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Bended Realities – Festival für spielerische Digitalkultur

Ab heute steigt in Offenbach das Bended Realities-Festival von den Machern des „Waggon am Kulturgleis“, an dem mein alter Kollege und Buddy Fred – wir haben damals vor dreitausend Jahren zusammen bei einer Zeitung rumgestaltet – mitgearbeitet hat und wo unter anderem Alan Shapiro und Ossi Urchs Sachen erzählen, obendrauf gibt’s Chiptunes, Circuit-Bending und DIY-Kultur. Heute Mittag kann man sich an der HfG unter anderem die Installation Papercomputers ansehen, über die ich hier vor ein paar Wochen gebloggt hatte. Hier der Flyer zum Festival als PDF, das Online-Programm steht hier.

 Youtube Direktpaper

Bended Realities ist ein Festival, das sich mit den kulturellen, sozialen und politischen Veränderungen unserer Gesellschaft durch eine DIY-geprägte Netzwelt beschäftigt. Circuit Bending, das experimentelle neuverdrahten von Schaltkreisen zur Erzeugung nie gehörter Töne ist dafür ein namensgebender Ausgangspunkt.

BR2013, PLAYING FOR REAL wirft einen Blick auf das sich verwischende Verhältnis von Spiel und Realität. In einer zunehmend virtuell angereicherten Wirklichkeit buhlen gamifizierte Strategien in Wirtschaft und Politik massiv um unsere Teilnahme als potenzielle Mitspieler. Die Weisheit, dass man sich im Leben immer entscheiden muss, welches Spiel man mitspielt, ist vermutlich schon älter als das digitale Zeitalter. Seit den ersten Heimcomputern ist allerdings kaum eine Generation vorstellbar, die besser auf all die spielbaren Extraleben vorbereitet wäre. Wer da mit wem spielt, scheint eine ebenso wichtige Frage zu sein, wie die, woher die Entwicklung kommt und wohin sie führt.

(Kom-)Positionen, Spiele, Projekte, Vorträge & Diskussionen, die das Verhältnis von Spiel und Wirklichkeit in Zeiten der Vollvernetzung reflektieren.

Rock the Block: Streetart-Festival in Berlin

Nächste Woche am 2. und 3. Oktober (Dienstag und Mittwoch) findet das Rock The Block Streetart-Festival rund um das Areal Skalitzer Straße und Oranienstraße am Kottbusser Tor statt, mit am Start sind unter anderem das Graffiti Research Lab (mit ihrem Light Rider und Workshops zu LED- und Mushroom-Throwies), Graffiti-Legende Mode2 mit einer Ausstellung, Aram Bartholl zeigt in die Graffiti Markup Language mit Evan Roth, es gibt Halloween-Wrestling, Various & Gould machen ‘nen Monster-Workshop und und und.

 Vimeo Direktrock, via Just

Jeder der Berlin kennt, kennt ihn. Er wurde besungen, gefilmt, bemalt, bewundert von Millionen. Hunderte Leben und arbeiten in ihm: Der Block zwischen Mariannenstrasse, O-Strasse, Adalbert und Skalitzer ist der lebende Kern von Kreuzberg 36. Ein komplexes und scheues Wesen, eine soziale Skulptur.

Für eine Nacht und einen Nachmittag öffnet sich der Block. Videos an den Wänden, Kunst im 3.Hinterhaus, Graffiti im Copy Shop, Malen am Stinky Corner, Rollerdisco im SO36, Wrestling im Festsaal Kreuzberg; da ist was hinter dem Fischladen und der Bibliothek, im Merkezi und beim 36 Boys Shop. Alles hängt zusammen. Tauch ein und erlebe, dieser ganze Block ist ein Kunstwerk. Und jetzt feiert er sich. Rock the Block.

In Kooperation mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien bieten am Abend des 2. und Nachmittag des 3. Oktober 2012 dutzende Veranstaltungsorte Kunst, Performances,Workshops und Parties. Drinnen und Draussen, im, am und um den Block herum.

Auf der Rückseite des Flyers ist in schöner, weißer Typo auf Pink ein Zitat von Grobi aus der Sesamstraße gedruckt: „Herum, herum, herum, drüber, drunter und durch, so! Und weiter, nochmal! Habt Ihr es kapiert? Darum geht es.“ (Hier der Clip zum Zitat auf YT.) Ich befürchte, das wird man sich zwingend ansehen müssen.

Drugs saved my Life: Charity-Raving versus AIDS

Christian von der Wiener Galerie 4e7-Artforum schreibt mir: “Hi René, wir zeigen grad Fotos vom Life Ball in der aktuellen Ausstellung.”

Der Fotograf Markus Morianz, 1965 in Hall in Tirol geboren, begleitet seit mehr als sieben Jahren den Life Ball mit der Kamera und fängt die Stimmung dieses einzigartigen Events ein. Im Zuge dessen hat er sich intensiv mit der Thematik des Balls auseinandergesetzt, unter anderem auch als Fotograf der Stylebible.

In der Ausstellung „Drugs saved my life“ vermittelt der Künstler das ambivalente Verhältnis zwischen dem Life Ball, auf dem exzessiv gefeiert wird und dem zentralen Anliegen des Balls, Geld für nationale und internationale AIDS-Hilfsprojekte zu sammeln.

Durch eine sehr ehrliche Bildsprache konfrontiert der Künstler die BetrachterInnen mit dem noch immer stigmatisierten Thema HIV. Dennoch ermöglicht die glitzernde Hülle des Life Balls Bewusstsein für den Umgang mit und die Prävention von HIV-Infektionen auf zugängliche Art und Weise zu schaffen.

Umso beeindruckender sind die unerwarteten Parallelen zwischen den schillernden Partybildern und den Fotografien, die in einem Waisenhaus für HIV-Infizierte Kinder in Kambodscha aufgenommen wurden, wo der Ausstellungstitel durch den Life Ball Programm wurde und ist.

Die Schau zeigt wie naheliegend es ist, das Leben zu feiern.

DRUGS SAVED MY LIFE: Ums Leben Feiern – photographs by Markus Morianz

Molly Crabapples Week in Hell

 Vimeo Direktcrabapple, via Coilhouse

Die New Yorker Illustratorin mit dem fantastischen Namen Molly Crabapple wollte sich an ihrem 28sten Geburtstag für ein paar Tage in einem New Yorker Hotel einsperren, die Wände mit Papier bedecken und alles vollmalen. Das wollte sie sich per Kickstarter finanzieren und brauchte dafür grob 4500$. Dann kamen 25.000 zusammen. Also hat sie daraus einen Art-Event gemacht mit Parties, Dinners und Absinth.

Oben eine Minidoku dazu, hier das Hotelzimmer als 360°-Panorama, hier ein paar Fotos.

Next Level II Conference in Köln

Stephan schreibt mir: „Morgen und übermorgen findet in den AbenteuerHallenKALK in Köln die Next Level Konferenz statt, es geht um Games, Kunst, Ästhetik & Sound, Kulturelle Bildung und Kreativwirtschaft.“

Next Level II präsentiert ein üppiges Programm mit Vorträgen, Panels und praktischen Workshops mit international renommierten Experten und KünstlerInnen. Dazu zeigt eine große begleitende Ausstellung die gesamte Bandbreite der experimentellen Verspieltheit und expressiven Kraft der Games. Außerdem beleuchtet eine Partnerschaft mit SoundTrack_Cologne das Thema Ästhetik & Sound mit hochkarätigen Vorträgen und prominenten Gästen.

Und es gibt noch einen Bonuslevel: Next Level II ist offizielle Spielstätte und Station der Langen Nacht der Kölner Museen. Zu dieser Gelegenheit gibt es ein spezielles Programm, das ganz auf die späten Stunden zugeschnitten ist.

Highlights sind u.a.: Eine Filmvorführung der seltenen Doku »8 BIT« mit Mary Flanagan (spricht eine Keynote auf Next Level II) und vielen anderen Protagonisten der Game Art. In Zusammenarbeit mit der Initiative Creative Gaming bringt Next Level II die großartige Spielperformance »Roland muss auf Klo« auf die Bühne, die gemeinsam mit Gästen der play 11 in Potsdam live gespielt wird. Die Demoszene präsentiert die besten Produktionen für C64, Amiga, Atari und PC. Die Medienkünstler vom Paidia Institute enthüllen die Kunstwerke, die sie in dem eigens für die Next Level II eingerichteten Labor entwickelt und ersonnen haben. Später am Abend erklingen Chiptunes – Der Game Boy Musiker irq7 und die bekannte Berliner Szenegröße DJ Storno machen ordentlich Krach.