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Death Grips’ SXSW-Gig and the Lock Your Doors-Video

Die Death Grips deuteten letzte Woche mit fünf seltsamen Videos irgendetwas an, das sich dann als unangekündigter Gig auf dem SXSW-Festival herausstellte. Den haben sie mit Skibrillen-Cams gefilmt und das Material zu einem neuen Musikvideo für „Lock Your Doors“ zusammengeschnitten. Der Auftritt auf dem SXSW kommt dem, was ich damals in Berlin gesehen habe, ziemlich nahe und dürfte, was man so liest, so ziemlich der Höhepunkte des Festivals gewesen sein, die Clips sind alle wie gewohnt komplett irre.

Nach dem Klick der komplette Gig im Boiler Room vom SXSW, das Musikvideo zu „Lock your Doors“, die Playlist und ein kurzes Video, in dem ein Stagediver dem Filmer in die Kameralinse springt, was die Grips dann auch ziemlich treffend zusammenfasst. Insane!

Gib mir den Rest, Baby…

Death Grips live in Berlin

Und dann hatten die Death Grips in der Nacht zum Freitag Kreuzberg abgefackelt. Dieses Gefühl, das ich beim Livegig der Truppe im Festsaal Kreuzberg hatte, habe ich nicht oft. Jeff Mills mit drei Plattenspieler, die Arctic Monkeys im Club, als sie noch klein waren, oder vielleicht beim Väth, wenn er nach einem 12 Stunden-Set dann langsam richtig anfängt. DFA1978 dürften live ähnlich knallen, die habe ich aber nie gesehen. Dieses Gefühl der Körperlichkeit, wenn der Schweiß von der Decke tropft und nicht viel mehr existiert, als die Crowd und der Beat und das Licht.

Das Konzert der Death Grips fühlte sich ungefähr wie ein wuchtiger Schlag mit einem Vorschlaghammer an, direkt auf den Schädel. Ich hab’ noch nicht viele Hip Hop-Acts live gesehen, aber ich vermute dort eher selten Moshpits und massenhaftes Stagediving. Der Laden hat wortwörtlich gekocht, für eine Stunde lang, dann war der Spuk vorbei und man sah ihn fertige, aber glückliche Gesichter.

Auf der Bühne nur zwei Screens, hinter denen sich Andy Morin mit seinem Laptop versteckte, Zach Hill (Wavves) mit neuer Frisur an spartanischen Drums (die er später über die Bühne treten wird) sitzt auf ‘nem Hocker und natürlich Stefan „MC Ride“ Burnett, der auf der Bühne den Schamanen macht. Mehr nicht, der Rest ist Wut, Kompromisslosigkeit und Mut zur ironiefreien Härte, die bei anderen albern wirken könnte. Aber hier passt das alles, da ergibt sich ein ganz klares Gesamtbild und die paar Zweifel, die ich vorher an der Band hatte (Sind die echt? Meinen die das ernst? Können die das auch live?), fegen sie einfach weg in einem Malstrom aus infernalischem Gewumme from Hell.

Man muss die Death Grips ja mal zusammenfassen: Die kamen im Sommer 2011 aus dem Nichts, lieferten ein völliges Brett von Mixtape ab, heuern bei einem Majorlabel und kündigen ein halbes Jahr später genau zwei Alben an, von denen sie das zweite selbst ins Internet leaken und daraufhin von ihrem Label gekickt werden. All das mit einer Underground-Attitüde, die an das frühe Techno aus Detroit erinnert, hart an der Grenze zur Komik, ohne diese zu überschreiten. Das ist selten.

Vor ein paar Jahren, als die Strokes gehyped wurden, stand in einem Interview mit dem Stone die Frage, ob Legendenbildung im neuen Jahrtausend noch möglich wäre. Nun, die Grips sind grade dabei und ich hab’ gesehen, wie sie 2012 ‘nen kleinen Laden in Kreuzberg auseinander genommen haben. Ich bin sehr gespannt, was da jetzt noch kommen wird.

Bilder oben aus Libertinus’ Flickr-Stream, Noisey hat ein paar nette Zensur-Varianten ihres Penis-Covers und ein Interview mit ‘nem Anwalt zum Leak und hier noch ein Video aus dem Death Grips-Moshpit in Berlin mit scheiß Audio-Quali, die aber eben doch zu diesem Konzert from hell wunderbar passt.

 Youtube Direktdeath

Death Grips live in New York

NPR Direktgrips, via Uli

Ich fahre jetzt gleich los zum ersten Deutschlandgig der Death Grips in Berlin und lass mir von denen das Gehirn wegblasen. Passend dazu oben ihr komplettes Konzert vom 17. Oktober in New York: „Performing mostly in a fitting haze of red, the group creates a visceral experience for artist and audience alike. Watch a complete concert, recorded live on Oct. 17 at (Le) Poisson Rouge in New York City.“

Auch lustig: Auf Facebook haben sie neulich die Mail des Senior Vice Presidents ihres Labels gepostet, der wegen der Leak-Aktion ihres neuen Albums wohl ziemlich angepisst war, hier noch die Antwort ihres Managers.

[update] Wollte grade zur Tür raus und checke nochmal Twitter und sehe das hier: Death Grips Dropped By Epic. Könnte eine interessante Nacht werden.

Epic Records is a music first company that breaks new artists. That is our mission and our mandate. Unfortunately, when marketing and publicity stunts trump the actual music, we must remind ourselves of our core values. To that end, effective immediately, we are working to dissolve our relationship with Death Grips. We wish them well.

WinWinWin: Death Grip live in Berlin, 3×2 Tickets zu gewinnen

In Kooperation mir Melt!Booking verlost Nerdcore 3×2 Tickets für den ersten und bislang einzigen Gig der Death Grips am 1. November im Festsaal Kreuzberg in Berlin. Kennt man die bisherigen Mixtapes und Alben, kann man ahnen, was da auf einen zukommt: Terror-HipHop mit Punk-Einschlag und wer das Blog hier eine Weile liest, kann sich denken, das mich das so richtig freut. Seit ein paar Jahren endlich mal wieder ein Act, der tatsächlich verstört und wenigstens versucht, die Welt auf den Kopf zu stellen.

Um die Tickets zu gewinnen, einfach in den Kommentaren unter Angabe Eurer Mailadresse erklären, warum jeder Track der Death Grips wie ‘ne Kopfnuss ist. Die Comments lasse ich bis Freitag auf, die Gewinner werden danach per Mail benachrichtigt. Nach dem Klick noch ein paar Videos und ihr Ex-Military-Mixtape, das neue Album gibt’s nach wie vor hier.

Gib mir den Rest, Baby…

Death Grips leak new Album NØ LØV∑ D∑∑P W∏B


Die Death Grips machen heute ein bisschen Wind und haben ihr eigentlich am 20. Oktober erscheinendes Album „NØ LØV∑ D∑∑P W∏B“ ins Internet geleakt, Anlass ist wohl Stunk mit ihrem Label Epic/Sony (Tweets von vergangener Nacht: „The label wouldn’t confirm a release date for NO LOVE DEEP WEB “till next year sometime“ @ und „The label will be hearing the album for the first time with you“ @). Das Album wurde jetzt vor ein paar Minuten auf Soundcloud, Bayfiles, als Youtube-Playlist und auf ihrer Seite (ZIP, Download läuft grade extrem langsam) und auf Archive.org online gestellt.

Außerdem hatten sie im Vorfeld zum Release des neuen Albums ein ziemlich abgefahrenes Alternate Reality Game im Tor-Network und auf 4Chan durchgezogen, Details dazu stehen auf Oddfuturetalk. Und: Ihre Website ziert derzeit (wenn sie erreichbar ist) eine Makroaufnahme eines Penis, auf dem sie mit Edding den Titel des Albums geschrieben haben. Die sind wahnsinnig. Toll!

Death Grips – No Love Deep Web (Danke AlexP!)