar digital wie auch physisch. Immer noch keine Überraschung: Piraten sind die besseren Kunden.
file-sharers who “pirate” movies or TV-shows are three times more likely to pay for downloads and streams of films and TV-series. Music sharers on their turn are four times more likely to pay for music downloads and streams. Putting it differently, the same data concludes that two-third of all music file-sharers does not for music downloads or streams.
Interestingly, similar effects are found for physical media, but the differences are smaller here. The conclusion is nonetheless that file-sharers are also more likely to buy physical books, CDs and DVDs and games. The difference is most pronounced for games with 65% vs. 14%.
File-Sharers More Likely to Pay for Movies, Books, Games and Concerts
Vorher auf Nerdcore:
Pirates buy 30% more Music!
Kimble reveals MegaWhateverthing
Eine der tragischsten Internet-Storys der letzten Monate dürfte ja die Geschichte von der Zerschlagung von Kimbles MegaUpload gewesen sein, in deren Folge sich der Schwätzer und Verräter in den USA zum Copyright-Märtyrer aufschwingen konnte. Deshalb bin ich nun auch etwas peinlich berührt, dass die Wired, ein Blatt und Website, die ich durchaus schätze, diesem Deppen gleich zwei lange, ausführliche Storys widmet. Einmal ein Portrait von ihm und ein paar Mitarbeitern: Inside the Mansion—and Mind— of Kim Dotcom, the Most Wanted Man on the Net und eine erste Vorstellung seines neuen Dienstes Mega:
What Mega and Megaupload do have in common is that they are both one-click, subscriber-based cloud platforms that allow customers to upload, store, access, and share large files. Dotcom, and his Mega partner Mathias Ortmann say the difference is that now those files will first be one-click-encrypted right in a client’s browser, using the so-called Advanced Encryption Standard algorithm. The user is then provided with a second unique key for that file’s decryption.
It will be up to users, and third-party app developers, to control access to any given uploaded file, be it a song, movie, videogame, book, or simple text document. Internet libertarians will surely embrace this new capability.
And because the decryption key is not stored with Mega, the company would have no means to view the uploaded file on its server. It would, Ortmann explains, be impossible for Mega to know, or be responsible for, its users’ uploaded content — a state of affairs engineered to create an ironclad “safe harbor” from liability for Mega, and added piece of mind for the user.
“If servers are lost, if the government comes into a data center and rapes it, if someone hacks the server or steals it, it would give him nothing,” Dotcom explains. “Whatever is uploaded to the site, it is going to be remain closed and private without the key.”
Petition zur Aufhebung der GEMA-Vermutung:
Ich hab schon vor ein paar Tagen diese Petition zur Aufhebung der GEMA-Vermutung mitgezeichnet, da fehlen insgesamt noch 1200 Mitzeichner, das sollte doch wohl zu knacken sein: „Der Deutsche Bundestag möge beschließen, die sogenannte GEMA-Vermutung (§13c UrhWahrnG) aufzuheben und somit die Umkehr der Beweislast als unzulässig zu erklären.“
Abmahnung für Cosplay-Bilder von Iron Mans MKI-Suit
Die Agentur hgm-press Michel OHG lässt weiterhin reihenweise Blogger abmahnen, heute hat es Marco wegen dieser Iron Man-Cosplay-Bilder aus China getroffen, neulich hatte ein ebenfalls bekannter Blogger einen Wisch wegen dieser Highspeed-Fotos bekommen. Alles von derselben Agentur, aus derselben Kanzelei.
Der Anwalt der hgm-press Michel OHG betont gegenüber spOnline, das Interesse der Agentur bestünde darin, die „Exklusivität der Nachrichten gegenüber ihren Kunden“ zu wahren. „Exklusivität der Nachrichten“! Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Eine Agentur kauft großflächig Bildrechte anscheinend neu ein, zu Storys die bereits seit Jahren durchs Netz gehen, allesamt sehr bekannte Viralhits und beinahe allgemein bekannt sind, nur um dann Blogger abzumahnen, die eben diese Storys bekannt machten und zu eben jener Viralität verhalfen. Weil die Exklusivität gewahrt werden soll! Eine viel hinterfotzigere und verlogenere Argumentation als die der Anwälte der hgm-press Michel OHG fällt mir ehrlich gesagt nicht sein.
Ich weiß, dass der Künstler im Fall der Highspeed-Fotos ebenfalls bestreitet, irgendetwas mit der Agentur zu tun zu haben und da diese Leute bereits mit ihrer Lego-Geschichte übelst auf’s Maul gefallen sind und ihre Abmahnungen sämtlichst zurückziehen mussten, dass auch in diesen Fällen die Kompetenz auf deren Seite wohl eher eingeschränkt vorhanden sein dürfte. Daher muss man wohl bei sämtlichen Abmahnungen aus dem Hause hgm-press Michel OHG davon ausgehen, dass hier Serienabmahnungen ohne Substanz verschickt werden. Ich würde genau das in jedem Fall von einem Anwalt prüfen lassen und gegebenenfalls Klage wegen Betrugs einreichen.
Außerdem: Wir – mehrere bekanntere und unbekanntere Blogger – haben uns zusammengeschlossen und koordinieren im Hintergrund Abwehrmaßnahmen für Bösartigkeiten wie die aus dem Hause der hgm-press Michel OHG. Wir streben politische Lösungen, als auch sehr pragmatische Tools an, die man als Blogger anwenden kann, um solchem Pfeiffen mit ein paar Handgriffen den ausgestreckten Mittelfinger zeigen zu können. Wie gesagt: Ich lasse mir von Arschlöchern und Anwälten garantiert keine Publikationsform zunichte machen und ich lese das „Geschäftsgebaren“ der hgm-press Michel OHG genau so: Als großflächigen Angriff auf Internet- und Sharing-Kultur in Deutschland. This will be fun.
Mehr:
Ronny auf Kraftfuttermischwerk: Warum das Abmahnen von Bildern ein recht leichtes aber gutes Geschäft ist, was mich daran ärgert und welche Fragen sich mir stellen: „Solange es keine gesetzliche Regelung gibt, die dieser aktuellen Abmahnpraxis Einhalt gewährt, bleibt also das tägliche Unbehagen beim Gang zum Briefkasten. Und bis es diese Regelung irgendwann mal geben wird, fliest verdammt viel Wasser die Havel runter. Und eigentlich sollte ein Interesse daran auch die großen Medienhäuser nicht kalt lassen, schließlich sind es diese, die mittlerweile gerne und häufig auf die Inhalte von uns Bloggern verlinken. Weil wir den ganz geilen Shice aus den Untiefen des Netzes ziehen, diese ganze Awesomeness, die ohne uns dort gar nicht stattfinden würde, weil wir einfach in einem gänzlich anderem Kontext funktionieren als diese in ihrem medialen Kosmos.“
We Like That: ABMAHNUNGEN: ES HÖRT EINFACH NICHT AUF: „Es hört einfach nicht auf. Nachdem (zumindest ist es mir so bekannt) die Abmahnungen bzgl. des Bildes von “Nathan Sawaya” alle zurückgezogen wurden, haben mir heute gleich wieder 3 Betroffene geschrieben, die ebenfalls im Namen der hgm-press Michel OHG abgemahnt wurden.“
Vorher auf Nerdcore:
Lego-Abmahnungen Update
Blog-Abmahnungen für Lego-„Kunst“
Lego-Artist is „not represented by this law firm“, „not represented by this photo agency“ (UPDATE)
What to do about the Pics: Strategien gegen die Abmahnwelle
Pirate Bay goes into the Cloud
Pirate Bay haben, nachdem sie letztes Jahr bereits die Torrent-Files gekickt und den Betrieb auf Magnet-Links umgestellt hatten, ihren Betrieb seit gestern komplett virtualisiert und die Website läuft jetzt auf virtuellen Servern in mehreren Ländern.
“Moving to the cloud lets TPB move from country to country, crossing borders seamlessly without downtime. All the servers don’t even have to be hosted with the same provider, or even on the same continent,” The Pirate Bay told TorrentFreak. The Pirate Bay is currently hosted at cloud hosting companies in two countries where they run several Virtual Machine (VM) instances.
“Running on VMs cuts down operation costs and complexity. For example, we never need anyone to do hands-on work like earlier this month when we were down for two days because someone had to fix a broken power distribution unit,” The Pirate Bay says. The setup also makes it possible for the BitTorrent site to take their business elsewhere without too much hassle.
“If one cloud-provider cuts us off, goes offline or goes bankrupt, we can just buy new virtual servers from the next provider. Then we only have to upload the VM-images and reconfigure the load-balancer to get the site up and running again.”
You can place stickers in your town and assign URLS to all of them or indivual tags separately. Those URLs lead to (mobile) webpages from which you can distribute every digital content you can think of. You could distribute ebooks or songs, you could promote artists with pieces of their work, you could surprise people with a daily YouTube video or a cool song from Soundcloud, you could introduce developers and their apps with links to their places in different app stores. The content of those mobile webpages can vary over time or with the location without the need to walk there and change the sticker. It can also stays the same over time and on every location – for the later you just won’t need this plugin.


