szmtag

GEMA trollt öffentliche Kunst-Installation

Neuester Eintrag in der langen liste der GEMA-Charmeoffensiven: Diesmal trollen sie eine öffentliche Kunst-Installation, während der Luke Jerram 14 von Kids bemalte Klaviere in München aufstellte, auf denen sich die Leute ordentlich austoben konnten und spielen sollten, was ihnen grade in den Sinn kam. Damit war die GEMA natürlich nicht einverstanden und verlangte eine Pauschale pro Klavier und Tag, womit die Kosten des Projekts auf rund 5000 Euro explodierten und so nicht mehr tragfähig gewesen wäre. Aus Kulanz lies sich die GEMA dann auf circa die Hälfte runterhandeln.

An diesem Beispiel zeigt sich sehr deutlich, warum der Begriff des Kulturterroristen für die GEMA indeed zutreffend ist. Dass auf den öffentlich aufgestellten Klavieren in circa 90% aller Fälle einfachste Harmonien durchgeklimpert werden, kommt der GEMA nicht in den Sinn. Es lässt sich freilich nicht ausschließen, dass sich da auch mal ein Könner an die Tasten setzt und einen Song der Beatles zum besten gibt, aber die GEMA lässt bereits Musikaufführungen von Straßenmusikanten gebührenfrei, warum man also hier ein Kunstprojekt für die Öffentlichkeit, das Menschen Kultur mal wirklich näherbringen könnte, attackiert, ist mir schleierhaft. Wieder mal ein Beweiss für das unbestrittene Talent der GEMA, grundsätzlich mit Wonne in den größten Scheißhaufen zu latschen, der grade verfügbar ist.

Hier noch die obligatorischen Dingsbumse: Die GEMA muss dringen reformiert, am besten aber zerschlagen und neu organisiert werden. Dieser Verein, dessen einziges Ziel offenbar darin besteht, Volksmusikern und den Bohlens ihr unverschämtes Auskommen mit kulturellen Negativleistungen zu sichern, ist seit 30 Jahren ein Anachronismus und seine systemimmanenten Mechanismen verhindern seit Jahren kulturellen Austausch und Fortschritt. GEMA – Because Fuck you, that’s why.

Die GEMA und das Augenmaß – Zur freien Benutzung aufgestellte Klaviere und ein Generalverdacht (via Ronnys Maputtkutterwischferk)

GEMA fördert Vinyl-DJs

Die GEMA hat in einem unerhört ungewöhnlich kulturförderlichen Move Oldschool-DJs den Rücken gestärkt und fördert den Einsatz von Vinyl für Plattenaufleger. Dieser kulturgeschichtsbewusste und dennoch in die Zukunft gerichtete Einsatz der GEMA erstaunt umso mehr, wenn man weiß, wie sehr sich dieser Verein aus Schunkelmusikern und Schlagerfuzzis normalerweise für die Verhinderung von Kultur einsetzt. Aber diesmal schmeißen sie alles in die Waagschale und stellen sich vorbehaltslos auf die Seite des klassischen DJs.

Die Leute von der GEMA haben nämlich, ausgefuchst und schlau wie sie sind, die Abgaben auf die öffentliche Aufführung von digitalen Dateien so weit verkompliziert, dass ein Abspielen von Musik über digitale DJ-Systeme wie Traktor unmöglich wird. Es gibt Gebühren auf Kopien, auf Kopien von Kopien und natürlich auch auf Backups. Im übrigen will sich die GEMA per Vertrag Kontrollrechte einräumen lassen, die ihr datenforensische Kontrolle über die Laptops von digital auflegenden DJs einräumt. Auf sowas muss man ja erstmal kommen. Und weil die GEMA genau weiß, dass ihre kulturellen Stasi-Methoden kein Schwein mitmacht, hat sie damit dem digitalen Deejaying in Deutschland ein hübsches Grab aus Bürokratie geschaufelt. Well done!

Vorbei mit Bedroom-DJs, die mit Traktor die Clubs in Wolle-Öffzel bespielen und keinen Schimmer haben, was sie tun sollen, wenn die Tracks dank schlechtem Grid auseinanderlaufen. Vinyl-DJs haben das Handwerk immerhin noch gelernt, wo kämen wir denn da hin, wenn einfach jeder dahergelaufene Depp Musik spielen dürfte und das auch noch öffentlich und womöglich sogar laut und mit Wums. Diesem Amateurtreiben hat die GEMA nun im Alleingang einen Riegel vorgeschoben. Dafür möchte ich mich bedanken, schön, dass da jemand für Ordnung sorgt. Was wären wir ohne unsere bürokratischen Einrichtungen doch nur für ein unordentlicher, bunter, lauter, wirrer Haufen.

Space Night goes Creative Commons

Ganz, ganz großartiger Erfolg: Der Bayerische Rundfunk wird die SpaceNight fortsetzen (nachdem man sie zunächst wegen erhöhter GEMA-Tarife absetzen wollte) und setzt dabei auf freie Musik unter CC-Lizenz. Das ist zunächst mal ein sehr schöner Sieg für die SpaceNight, gleichzeitig ein tolles Zeichen für Creative Commons-Lizenzen und obendrauf noch ein Schlag ins Gesicht der GEMA, die CC-Lizenzen prinzipiell ablehnt. Großartig! Danke an alle, die sich engagiert, gebloggt und geshared haben, insbesondere an die SpacenightCC-Facebookgruppe.

Der Bayerische Rundfunk (BR) hat sich dazu entschlossen, die bei den Fans sehr beliebte Kultsendung Space Night komplett mit unter Creative Commons-lizenzierter Musik (CC-Musik) zu produzieren. Damit ist über vier Wochen nach dem verkündeten Ende der Sendereihe nicht nur das Format gerettet, sondern auch ein von der Fangemeinde gewünschter Weg mit freien Inhalten gewählt worden. […]

In einem ersten Schritt werden jetzt einzelne ältere Folgen mit CC-Musik neu vertont. Ab Herbst könnten dann bereits neue Folgen von Anfang an mit CC-Musik produziert werden. Dafür bemüht der BR sich auch um Bilder aus dem Weltraum in HD-Qualität. In weiteren Schritten soll besonders auch die große Fan- und Aktivist_innengemeinde von der Space Night und CC-Musik kreativ in den Produktionsprozess eingebunden werden. Einzelheiten sind aber erst noch in der Planung.

Isarmatrose: Endlich frei – Der BR setzt bei der Space Night auf CC-Musik
Metawelle: Spacenight goes CC – Creative Commons Musik im Bayerischen Rundfunk (via Netzpolitik, Bild: Planets over the nebulae in space via Shutterstock)

Making Fun of Geofucking: GEMA is not amused

Der Stern hatte im Zuge der GEMA-Klage gegen Youtube eine harmlose, satirische Bilder-Serie mit gephotoshopten Sperrtafeln veröffentlicht. Jetzt hat die GEMA auf ihrer FB-Seite einen komplett humorbefreiten offenen Brief gepostet, der ziemlich genau ausmisst, wie tief der Stock im Arsch der Volksmusikvertreter-die-auch-Pop-spielen-wollen tatsächlich steckt.

Von Laut.de:

Die Reaktion der GEMA ließ nicht lange auf sich warten. In einem offenen Brief an die Verantwortlichen des “Stern” zeigt man sich verärgert: “Wir sind fassungslos, dass Sie als renommiertes Medium derart ehrverletzend und einseitig parteiisch gegen uns berichten. Wir Musikurheber sind es leid, dass wir durch derartige Meinungsmache als Feindbild aufgebaut werden.”

Die Tätigkeit als Urheber bilde deren materielle Lebensgrundlage. Mit dieser Kreativleistung trage man auch zum Erfolg des “hoch profitgierigen” Google-Konzerns bei, der vergangenes Jahr 50 Mrd. US-Dollar umgesetzt habe. An den Gewinnen würde man aber nicht beteiligt. Deshalb verstehe die GEMA nicht, warum sich der “Stern” mit den Fotomontagen auf die Seite des Multinationalen Unternehmens schlage.

Die GEMA ist „entsetzt“ und „als Musikschaffende“ sind sie „es leid, dass wir durch derartige Meinungsmache als Feindbild aufgebaut werden.“ Kein Wort von der mehr als überkommenen GEMA-Vermutung, kein Wort über die kulturfeindliche Gebührreform, kein Wort über wiederholte Verhandlungsabbrüche, kein Wort von jahrelangem Kulturterrorismus zu Lasten von Musikern und Fans. Ich habe daher dem Logo der GEMA oben ein längst fälliges Update verpasst. GEMA als YT-Troll, finde ich äußerst passend. („Because fuck you that’s why“ nach einer Idee von Tim Cushing.)

GEMA vs Youtube: The geofucked Top 1000


Supported by MyVideo. Made by OpenDataCity. This App is under CC-BY 3.0.

Schöne App von OpenDataCity, die alle geogefickten Videos der 1000 beliebtesten YT-Clips visualisiert haben. Fast noch spannender finde ich ja die Geoficker-Charts, die sich daraus ergeben, und in denen liegt Deutschland mit sowas von Abstand auf Platz ein, gefolgt von Süd-Sudan und dem beknackten Vatikan. Sauber hingekriegt von den Kulturterroristen der GEMA und YT.

Ein großer Teil der YouTube-Videos sind nicht überall zu sehen. Fast 19% der weltweiten Top 1000-Videos sind in einem oder mehreren Ländern außerhalb Deutschlands gesperrt. In Deutschland jedoch sind über 60% der 1000 beliebtesten Videos nicht verfügbar, weil YouTube davon ausgeht, dass die Musikrechte „möglicherweise“ bei der Musikverwertungsgesellschaft GEMA liegen. […]

Schaut man sich die weltweit Top 1000 bei YouTube an – Videos mit 42 Mio. Aufrufen oder mehr – sind davon hierzulande über 60 Prozent wegen eines möglichen Rechtsanspruch der GEMA im Vorhineinein seitens YouTube gesperrt. Damit liegt Deutschland mit weitem Abstand vor Südsudan (15 Prozent) und auf dem dritten Rang Vatikanstadt mit 5 Prozent.

Über unsere App: GEMA versus YouTubes Top 1000 (via Netzpolitik)

GEMA vs Kimble FTW!

Ich hab’ Kimbles Megalaunch hier ja weitgehend ignoriert, ich brauch’ diesen Deppen und seinen Budenzauber hier nicht wirklich, aber wenn sich Kimble mit der GEMA anlegt, gewinnen alle. Den Artikel auf Torrentfreak kann man weitgehend ignorieren, die Meldung kann man in drei Sätze zusammenfassen:

“Incredible: The GEMA in Germany took down our #Mega launch press conference video from Youtube for copyright claims,” Dotcom announced this morning. […] “Dear GEMA, all songs in the #Mega press conference are my content. And the artist who performed LIVE gave us permission. WTF?” he said. […] “I filed a counter-claim with Youtube and the video is back online. GEMA can expect mail from our legal team. Copyright madness,” Dotcom concludes.

Mega Launch Video Removed From YouTube By Music Rights Outfit

GEMA killed Space Night

 Youtube Direktspace

So ab dem letzten Drittel meiner Feier-Glanzzeiten (circa 94 bis 98) gab’s nach einer durchgeschwitzten Nacht nichts besseres, als nach Hause zu kommen und verpeilt die Space Night auf BR3 zu schauen. Dürfte wahrscheinlich so ziemlich jedem so ergangen sein, mit Techno oder ohne und Harald Lesch verdankt seine Wissenschaftler-Popularität nicht zu einem geringen Teil zunächst einmal der Space Night.

Aber damit ist jetzt Schluß: Die GEMA hat die Space Night getötet. Ich betone es explizit nochmal an dieser Stelle: Die GEMA ist ein Kulturterrorist und hat nun auch noch eine Ikone des Nachtprogramms mit fast 20jähriger Geschichte auf dem Gewissen. Natürlich könnte der BR auf CC-Lizenzen umsteigen (wo die GEMA ja auch manchmal unter rechtlich mindestens anzuzweifelnden Bedingungen zulangt) und eine Vorher-Nachher-Kostenaufstellung würde mich auch interessieren, aber so steht es jetzt erstmal da: Die GEMA hat die Space Night getötet. Ihr Schweine!

…vielen Dank für Ihre Anfrage an das Bayerische Fernsehen!

Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir die Sendereihe “Space Night” nicht mehr im Programm von BR-Alpha führen. Grund hierfür ist, dass die GEMA eine Gebührenreform durchgeführt hat, sodass die Produktionskosten für “Space Night” für den Bayerischen Rundfunk erhöht wurden.

Daraufhin hat sich unsere Programmplanung entschieden, die Produktion der Sendereihe nicht mehr fortzusetzen.

Der BR stellt “Space Night” wegen GEMA ein

[update] Daniel will dem BR lizenzfreie Musik schenken, damit die Space Night weiterhin ausgestrahlt werden kann.

[update] Der BR arbeitet laut Metronaut an einem neuen Konzept für die Sendung, ob man dabei auch CC-Lizenzen in Betracht zieht, haben sie leider nicht beantwortet:

Das Bayerische Fernsehen arbeitet an einem neuen Konzept für die “Space Night”. […]

Hintergrund sind die laufenden Verhandlungen zur Neugestaltung der GEMA-Beiträge mit der ARD. Fest steht, dass sich bei einer Fortführung der musikuntermalten “Space Night” die Kosten für die Ausstrahlung nach jetzigem Stand deutlich erhöhen würden. Jährlich ist von einem niedrigen siebenstelligen Betrag nur für die Musikrechte auszugehen. Diese Mehrkosten wären zu Lasten anderer Programmformate gegangen.

GEMA mahnt Youtube ab

Die GEMA hat gestern mal wieder die Verhandlungen mit YT abgebrochen und praktisch zeitgleich eine Abmahnung wegen der Sperrtafeln ausgesprochen, sowie die Schiedsstelle beim Patentamt angerufen, die nun klären sollen, on die Forderung der GEMA von 0,375 Cent pro Stream angemessen ist und ob Schadensersatz wegen unlizensierter Nutzung angebracht sei. Ich halte das Wort „Kulturterroristen“ nach wie vor für eine völlig passende und angemessene Bezeichnung für beide Seiten.

heise: GEMA erklärt Verhandlungen mit Youtube für gescheitert, Golem: GEMA-ABMAHNUNG: “Youtube soll Einblendung von Sperrtafeln abstellen”

Petition zur Aufhebung der GEMA-Vermutung:

Ich hab schon vor ein paar Tagen diese Petition zur Aufhebung der GEMA-Vermutung mitgezeichnet, da fehlen insgesamt noch 1200 Mitzeichner, das sollte doch wohl zu knacken sein: „Der Deutsche Bundestag möge beschließen, die sogenannte GEMA-Vermutung (§13c UrhWahrnG) aufzuheben und somit die Umkehr der Beweislast als unzulässig zu erklären.“

GEMA will erneut Geld für CC-Musik

Die Musikpiraten haben erneut Ärger mit der GEMA, die erneut Lizenzgebühren für CC-Musik verlangt. Ich bin gespannt, ob und wann der Politik aufgeht, dass der Verein in dieser Form nicht weiter tragbar ist und den Stecker zieht.

Der […] vermutlich bekanntesten »Problemfall« ist der Berliner Rapper Tapete, der erst vor wenigen Wochen in der taz ausführlich erklärte, warum er kein GEMA-Mitglied ist. Tapete ließ seinen Künstlernamen vor mehreren Jahren amtlich in seinem Personalausweis eintragen und benutzt ihn seitdem überall – von der Bahncard bis hin zur EC-Karte, auf jedem Dokument ist nur noch »Tapete« zu finden. Dennoch kein Grund für die GEMA, nicht pauschal Geld für den Song »Von Freiheit nicht genug« zu verlangen.

Tapete ist davon natürlich wenig begeistert. Ausgerechnet der GEMA soll er seinen bürgerlichen Namen verraten? Er stellt sich quer: »Die GEMA wird meine Adresse und meinen bürgerlichen Namen nur mit klassischer Detektivarbeit herausfinden können. Ich bin kein Mitglied und profitiere nicht von den vielfach beschworenen Vorteilen dieses Vereins, und trotzdem soll ich immer wieder meine kostbare Zeit dafür aufwenden, dies zu beweisen?«

Mit der GEMA will Tapete nichts zu tun haben. Aus diesem Grund ist er schließlich dort nicht Mitglied geworden. Er möchte nicht ständig Rechenschaft für sein künstlerisches Handeln ablegen müssen. Seine Forderung ist, dass die GEMA sich vor allen GEMA-freien Musikschaffenden rechtfertigt, die ständig irgendwelche GEMA-Listen ausfüllen müssen, damit Veranstalter oder Samplerproduzenten keinen »auf den Deckel bekommen«.

GEMA beansprucht erneut Lizenzgebühren für Creative-Commons-Musik (via Ronny)

Vorher auf Nerdcore:
GEMA verklagt Musikpiraten wegen CC-lizensierter CD
Musikpiraten unterliegen der GEMA wegen CC-Klage

Bundesweiter GEMA-Aktionstag

Morgen finden in ganz Deutschland Proteste gegen die Tarifreform der GEMA statt, alle Infos zu den Demos findet man auf Kultur Retten und Gemeinsam gegen Gemainheiten, hier die Facebookseite. Die GEMA scheint das ganze diesmal nicht, wie so oft, einfach aussitzen zu wollen, sondern verschickt im Vorfeld Mails an ihre Mitglieder ( und will die Kommunikation monitoren und „sachlich steuern“.

Aus der Mail:

Wie agieren wir?
Ein rechtliches Vorgehen der GEMA dagegen ist – auch wenn von den Organisatoren vielfach mit falschen und polemischen Behauptungen gearbeitet wird – aufgrund des grundgesetzlich gewährleisteten Versammlungsrechts nicht möglich.

Unser Ziel ist es, die Diskussion zu versachlichen.
Wir bereiten uns kommunikativ sowie medial darauf vor – im Vorfeld über Interviews, Statements und lancierte Medienberichte und ein Schreiben an die Diskotheken- und Clubbetreiber. Am Tag selbst laden wir die Presse in alle Bezirksdirektionen und Generaldirektionen zu einem Gespräch ein. Die Dynamik in den Social-Media-Kanälen verfolgen wir mit einem erweiterten Backup-Team, das hier schnell und schlagkräftig posts und tweets kommentiert und die Diskussion rund um die Demo sachlich steuert.

Wie sachlich die Steuerung aussieht, kann man sich bereits hier in einer kleinen Diskussion auf Facebook zwischen einem der Mailempfänger und dem GEMA-Propagandakanal GEMAdialog ansehen.

Ist das Ihr Ernst? Ein Infoschreiben an mich als Mitglied, das nur “Wir haben recht” behauptet, die Versammlungsfreiheit bedauert, die potenziellen Verhandlungspartner – darunter Kunden und Urheber – als “Gegenseite” denunziert und ihnen Polemik und falsche Rechenbeispiele unterstellt, ohne auch nur ein direktes Argument dagegen zu liefern? Das Argument der Clubs, dass die GEMA unterstellt, sie wären immer voll ausgelastet, bleibt ebenso unbeantwortet wie die Behauptung, dass zur Berechnung der Grundfläche auch nachweislich unbespielbare Flächen herangezogen werden. Die immer lauter werdende Kritik am GEMA-Vorbehalt bleibt ebenso unberücksichtigt. Da Sie mir ja Argumentationshilfe leisten wollen: Heißt das, dass wir Urheber hier schlicht keine Argumente haben? Oder wollen Sie mich und andere Mitglieder einfach darauf einschwören, eine ernsthafte Auseinandersetzung zu verhindern und den Gegner zu diskreditieren?

[Antwort der GEMA] Hallo Sn Cn, uns liegt es fern, irgendjemanden zu denunzieren. Ich kann auch nicht erschließen, wie Sie darauf kommen. Es handelt sich um ein gewöhnliches Infoschreiben mit Fakten zur Tarifreform. […] Wie [sic!] werden weiterhin sachlich argumentieren. Es bleibt natürlich Ihnen überlassen, ob Sie unserer Argumentation folgen oder nicht.

Kurz: Die Versachlichung der Diskussion durch die GEMA besteht vor allem… aus der Versachlichung als Selbstzweck und der roboterhaften Wiederholung derselben, bereits tausendmal entkräfteten Argumente. Beispiel etwa der immer wieder angeführte „marginale Anteil der GEMA-Beteiligung“, die auf der hahnebüchenen Annahme einer steten Vollauslastung der Clubs beruht. Die de:bug zerpflückt hier ein paar der GEMA-Behauptungen.

Wenn diese Arroganz und Ignoranz die „Versachlichung der Diskussion“ darstellen soll, dann habe ich kein wirkliches Interesse an einem Dialog und halte lautstarken Protest und auch Wiederstand als das einzig probate und angemessene Mittel für diesen Verein, dessen Strukturen und Verfahren nicht nur im Internet Probleme bereiten, sondern die auch ganz klar in kulturellen Bereichen wie etwa der Volksmusik oder den von der GEMA als Beispiel angeführten Karnevalsvereine verhaftet sind, die mit zumindest meiner Lebenswirklichkeit genau gar nichts zu tun haben. Und wenn dem so ist, muss man sich fragen, ob eine Alternative nicht längst überfällig ist.

Und die gibt es zufälligerweise mit der sich grade in Gründung befindenden C3S:

Die C3S ist eine gemeinschaftliche Initiative mit Künstlern und für Künstler, eine neue und richtungsweisende europäische Verwertungsgesellschaft zu gründen. Eine nicht-exklusive Verwertungsgesellschaft, die es Musikern ermöglicht, ihre unter nicht-kommerziellen Creative-Commons-Lizenzen veröffentlichten Werke außerhalb traditioneller Schemata kommerziell verwerten zu lassen. Mehr als das, die C3S wird auch offen sein für die kommerzielle Verwertung von Werken unter anderen freien Lizenzen einschließlich der Werke, die ohne explizit definierte Lizenz veröffentlicht werden.

Wir haben mit den Piraten die Politik aufgemischt – das können wir auch mit Verwertungsgesellschaften. In diesem Sinne: Happy Protesting!

GEMA honeytraps Anonymous, loggs IRC-Chats

Letzten Sommer startete Anonymous die Operation GEMA, jetzt sind die Ermittlungsakten geleaked und zeigen, dass die GEMA informiert war, die Behörden den IRC-Chat loggte und Test-DDoS-Angriffe auf die eigenen Server gefahren wurden. Interessant, um das mal vorsichtig zu formulieren.

Kürzlich wurden einige Unterlagen in Verbindung mit den DDoS-Angriffen des Internet-Kollektivs Anonymous auf die Server der GEMA am 17. Dezember 2011 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass alle Nachrichten in den IRC-Kanälen des Kollektivs aufgezeichnet werden. Vor dem Angriff wurden von den Ermittlern testweise DDoS-Angriffe auf eigene Server durchgeführt. Die GEMA war gewarnt und vorbereitet.

Als sich die Sympathisanten des Internet-Kollektivs Ende November 2011 im deutschsprachigen IRC-Kanal trafen, waren die Beamten bereits auf Sendung. Die Berliner Niederlassung der Verwertungsgesellschaft GEMA hatte bereits im August des Vorjahres einen Strafantrag wegen des Verdachts auf Computersabotage und Datenveränderung gestellt. Die Ermittlungsbehörden schnitten möglicherweise in der Folge des Strafantrages alle unverschlüsselten Textnachrichten des öffentlichen IRC-Kanals mit. Sie bekamen mit, wer unter welchem Pseudonym zu Straftaten aufrief und wie die anderen Nutzer darauf im Detail reagierten. Nachdem die Ankündigung vom 29. November öffentlich war, wurde die GEMA von den Behörden auf den zu erwartenden Angriff hingewiesen, man war also gut vorbereitet.

Gulli: Operation GEMA: Behörden schneiden IRC-Kanäle der Aktivisten mit (via @GEMAwatch)

Vorher auf Nerdcore:
Anonymous vs GEMA
Anonymous fucks GEMA in the ass

GEMA verklagt Musikpiraten wegen CC-lizensierter CD

Die Musikpiraten veranstalteten in den vergangenen Jahren den Free Music Contest, in dem eine Jury die besten Tracks unter eingereichten CC-lizensierten Songs auswählte. Diese Lieder wurden auf einer CD veröffentlicht, die GEMA verweigert nun bei einem der Titel die Bestätigung, dass er GEMA-frei ist und verklagt die Musikpiraten. Die anscheinend gezielte Verweigerung der GEMA hinsichtlich positiver PR ist erstaunlich. Die planen das doch, das ist doch garantiert ein interner Sabotageakt, anders kann ich mir diese Treffsicherheit für PR-Disaster in den letzten Wochen nicht erklären. Jeez!

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) verklagt den gemeinnützigen Musikpiraten e.V. wegen der Produktion einer CD mit unter Creative Commons-Lizenzen veröffentlichter Musik. Bei einem der veröffentlichten Titel verweigerte die GEMA die Bestätigung, dass der Song GEMA-frei ist, und verklagt nun den Verein vor dem Amtsgericht Frankfurt. Die Musikpiraten begrüßen diesen Schritt, da so die Gültigkeit der CC-Lizenzen im Zusammenhang mit pseudonymen und anonymen Veröffentlichungen erstmalig in Deutschland gerichtlich geklärt werden wird.

Unter dem Motto »FreeMixter« hatte der Verein Juli 2011 zum dritten Mal zu seinem Musikwettbewerb aufgerufen. Gewinnen konnten die Teilnehmer unter anderem die Veröffentlichung ihrer Songs auf einer CD, die in einer limitierten Auflage von 2.000 Stück handnummeriert wurde.

»Die GEMA betont immer wieder, dass Creative Commons-Lizenzen nicht mit ihrem Vertragsmodell vereinbar sind. Trotzdem will sie von uns jetzt Geld für die Produktion einer CD haben, die ausschließlich CC-Material enthält. Ich gehe davon aus, dass das Gericht diese Forderung der GEMA um die Ohren hauen wird«, kommentiert Christian Hufgard, Vorsitzender der Musikpiraten, die Klage.

GEMA verklagt Musikpiraten e.V. wegen Nutzung eines Creative Commons-Songs (via Ronny)

Disclosure: Ich war 2010 und 2011 Mitglied der Jury des Free Music Contests.

Demo gegen GEMA-Tarifreform

Der Verein Electrocult (zur Förderung, Pflege und Darstellung der elektronischen Musik- und Clubkultur) ruft zu ‘ner Demo gegen die GEMA-Tarifreform auf. Hier die Facebook-Seite des Vereins, hier die Facebook-Seite der Veranstaltung, Snip aus der PM:

Anlässlich der Jahreshauptversammlung der GEMA, vom 25.06. bis 27.06.2012, ruft die Berliner Initiative „FAIRplay – Gemeinsam gegen GEMAinheiten“ zur Demonstration für den sofortigen Stopp der GEMA Tarifreform 2013 auf. Am Montag den 25. Juni 2012, von 18:00 bis 22:00 Uhr findet eine Kundgebung in der Schönhauser Allee, auf Höhe der Kulturbrauerei statt, bei der das Bündnis die Öffentlichkeit und die GEMA-Mitglieder über die Gefahren und Folgen der geplanten Tarifreform informieren möchte. Parallel dazu findet im „Frannz Club“ in der Kulturbrauerei das jährliche Mitgliederfest der GEMA statt.

Mit großer Sorge betrachten Club- und Kulturveranstalter in ganz Deutschland die neuen GEMA-Tarife für Clubs, Diskotheken, Musikkneipen und Straßenfeste, die ab dem 01. Januar 2013 in Kraft treten sollen. Entgegen der Behauptung der GEMA, sie wolle lediglich 10 % der Eintrittsgelder, stellte sich heraus, dass durch die vielen neuen Zuschläge, durchschnittlich 600 bis 800 Prozent Verteuerung und mehr auf die Veranstalter und Clubbetreiber zukommt. Der DEHOGA (Deutscher Hotel und Gaststätten Bundesverband) veröffentlichte Beispielrechnungen, in denen Tariferhöhungen von über 2000 Prozent vorgestellt wurden. Dies bedroht die Existenz aller Clubs und Veranstaltungsorte in Berlin und bundesweit!

FAIRplay PM: Berlin demonstriert gegen die GEMA Tarifreform 2013 – Gemeinsam gegen GEMAinheiten – für faire Tarife

Raving after GEMA

Der aktuelle Bringmann & Kopetzki, wahrscheinlich aus der aktuellen Groove. (via Ronny)

[update] Jens schreibt mir: “Hab mich gerade gefreut, dass es unser GEMA-Cartoon auf Nerdcore geschafft hat. Leider nur in der ollen abgescannten Version. Wenn Du magst, könntest Du den noch gegen diese schickere Version austauschen. Und wenn du unsere schlechtverdienenden, fame-hungrigen Cartoonisten-Herzen glücklich machen wolltest, könntest Du drunter auf unser Fansammelbecken statt auf unsere Firmenhomepage verlinken: www.facebook.com/bringmann.kopetzki. Und um noch mit völlig nebensächlichen Details zu nerven – der Cartoon ist aus dem FAZE Magazin und nicht aus Groove. ;)” Danke Jens!