hgm Press, Losers.
Nachdem Ronny vom Saftkutterfischwerk seinen Prozess wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen wegen des Schlangenkuchens bereits gewonnen hat, verlieren hgm Press heute den nächsten Prozess. Die Geeksisters wurden wegen desselben Bildes vor Gericht gezerrt und die Richter watschen hgm Press hier noch ne Spur heftiger ab, als zuvor. Glückwunsch, freut mich sehr! Und da der Fall typisch ist für die Abmahnungen durch hgm Press und deren recht gezielten Angriff auf die Netzkultur und das Sharing in sozialen Medien, freut mich das nochmal ‘ne Spur mehr. Mit bereits zwei abgewiesenen Klagen erhöhen sich übrigens die Chancen auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen versuchten Betrugs im Fall einer Anzeige. Just sayin’.
Das Landgericht hatte bereits bemängelt, dass HGM es nicht geschafft hat, schlüssig zu beweisen, wer wann genau welche Rechte an dem Bild hatte. Die Problematik ist nämlich, dass man eine sogenannte Aktivlegitimation braucht, um jemanden abmahnen zu können und die hat man nur, wenn man ein exklusives Recht an den Bildern übertragen bekommen hat. Der Richter sah die Darlegung der Rechtekette genauso wie das Landgericht als problematisch an und zusätzlich meinte er, dass wir ja vorgetragen hätten, dass Spiegel Online geschrieben hatte, dass sie das gleiche Bild von HGM für 25 EUR angeboten bekommen haben. Da HGM das nicht bestritten hat, sah der Richter keine Veranlassung, mehr als 50 EUR Lizenzkosten zu berechnen (ursprünglich hatte HGM ca. 800 EUR gefordert).
hgm Press-Klage gegen Kraftfuttermischwerk abgewiesen:
Schöner Nachtrag zu unserem Vortrag auf der Republica: Die Klage der hgm Press gegen Ronny vom Kraftfuttermischerk wegen dieses Schlangenkuchens wurde abgewiesen: „Urteil von heute laut telefonischer Auskunft der Geschäftsstelle des Landgerichts Hamburg: der Tenor lautet: ’1. Die Klage wird abgewiesen. 2. Die Kosten des Verfahrens trägt die Klägerin, 3. Vollstreckungsschutzklausel. Die Begründung folgt schriftlich.’“ Well done!
Wie hgm-Press Public Domain-Bilder der NASA als lizenzpflichtig präsentiert

hgm-Press haben sich ein Blog angeschafft, Oh! Wow! (http://www.ohwow.de/) nennt sich der Spaß und soll ein „Online-Magazin zum Staunen“ sein. Darauf gibt es das übliche Niveau der hgm-lizensierten Bilder: „Präriehund gibt Mama einen Kuss“ oder „Das kleinste Lamm der Welt“, bunte Bilder für Tabloids. Die haben sich das Blog nach ihrer Abmahnwelle angeschafft, offenbar glaubt man, darüber noch ein paar Bilder unter die Leute zu bringen und nebenher mit einem Vermarkter noch ein paar Euro zu machen. So weit, so langweilig.
Vor ein paar Monaten gingen Don Pettits „Star Trails“ durch die Blogs, die er von der ISS aus geschossen hatte. Die Bilder von NASA-Johnson Space Centers Astronauten-Fotografie und stehen unter anderem auf Flickr unter einer CC-Lizenz, auf der JSC-Website gehen sie lizenzrechtlich aber noch weiter, Bilder der NASA sind Public Domain: „NASA material is not protected by copyright unless noted.“ Und in diesem Falle wichtig: Sie lizensieren die Fotos per se nicht weiter: „As a government entity, NASA does not “license” the use of NASA materials or sign license agreements.“
hgm-Press fiel bei ihrer Abmahn-Story im vergangenen Jahr durch interessante Auslegungen von Lizenzrechten auf, Verträge waren mal vorhanden, mal nicht, mal gab es mündliche Absprachen oder per Mail, oft wurden die Rechte eingekauft, nachdem Blogs über die Storys berichtet hatten. Und hier verkaufen sie Public Domain-Bilder der NASA als lizensierte Bilder und erwecken auf ihrer Website den Eindruck, man müsse für die Reproduktion der Bilder Lizenzen bei hgm-Press einkaufen, unter den Star Trail-Bildern prangt ein ziemlich lustiges: „Foto: hgm-press“.
Die ToS der NASA ist in diesem Falle eindeutig: „It is unlawful to falsely claim copyright or other rights in NASA material.“
Wir fassen zusammen: hgm-Press mahnt massenweise Blogger ab, die über eine Story berichten oder Bilder posten, für die sie in einigen Fällen später Nutzungsrechte erwarben. hgm-Press erwecken in ihrem Blog auf der About-Seite (http://www.ohwow.de/?page_id=386) den Eindruck, es handele sich um exklusives Material das ihnen aus ihrem Netzwerk von Fotografen zur Verfügung gestellt werden würde:
„OH!WOW! zeigt oft exklusive Fotos und dazu exklusive Geschichten von unserem weltweiten Netzwerk. Hunderte Fotografen und Journalisten recherchieren überall auf der Welt nach neuen Themen und Bildern und beliefern uns täglich mit ihrem Material.“
hgm-Press erweckt den Eindruck, man könne diese Fotos bei ihnen lizensieren:
„OH!WOW! dient für Medien-Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz auch als Datenbank. Hier werden alle aktuellen Geschichten und Fotos archiviert und können von Fotoredaktionen und Redakteuren hochauflösend heruntergeladen und zur Veröffentlichung bezogen werden.“
hgm-Press erweckt den Eindruck von Seriösität:
OH!WOW! wird von Vollblut-Journalisten gemacht. Alle Redakteure sind Profis und haben über die Jahre ein umfangreiches Wissen angehäuft. Sie kennen die Hintergründe, haben jahrelange Erfahrung in ihrem Beruf.
Gleichzeitig verstoßen sie gegen die Lizenzbestimmungen der NASA und Creative Commons und verkaufen deren Bilder als urheberrechtlich geschützt, was mindestens gegen amerikanisches Copyright verstößt. Für einen Laden, der reihenweise Blogger wegen Lizenzverstößen abmahnt und dabei horrende Forderungen im fünfstelligen Bereich stellt, ist das doch ziemlich erstaunlich. Aber hey, die Jungs und Mädels sind „sind Profis und haben über die Jahre ein umfangreiches Wissen angehäuft“. Da kann ja nichts schiefgehen.
In Space no one can hear you scream, hgm.
[update] Ronnys Kraftfuttermischwerk: Morgen Verhandlung, es kam ein neuer Brief, und die Frage, wie die eigentlich an Lizenzen der NASA kommen
Vorher auf Nerdcore:
Update: Snake Cake Abmahnungen durch hgm-press Michel OHG
Snake Cake Abmahnungen durch hgm-press
spOnline über Cosplay-Abmahnungen und meine Replik auf die hgm-press Michel OHG
Abmahnung für Cosplay-Bilder von Iron Mans MKI-Suit angeblich rechtens
Abmahnung für Cosplay-Bilder von Iron Mans MKI-Suit
Lego-Abmahnungen Update
Blog-Abmahnungen für Lego-„Kunst“
Lego-Artist is „not represented by this law firm“, „not represented by this photo agency“ (UPDATE)
What to do about the Pics: Strategien gegen die Abmahnwelle
MC Winkel verklagt hgm-press verklagt Kraftfuttermischwerk
„Abmahnende Kanzlei mahnt ab, weil sie nicht Abmahnkanzlei sein will“
Eine Porno-P2P-User abmahnende Kanzelei aus Hamburg mahnt ab, weil man behauptet hatte, sie würden abmahnen. Killers, Thieves and Lawyers.
Eine ehrenwerte Rechtsanwaltskanzlei aus der Hansestadt Hamburg […] mahnt aktuell einen Watchdog wegen dessen Forum für Abmahnopfer ab. […] Konkret stören sich die hanseatischen Rechtsberater an der Behauptung, sie würden Abmahnungen versenden. Dies halten die gekränkten Advokaten für eine “unwahre Tatsachenbehauptung”, obwohl sie tatsächlich seit Jahren massenweise Abmahnungen versenden.
Abmahnende Kanzlei mahnt ab, weil sie nicht Abmahnkanzlei sein will
Unser Kraftfuttermischwerk needs help!
Ronny hat die erste Rechnung von seinem Anwalt wegen der Klage von hgm-Press bekommen und sammelt nun per Paypal Spenden im Kampf gegen diese Wegelagerer der Netzkultur. Ich werde da mindestens ‘nen Fuffi in den Topf tun, denn diese Leute muss man in die Schranken verweisen, denn letztlich versuchen die ihr veraltetes Geschäftsmodell über Abmahnungen auf Kosten von deutschen Bloggern zu refinanzieren.
MC Winkel verklagt hgm-press verklagt Kraftfuttermischwerk
Ihr habt’ heute wahrscheinlich bereits gelesen, aber hier auch nochmal: Herr Winkel verklagt die „Bildagentur“ hgm-press, die in den letzten Wochen die deutsche Blogosphäre mit Abmahnungen überhäuft haben. In seinem Fall mussten sie die Abmahnung zurückziehen, da sie die Nutzungsrechte nicht nachweisen konnten und dennoch Forderungen in stellenweise fünfstelliger Höhe stellten, andere Fälle verliefen ähnlich. Jetzt werden sie sich dafür wegen Betrugs zu verantworten haben.
Derweil hat hgm-press Klage gegen Ronny vom Kraftfuttermischwerk wegen der Schlangentorte eingereicht. Nächstes Jahr wird lustig.
Die hgm-press hat im Falle der Schlangentorte jetzt Klage vorm Landgericht Hamburg eingereicht. Das, bevor die von ihnen gesetzte Frist zur Abgabe einer Unterlassungserklärung durch mich überhaupt abgelaufen war. Begründen tut man diesen Schritt damit, dass ich in einem Blogartikel schrieb, “Ich werde das natürlich nicht zahlen und die Sache einem Anwalt übergeben.” Der Streitwert wird in der Klage auf 32.000 EUR angesetzt. Ein Anwalt ist beauftragt und ich werde, soweit das rechtlich möglich ist, die komplette Angelegenheit dokumentieren.
MC Winkel: Strafanzeige gegen Abmahn-Agentur hgm Press Michel OHG und Abmahnanwälte activeLAW
Vorher auf Nerdcore:
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What to do about the Pics: Strategien gegen die Abmahnwelle
Update: Snake Cake Abmahnungen durch hgm-press Michel OHG
spOnline hat einen weiteren Artikel über hgm press und ihre Abmahnwelle, zuvor haben sie Ronny vom Kraftfuttermischwerk und mich zu den Schlangenkuchenbildern befragt. Der Artikel ist fair, die zitierten Stellen stimmen so und es findet sich unter anderem eine nette Chronik, die den Verdacht in diesem Fall erhärten, dass die Rechte wiedermal gekauft wurden, nachdem die abgemahnten Blogs die Bilder gepostet hatten.
Der Artikel nennt vor allem auch konkrete Zahlen: Die hgm-press bot das abgemahnte Bild auch Spiegel Online an – für 25 Euro, wahrscheinlich für eine monatliche Lizenz. Von Bloggern möchte die Agentur in Zusammenarbeit mit ihrer Kanzelei mehrere tausend Euro. Wer rechnen kann hat ab hier gewonnen. [update] spOnline hat die Stelle, in der sie die angebotenen Lizenzgebühren von 25 Euro nennt, gelöscht. Man findet die Aussage allerdings noch im Cache.
Ich veröffentliche hier nun zwei Dinge: Einmal meine komplette Anwort auf die Fragen von Ole Reißmann, die natürlich weit ausführlicher war, weit mehr Details enthielt und ein paar weitere unbequeme Fragen aufwarf, die hgm-press nicht beantworten kann oder will und die im Artikel von spOn leider nur angedeutet, aber immerhin angesprochen werden.
Außerdem veröffentliche ich ein Statement eines Mitarbeiters von hgm-press, das er an eine Freundin (Miss Cakehead hat’s auf ihrer Facebook-Seite gepostet) in England schickte. hgm-press beschuldigt darin implizit Blogger, sich „wie die Mafia“ zu verhalten und „allen Sinn für Menschlichkeit verloren zu haben“.
Hier zunächst das Statement der hgm-press:
We are a press agency founded in 1986. Since that time we have been selling photographs and articles to the main media outlets in Germany and worldwide. We represent the rights of hundreds of photographers and agencies. We are in no way “copyright trolls”, as has been defamatorily suggested by some individuals.
Over the past few years the number of unlicensed photographic material being used in Germany has risen dramatically. A lot of what were once private blogs have become more commercial; they began using professional advertisers, and have been increasing their reach and scope. In order to maintain this reach and to meet the needs of their readers, they have been helping themselves to material, on a daily basis and without permission, from a wide range of sources on the internet. Some of these blogs alone have stolen hundreds of photos from our photo portfolio, and the number is increasing.
This jeopardises and increasingly disrupts the sale of photo material and, as a result, the income and livelihood of a great number of photographers.
Many efforts to solve this problem directly have failed. As a result, we are now pursuing legal measures to deal with copyright licence infringements.
In the case of the Snake Cake the rights to sell and distribute the photos in Germany had already been transferred at the beginning of August. A number of websites then, over the following weeks and months, used these photos without obtaining permission or agreeing a licence fee. Furthermore, they did not use the share-function on Facebook, rather they copied the photos from the internet and then published them on their own portal. This is illegal, a licence is required to use the photos outside of Facebook.
The criminal energy involved in this enterprise, by the owners of these sites and blogs, is clearly reflected in the death threats that are now being made to the copyright holder of these photos. Whoever uses such methods to frighten and extort a copyright holder is behaving like the mafia and has lost all sense of humanity.
We will be making the media aware of this disgusting behaviour and are considering legal options. This whole affair has been set in motion through the targeted and calculated distribution of false allegations and bullying threats on Facebook, a blog and in emails.
Und hier meine kompletten Antworten auf die Fragen von Ole Reißmann von Spiegel Online:
- wurden Sie wegen dieser Bilder hier http://www.crackajack.de/2012/08/08/this-snake-cake-is-no-amelanistic-burmese-python/ abgemahnt?
Nein.- Und haben Sie auf der Facebook-Seite von North Star Cakes diesen Kommentar hinterlassen?
“No Comment on the fact that german users get sued for blogging your Snake Cake AND deleting my previous Comment on the Topic. The suing Agency is using a E-Mail from YOUR bakery as one proof. So I asume you are perfectly aware of the issue. I can asure you that I’m starting a Blog-Posting about this right now and this won’t end pretty.”
Ja.- Haben Sie den Kommentar selbst gelöscht?
Nein.- Was meinen Sie mit “this won’t end pretty” genau?
„This won’t end pretty“ ist ein geflügeltes Wort und steht für die Eskalation von Sachverhalten. Mit ihrem Verhalten auf FB hat die Dame suggeriert, dass sie mit dem Vorgehen der „Bildagentur“ (Anführungszeichen bewusst gesetzt, da das Geschäftsmodell in jüngster Zeit nicht als solches erkennbar ist) bekannt und einverstanden ist. Der AK Abmahnung, der im Hintergrund bereits an mehreren Projekten und Recherchen im Zusammenhang mit diesem und ähnlich gelagerten Fällen arbeitet, steht in Kommunikation mit der Dame, sowie weiteren betroffenen Künstlern und Kontakten im Ausland, vor allem in den USA und England. Wir befürchten, dass die „Bildagentur“ hgm-press unter zweifelhafter Vorgehensweise Nutzungsrechte für „Virale Bilder“ einholt, die meines Erachtens vor Gericht keinen Bestand haben. Unsere Recherchen haben ergeben, dass die „Agentur“ virale Bilder ermittelt und im Anschluss gezielt Rechte für diese Bilder anstrebt. Diese Rechte werden dann genutzt, um Abmahnungen gegen alle Blogs und Websites in Deutschland durch ihre Anwaltskanzlei auszusprechen, die diesem Bildern zum Erfolg verholfen haben, was man als gezielten und durchaus durchdachten Anschlag auf die komplette Netzkultur bewerten muss.Es ist im jüngsten Fall äußerst bezeichnend, dass hgm press kein konkretes Datum für die Einholung der Nutzungsrechte für das Schlangenkuchenbild nennt. Der Verlauf der Abmahn-Historie dieser „Agentur“ zeigt, dass die Nutzungsrechte mindestens diffus sind und nicht konkret nachgewiesen werden, sowohl die genauen Daten der Rechteübertragung wäre hier extrem interessant, als auch Auskünfte über sogenannte Buy Out-Verträge mit den Künstlern, die zB im Fall des Lego-Künstlers Nathan Sawaya nicht vorhanden waren. hgm-press betreibt hier darüber hinaus gezielte Salami-Taktik und mahnt „ins Blaue hinein“ ab, ohne ihre sogenannte Aktivlegitimation nachzuweisen, wie auch Rechtsanwalt Jacob Metzler feststellte (vgl: http://www.rechtsanwalt-metzler.de/abmahnung/abmahnungen-activlaw-hgm-press/). Im Netzjargon ist die durchaus zutreffende Bezeichnung für ein solches Vorgehen “Copyright-Troll”.
- Die Bäckerei hat nun eine Nachricht diesbezüglich erhalten, in der die Vergewaltigung und Ermordung ihrer Tochter angekündigt wird. Was sagen Sie dazu?
Don’t feed the trolls und selbstverständlich distanzieren ich und wir uns ausdrücklich von solchen Drohungen. Es ist allerdings offensichtlich, dass hgm-press versucht, solche fragwürdigen Aussagen einzelner Trolle als Äußerungen der Bloggerszene darzustellen, um diese in Misskredit zu bringen.- Haben Sie sonst Kontakt zur Bäckerei aufgenommen? Inwiefern?
Ich habe über eine Freundin in England, die ebenfalls durch virale Food-Pics im Netz bekannt ist (miss cakehead, u.a. Human Butchery für Capcom http://misscakehead.wordpress.com/), Kontakt zu North Star Cakes aufgenommen. Die Dame verweist auf einen Ansprechpartner von hgm-press, der NSC wohl eine Verschiegenheitsklausel aufgeschwatzt hat. Diese halte ich für genauso nichtig, wie die angeblichen Nutzungsrechte an viralen Bildern.
Mehr dazu bei Ronny: Neues von der hgm-press OHG: und jetzt geht es um eine Morddrohung
[update] Daniel: Abmahngeschäft?! Die Salamitaktik der Agentur hgm-press Michel OHG
Snake Cake Abmahnungen durch hgm-press

Ronny wurde nun ebenfalls durch die hgm-press abgemahnt, diesmal geht es um diese Snake Cake-Bilder. Das Muster des Vorgehens, dieser „Bildagentur“, die professionellen Abmahnbusiness betreibt, wird immer offensichtlicher: Man kauft die Rechte viel gesharter Bilder und mahnt dann gezielt die deutsche Blogosphäre ab. Da die Bäckerei North Star Cakes die Bilder selbst auf Facebook gestellt hat (siehe Bild oben) und die massenhafte Verbreitung forcierte, sehe ich hier jede Menge Spielraum für eine Breitseite gegen die „Agentur“, aber das muss ein Anwalt klären. Eine Fair Use-Regelung müsste u.a. auch Fälle einschließen, die explizit zum Zwecke der Verbreitung ins Netz gestellt werden.
Man kann im Fall der „Bildagentur“ (Anführungszeichen deshalb, weil das mittlerweile nicht mehr als ihr zentrales Geschäftsmodell erkennbar ist) mittlerweile nur noch von einem gezielten Großangriff gegen die Netzkultur in Deutschland sprechen. Und damit werden die noch ihren Spaß haben.
Wir haben in einer geschlossenen Facebook-Gruppe mal eine Rechnung aufgemacht, die alle uns bekannten Abmahnungen durch die hgm-press sammelt. In den letzten Wochen kamen da ohne meine jetzt erhaltene 18 Abmahnungen zusammen mit einer geforderten Gesamtsumme von 65.000 EUR zusammen. 65.000 EURO!
Und dabei wird es nicht bleiben, die von hgm sind nämlich so professionalisiert im Umgang mit dem Netz, dass sie einen Screenshot mitschickten, der gleich alle offenen Tabs anderer Seiten zeigt, die das Bild hatten. Deshalb gehe ich davon aus, dass auch andere Seitenbetreiber diese Abmahnung bekommen haben. Außerdem, was ich irgendwie lustig finde, war derjenige, der den Screenshot gemacht hat, bei Facebook eingeloggt, was mir anzeigt, welcher seine Freunde meine Seite gelikt haben. Haha! “Als Fachkraft ‘ne Pflaume, als Pflaume ‘ne Fachkraft.”
Interessant an dieser Sache hier ist, dass Frau Pitcher die Fotos eigens bei Facebook hochgeladen hat, wo jedes der Bilder eine “Teilen”-Funktion hat, welche fleißig genutzt wurde. Somit haben tausende Leute Bilder dieser Torte auf ihrem Facebook-Profil. Wie da die Rechtslage ist und welche Bewegründe Pitcher jetzt hat, gegen Blogs vorzugehen, die diese aus Facebook rausgenommen haben, um bei sich zu bloggen, kann ich nicht sagen.
spOnline über Cosplay-Abmahnungen und meine Replik auf die hgm-press Michel OHG
spOnline schreibt über die jüngsten Entwicklungen der Abmahnungen durch die hgm-press Michel OHG und bezieht sich im Artikel auf mein Posting plus Statement der Bildagentur dazu: „Michel weist das zurück, spricht von ‘Diffamierungen und verzerrten Darstellungen’: ‘Fakt ist, dass HGM Press in zeitlichem Vorlauf über die Rechte verfügt und nicht – wie in Blogs dargestellt – sich extra für Abmahnungen um die Rechte bemüht.’“ Weiter unten begründet die Agentur, warum sie keine kostenfreien Löschungsforderungen verschickt: „wir am Ende auf unseren Kosten und entstandenen Schäden sitzen geblieben und haben für die Verwendung keinen Cent gesehen“.
Da mir keine Möglichkeit gegeben wurde, darauf zu entgegenen, hier meine Replik: Fakt ist, dass die Michel OHG auf einer Tonne eigentlich monetär wertlosen Datenmülls sitzt. Wer kauft im Jahr 2012 die Rechte am Bild eines chinesischen Cosplays aus dem Jahr 2009? Keiner. Die Meldung ist tot, das Bild ebenso. Es handelt sich hier nicht um Fotokunst, sondern um einen Schnappschuss. Aber mit der deutschen Gesetzgebung und dem Procedere der Abmahnung lässt sich dieser Restbestand wunderbar kapitalisieren und aus unternehmerischer Sicht wären die sogar ziemlich bekloppt, hier juristisch ihre Forderungen nicht durchzusetzen.
Für die Weigerung, kostenfreie Löschungen zu fordern, habe ich nicht das geringste Verständnis. Es gibt genau keinen Grund, eine gerne auch scharf formulierte Mail mit knapper Fristsetzung nicht zu verschicken. „Sie haben 24 Stunden Zeit, das Bild vom Server zu löschen, ansonsten ist Schicht im Schacht und die Abmahnung folgt.“ Die Blogger, die ich kenne und die von dieser Serienabmahnung betroffen sind, leben online und kämen dem ohne zu zögern nach. Die Kosten beliefen sich auf die Herstellung einer Form-Mail (Zeitaufwand circa 5 Minuten), die dann durch die Praktikantin verschickt wird. Dazu eine Prüfung des Bilds am nächsten Tag. Das sind allenfalls Marginalien. Zusammen mit obiger Tatsache ergibt sich da allerdings ein eindeutiges Bild.
Weiterhin behauptet die Agentur, „in zeitlichem Vorlauf über die Rechte“ zu verfügen. Das kann im Einzelfall zutreffen, aber ich wette darauf, dass Blogs die Michel OHG zeitlich um mindestens Tage, wahrscheinlich aber Wochen, wenn nicht gar Monate, schlagen. Wenn eine Meldung aufpoppt, sind Blogger bzw. das soziale Netz heute nach wie vor schneller, als klassische Medien oder gar Bildagenturen, womit sich eben doch die Tatsache ergibt, dass Blogs eine Meldung groß machen und später dafür abgemahnt werden. Juristische Rechtmäßigkeit hin oder her: Das ist völlig und vollständig absurd!
Die OHG Michel mag im Einzelfall im Recht sein, Fakt ist dennoch, dass hier (mal wieder) die Realität des Internets mit den Mechanismen traditioneller Medien und ihrer Strukturen kollidiert. Die Abgemahnten sind hier – etwas zynisch formuliert – Kollateralschaden in den Copyright-Wars und am Ende wird der Staat neue gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen müssen, die der neuen Mediennutzung im Netz eine legale Grundlage schafft.
Deshalb muss schleunigst eine Fair Use-Regelung in Deutschland – besser noch als EU-Initiative! – geschaffen werden, die unter anderem genau solche Fälle von der rigiden Interpretation des Urheberrechts durch Unternehmen wie die hgm-press Michel OHG ausnimmt. Die Alternative ist die Kriminalisierung einer ganzen Generation.
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Abmahnung für Cosplay-Bilder von Iron Mans MKI-Suit angeblich rechtens
Abmahnung für Cosplay-Bilder von Iron Mans MKI-Suit
Lego-Abmahnungen Update
Blog-Abmahnungen für Lego-„Kunst“
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What to do about the Pics: Strategien gegen die Abmahnwelle
Abmahnung für Cosplay-Bilder von Iron Mans MKI-Suit angeblich rechtens
Der Anwalt von Marco hat bestätigt, dass Abmahnungen von Bildern des chinesischen Iron Man-Cosplays anscheinend rechtens sind. Auf seiner Seite hat er einen Spendenbutton eingerichtet, ich hab’ grade ein bisschen Unterstützung hingeschickt, and you should too.
Ich habe neulich bereits alle Bilder aus den Jahren 2006 bis 2012 von meinem Server gelöscht und prüfe die grade mehr oder weniger nach Bauchgefühl. Grob: Celebrity-Bilder und Fotokunst fliegt raus (aber nicht komplett, auch hier sortiere ich nach Instinkt), Virals die mainstreamfähig sind auch. Sicher ist das nicht, aber es ist immerhin ein Versuch.
In Deutschland ist es so, dass man vor vier Jahren dabei hilft, eine Meldung großzumachen und dann wird man vier Jahre später von einer Bildagentur abgemahnt, weil sie die Rechte an dem – als Meldung mittlerweile toten – Bild gekauft hat, mutmaßlich um gezielt Blogs abzumahnen. Ich erinnere nochmal an die Aussage der Anwälte gegenüber spOn: „Exklusivität der Nachrichten gegenüber ihren Kunden“ gewahrt werden soll.
Die hgm-press Michel OHG und ihre Anwälte sind Copyright-Trolle wie sie im Buch stehen und ob ein solches Vorgehen tatsächlich nicht anfechtbar ist, wage ich nach wie vor zu bezweifeln. Assholes.
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Abmahnung für Cosplay-Bilder von Iron Mans MKI-Suit
Lego-Abmahnungen Update
Blog-Abmahnungen für Lego-„Kunst“
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What to do about the Pics: Strategien gegen die Abmahnwelle
Abmahnung für Cosplay-Bilder von Iron Mans MKI-Suit
Die Agentur hgm-press Michel OHG lässt weiterhin reihenweise Blogger abmahnen, heute hat es Marco wegen dieser Iron Man-Cosplay-Bilder aus China getroffen, neulich hatte ein ebenfalls bekannter Blogger einen Wisch wegen dieser Highspeed-Fotos bekommen. Alles von derselben Agentur, aus derselben Kanzelei.
Der Anwalt der hgm-press Michel OHG betont gegenüber spOnline, das Interesse der Agentur bestünde darin, die „Exklusivität der Nachrichten gegenüber ihren Kunden“ zu wahren. „Exklusivität der Nachrichten“! Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Eine Agentur kauft großflächig Bildrechte anscheinend neu ein, zu Storys die bereits seit Jahren durchs Netz gehen, allesamt sehr bekannte Viralhits und beinahe allgemein bekannt sind, nur um dann Blogger abzumahnen, die eben diese Storys bekannt machten und zu eben jener Viralität verhalfen. Weil die Exklusivität gewahrt werden soll! Eine viel hinterfotzigere und verlogenere Argumentation als die der Anwälte der hgm-press Michel OHG fällt mir ehrlich gesagt nicht sein.
Ich weiß, dass der Künstler im Fall der Highspeed-Fotos ebenfalls bestreitet, irgendetwas mit der Agentur zu tun zu haben und da diese Leute bereits mit ihrer Lego-Geschichte übelst auf’s Maul gefallen sind und ihre Abmahnungen sämtlichst zurückziehen mussten, dass auch in diesen Fällen die Kompetenz auf deren Seite wohl eher eingeschränkt vorhanden sein dürfte. Daher muss man wohl bei sämtlichen Abmahnungen aus dem Hause hgm-press Michel OHG davon ausgehen, dass hier Serienabmahnungen ohne Substanz verschickt werden. Ich würde genau das in jedem Fall von einem Anwalt prüfen lassen und gegebenenfalls Klage wegen Betrugs einreichen.
Außerdem: Wir – mehrere bekanntere und unbekanntere Blogger – haben uns zusammengeschlossen und koordinieren im Hintergrund Abwehrmaßnahmen für Bösartigkeiten wie die aus dem Hause der hgm-press Michel OHG. Wir streben politische Lösungen, als auch sehr pragmatische Tools an, die man als Blogger anwenden kann, um solchem Pfeiffen mit ein paar Handgriffen den ausgestreckten Mittelfinger zeigen zu können. Wie gesagt: Ich lasse mir von Arschlöchern und Anwälten garantiert keine Publikationsform zunichte machen und ich lese das „Geschäftsgebaren“ der hgm-press Michel OHG genau so: Als großflächigen Angriff auf Internet- und Sharing-Kultur in Deutschland. This will be fun.
Mehr:
Ronny auf Kraftfuttermischwerk: Warum das Abmahnen von Bildern ein recht leichtes aber gutes Geschäft ist, was mich daran ärgert und welche Fragen sich mir stellen: „Solange es keine gesetzliche Regelung gibt, die dieser aktuellen Abmahnpraxis Einhalt gewährt, bleibt also das tägliche Unbehagen beim Gang zum Briefkasten. Und bis es diese Regelung irgendwann mal geben wird, fliest verdammt viel Wasser die Havel runter. Und eigentlich sollte ein Interesse daran auch die großen Medienhäuser nicht kalt lassen, schließlich sind es diese, die mittlerweile gerne und häufig auf die Inhalte von uns Bloggern verlinken. Weil wir den ganz geilen Shice aus den Untiefen des Netzes ziehen, diese ganze Awesomeness, die ohne uns dort gar nicht stattfinden würde, weil wir einfach in einem gänzlich anderem Kontext funktionieren als diese in ihrem medialen Kosmos.“
We Like That: ABMAHNUNGEN: ES HÖRT EINFACH NICHT AUF: „Es hört einfach nicht auf. Nachdem (zumindest ist es mir so bekannt) die Abmahnungen bzgl. des Bildes von “Nathan Sawaya” alle zurückgezogen wurden, haben mir heute gleich wieder 3 Betroffene geschrieben, die ebenfalls im Namen der hgm-press Michel OHG abgemahnt wurden.“
Vorher auf Nerdcore:
Lego-Abmahnungen Update
Blog-Abmahnungen für Lego-„Kunst“
Lego-Artist is „not represented by this law firm“, „not represented by this photo agency“ (UPDATE)
What to do about the Pics: Strategien gegen die Abmahnwelle
Lego-Abmahnungen Update
We Like That haben ihr drittes Update in der Abmahnsache um die Lego-Skulpturen von Nathan Sawaya veröffentlich. Sawaya hat sich mittlerweile aktiv eingeschaltet und gestern Nacht eine Pressemitteilung rausgehauen:
I create art for the sole intent of sharing it with the world, sparking creativity and making people smile. It is upsetting to hear that bloggers and press who are trying to report on and share images of my artwork with others are being targeted by these agencies that do not represent me.
Leider bezieht er sich in der PM vor allem auf seine bekannteste Skulptur „Yellow“, die gar nicht Gegenstand der Abmahnungen war. Ich weiß allerdings auch, dass auf Nachfrage eines befreundeten, ebenfalls abgemahnten Bloggers folgende Antwort kam: „I can tell you that Nathan owns the rights to this photo as well. As the statement mentions, we hear there are multiple images that are being targeted.“ Ich bleibe in der Sache also weiterhin recht entspannt und futtere Popcorn.
Vorher auf Nerdcore:
Blog-Abmahnungen für Lego-„Kunst“
Lego-Artist is „not represented by this law firm“, „not represented by this photo agency“ (UPDATE)
What to do about the Pics: Strategien gegen die Abmahnwelle
What to do about the Pics: Strategien gegen die Abmahnwelle
Ich mache mir seit der Geschichte um die Abmahnungen (unbedingt die Updates beachten) wegen der Lego-Pics Gedanken darum, wie ich als bekennender Link-Blogger damit umgehe. Vorneweg: Es gibt Leute, die sagen, dass die Schmarotzer und Reblogger selbst schuld sind und eben nur eigenes Material posten sollen. Die haben natürlich auf eine anachronistische Weise Recht, ich lasse das Argument dennoch nicht gelten und ich werde den Teufel tun und mir von ein paar Abmahnpfeifen und Urheberrechtsdeppen und deren Verteidigern eine Publikationsform versauen lassen, die unique für das Netz ist und nicht nur ein bisschen zu seinem Erfolg beigetragen hat. Viral-Effekte und deutsches Urheberrecht? Forget it.
Fakt ist: Deutsche Blogs, die vor allem auf fremden Content hinweisen und das auch in Bildform tun, sitzen auf einer Zeitbombe. Das muss nicht immer so heftig hochgehen, wie beim Fall der Lego-Bilder und in Beträgen von mehreren tausend Euro münden: Ich bekam vor zwei Jahren etwa eine Abmahnung von einer Bildagentur wegen eines Jimi Hendrix-Bildes. Ich hab’ das Bild entfernt, denen 200 Euro überwiesen und eine Mail geschrieben: Die Sache sei damit für mich erledigt, wenn sie noch was wollen, müssen sie klagen und die Anwaltskosten werde ich nicht übernehmen. Ich habe nie wieder von denen gehört. Aber ich weiß eben auch, dass das (und ich) nicht der Normalfall ist.
Vor ein paar Tagen pingte mich Matthias auf Twitter wegen verdächtiger Hits auf seinem Server an, da hatte eine Kanzelei – zufällig dieselbe, wie die mit den Lego-Pics – nach Postings über die Bonsai-Baumhaus-Skulpturen von Takanori Aiba gesucht, über die ich im Februar ebenfalls gebloggt hatte. Ich konnte bei mir nichts verdächtiges entdecken, Matthias hat sein Blog nun aber vorrübergehend dichtgemacht und ich kenne ein ziemlich bekanntes Blog, das sich ebenfalls entsprechende Maßnahmen überlegt. So do I, denn es scheint so zu sein, dass hier eine „Bildagentur“ am Rad dreht, die Bildrechte von ein paar Viral Hits einkauft und deutsche Blogs, die darüber berichteten, abmahnen lässt.
Hier meine Strategien zur Vermeidung einer Abmahnung für die Verwendung von urheberrechtlich geschützten Bildern, ohne völlig darauf verzichten zu müssen.
Lego-Artist is „not represented by this law firm“, „not represented by this photo agency“ (UPDATE)
[update] So wie sich die Sache mittlerweile darstellt, fliegen hier grade ein paar Abmahnabzocker gehörig aufs Maul: „Ich hatte soeben einen kurzen Mailverkehr mit Nathan Sawaya und dieser teilt mir folgendes mit: ‘My fiance took the photo. My company owns it. We have not sold the rights to it. My lawyer is reviewing this matter. I am not represented by the German law firm who sent the letter. I am not represented by this photo agency. Please spread the word.“
Ursprüngliches Posting:
Der Künstler in der Abmahnsache hat sich grade in den Comments (auch hier bei WeLikeThat) zur Sache gemeldet:
This is Nathan Sawaya. I have been notified that my art is the subject of this matter. To be clear, I am not represented by this law firm. I am not represented by this photo agency. If you have any questions, you may email at info@brickartist.com.
Interessant.
[update] We Like That haben die neuesten Entwicklungen zusammengetragen:
Neben einigen weiteren Blogs haben jetzt auch ‘Amy & Pink’ inklusive ihrer Ableger ‘The Invader’ und ‘Wenke Who’ erstmal ihre Pforten geschlossen, bis die ganze Sache endgültig geklärt ist. Ich kann die Entscheidung vollkommen nachvollziehen, möchte allerdings auch betonen, dass wir diesen Schritt nicht gehen werden. […]
Es muss in Deutschland eine einheitliche Regelung gefunden werden wie mit dem Thema Nutzungsrecht in solchen Fällen umgegangen wird und wenn nötig ziehen wir damit auch vor Gericht. Ich zumindest!
Vorher auf Nerdcore:
Blog-Abmahnungen für Lego-„Kunst“
Blog-Abmahnungen für Lego-„Kunst“
[update] [update] So wie sich die Sache mittlerweile darstellt, fliegen hier grade ein paar Abmahnabzocker gehörig aufs Maul: „Ich hatte soeben einen kurzen Mailverkehr mit Nathan Sawaya und dieser teilt mir folgendes mit: ‘My fiance took the photo. My company owns it. We have not sold the rights to it. My lawyer is reviewing this matter. I am not represented by the German law firm who sent the letter. I am not represented by this photo agency. Please spread the word.“
Ursprüngliches Posting:
Die Jungs von We Like That wurden für ein paar Bilder der Arbeiten des Lego-„Künstlers“ Nathan Sawaya abgemahnt und ich persönlich kenne noch zwei weitere Blogger, einer davon ziemlich populär, die ebenfalls abgemahnt und mit Forderungen von mehreren tausend Euro überzogen wurden. Schade, dass die anderen beiden sich dazu entschieden, den Vorgang erstmal nicht zu veröffentlichen.
Ich hatte die Arbeiten von Sawaya vor fünf Jahren ebenfalls gebloggt, hier kam allerdings noch kein Wisch an und ich hab’ das Bild von damals vorsichtshalber mit einer CC-lizensierten Version ersetzt und zu einem Goatse-Ausschnitt beschnitten, dafür können sie’s gerne versuchen, wäre dann eine spaßige Auseinandersetzung und ich bin derzeit ohnehin streitlustig weil krank und schlecht gelaunt, aber wie auch immer:
Offensichtlich ist es so, dass eine Bildagentur die Rechte an den Fotografien eingekauft hat und nun Blogs abmahnt, deren Beiträge seit mehreren Jahren unbeanstandet und durchaus auch mit Aufmunterung des „Künstlers“ selbst, der auf Twitter regelmäßig Blogpostings mit seinen Arbeiten promotet und zwar zurecht, seine weltweite popularität basiert nicht zuletzt auf Blogpostings über seine Arbeiten. Der Zynismus, die Ironie dahinter wirklich lustig zu finden, fehlt mir gottseidank.
Ich weiß, dass mittlerweile Mails an den Mann geschrieben werden und hoffe sehr, dass Herr Sawaya – übrigens pikanterweise selbst ehemaliger Jurist – seine deutsche Vertretung zurückpfeift. Übrigens: Die Website Sawayas sieht in ihren Terms Of Service vor, dass man Content hochladen kann, Fotos einer Ausstellung etwa. Sawaya gewährt man mit dem Upload weltweite Lizenzrechte an diesem Bild: „By submitting Content to Brickartist.com or the Owner for inclusion on the Website, you grant Brickartist.com and Owner a world-wide, royalty-free, and non-exclusive license to reproduce, modify, adapt and publish the Content solely for the purpose of displaying, distributing and promoting your content“.
In der Theorie ist es also durchaus möglich, dass ein deutscher Blogger auf Sawayas Website ein Bild hochlädt, die Rechte dafür von der deutschen Bildagentur gekauft werden und der Urheber für sein eigenes Bild abgemahnt wird. Irre! [update] Der letzte Satz stimmt nicht, die Lizenzrechte sind non-exklusiv und die Nutzung klar definiert, ein Weiterverkauf der Bilder ist nicht vorgesehen. Dennoch kann der „Künstler“ theoretisch mit Bildern eines Uploaders werben, dessen Blog gleichzeitig wegen Sawayas Bildern abgemahnt wurde. Irre!
ABMAHNUNG: JETZT HATS UNS AUCH ERWISCHT (Bild: Goatse-cropped, CC-lizensiert: Yellow von David Guthrie)
[update] Mehr Infos bei AmyPink, die Abmahnungen kommen von der Firma hgm-press Michel OHG, einer Bildagentur, die sich auf Gossip-Bildchen spezialisiert hat, durch die Kanzelei activeLAW, die auch mal Abmahnungen für 19.000 Euro verschickt, um sie ein paar Tage später zurückziehen zu müssen.






