Podcast: Das Hacker-Syndrom
Schöner Podcast/Hörspiel/Soundstory/Whatever (MP3) von EinsLive über Stephan Urbach, der im Arabischen Frühling mit dem Aktivisten-Zusammenschluss Telecomix technische Infrastruktur zur Verfügung stellte (und Modem-Einwahlnummern per Fax auf gut Glück nach Ägypten gefaxt hat – was funktionierte!) und im arabischen Raum viele Leute der Opposition kennenlernte. Die Spex hatte vor einer Weile ein gutes Interview mit ihm, jetzt hat EinsLive/WDR seine Story zu einem Hörspiel (oder so) verarbeitet. Ich hab’s noch nicht komplett gehört, erscheint aber toll:
Während der Konflikte des arabischen Frühlings saß Stephan Urbach wochenlang vor seinem Computer in einem unscheinbaren Mietshaus in Berlin-Charlottenburg. Von dort aus unterstützte er per Mausklick die Opposition in Ägypten und Syrien, lud Videos von Demonstrationen ins Netz. Als Teil einer Hackergruppe lieferte er die digitale Infrastruktur, mit der Demonstranten in Krisengebieten Informationen im Netz veröffentlichen können – oft 20 Stunden am Tag, denn das entgegengebrachte Vertrauen verpflichtet.
Doch dann wird Urbach selbst zum Opfer seines digitalen Kampfes für Informationsfreiheit. Zu krass sind die Bilder auf seinem Desktop, die Berichte von Freunden, die er noch nie persönlich getroffen hat. Ausgebrannt und depressiv will er sich mit Anfang 30 das Leben nehmen. Statt der Welt zu helfen, braucht er selbst Hilfe und stellt fest, dass er nicht der Einzige ist.
MP3: wdr_feature_download_das_hacker-syndrom_20130416.mp3
EinsLive: Das Hacker-Syndrom
Bild: CC-BY Stephan Urbach
Podcast: Robert Johnson – Me and the devil
Tolle neue Serie von HR2 Wissenswert über „Meilensteine der Popmusik“, in der ersten Folge (MP3) geht’s um Blues-Legende Robert Johnson und den Teufel. Oben die fantastische Version von Gil Scott Heron aus dem Jahr 2011, die im Podcast ebenfalls auftaucht.
Der Bluessänger Robert Johnson beschreibt seine Begegnung mit dem Teufel. Im Unterschied zum Gospel war der Blues keine transzendente Musik, sondern eine Auseinandersetzung mit der Realität des Lebens.
Meilensteine der Popmusik – (01) Robert Johnson: Me and the devil (1936) (MP3)
Dexters Psychopath-Podcasts
Ich hab’ noch nicht reingehört, aber wenn sich Michael C. „Dexter“ Hall mit Kevin Dutton, Autor des Buchs „The Wisdom of Psychopaths“, über Serienkiller und Neuroscience unterhält, dann dürfte das ziemlich unterhaltsam werden: Michael C. Hall Analyzes His Dexter’s Mind, Part 1 (MP3), Part 2 (MP3).
Passend dazu hat der Scientific American einen Vortrag von Kevin Dutton als zweiteiligen Podcast: Psychopathy’s Bright Side: Kevin Dutton on the Benefits of Being a Bit Psychopathic, Part 1 (MP3), Part 2 (MP3).
Asshole Podcasts
Ich höre mir grade die Arschloch-Podcasts vom Wisconsin Public Radio an, unter anderem geht’s um Aaron James Arschloch-Theorie-Buch, über das ich neulich gebloggt hatte:
The a**hole certainly isn’t on any endangered species lists. Quite the opposite, in fact. We’re seeing a population explosion. So we have to ask — Are we living in the Age of the A**hole?
The Evil of the Daleks and other Podcasts
Swen hat gestern eine ganze Reihe schöner „Science in SciFi“-Podcasts gepostet und ich höre mir jetzt erstmal eine philosophische Abhandlung über das Wesen des Bösen anhand der Daleks an, ein paar Gedanken eines Psychologen über Batman und den jüngsten Amoklauf und Cory Doctorow über Copyright.
The evil of the Daleks
Radio ABC: “They are among the most loved, or most feared, villains in science fiction. But what is it that makes Dalek such great baddies? What constitutes evil and why do the Daleks represent a very specific idea about rationality and morality? This week, we talk to a philosopher about what the Daleks have to tell us—in their mechanical, screechy voices—about who we are.” […]Dr. Travis Langley – Batman and Psychology: A Dark and Stormy Knight (M4a File)
theofantastique.com: “Dr. Langley is both a social psychologist, and a comic fan who labels himself a “superheroologist.” In this podcast he shares his thoughts on the Colorado shooting and alleged connections to Batman, and additional thoughts on superheroes in American culture.” […]Cory Doctorow on Copyright
Radio ABC 16.07.2012: “A funny thing happened on the way to the 21st century, copyright policy ceased to exist. Because every copyright policy that we make has a seismic effect on the Internet, and you can’t regulate copying without regulating the Internet.”
Futurism, Chaos and the Thinking Web:
Swen hat in seinem neuen Blog Radiofeatures vierhundertachtundzwanzig superinteressante Podcasts gesammelt, ich habe mir grade Spuren in die Zukunft – Wie aus Umbrüchen Neues entsteht (MP3) über Chaosforschung, Kreativität, Zukunft und die kommenden Krisen angehört, und seit grade eben läuft Überholt die Maschine den Menschen? (MP3) über ein “denkendes Netz”.
Podcast: Wie wir Farben sehen
Ich höre grade den Podcast vom BR2 über die Wahrnehmung von Farben. Der Podcast steigt passenderweise mit ein paar Zitaten von Albert Hofmann ein, dem Entdecker von LSD.
Rund 70 Prozent aller Sinneseindrücke nehmen wir über die Augen wahr. Aber sichtbar und vor allem bunt wird die Welt erst im Kopf. Ohne uns gibt es “da draußen” weder Licht noch Farbe.
Der Himmel ist nicht blau, Blut nicht rot und Schwarz nicht schwarz. Farbe ist eine reine Erfindung des Gehirns. Das Universum selbst ist farblos und weder hell noch dunkel. Es besteht aus unterschiedlich dichter Materie und Energie.Was wir Licht nennen, ist nichts als die Schwingung elektromagnetischer Wellen. Sehen ist nur eine Deutung der Welt, ein Konstrukt, das wir für Wirklichkeit halten.
Die Welt in Color – Wie wir Farben sehen (danke RAL.4010!)
Podcast: Zombies als gesellschaftliche Metapher
Jochen Dreier hat ein sehr schönes, einstündiges Feature für den SWR produziert: Zombies als gesellschaftliche Metapher. Zu Wort kommen unter anderem Georg Seeßlen, Bruce La Bruce und ich darf gegen Ende dann auch noch kurz was sagen. Die Sendung ist sehr collagenhaft gehalten mit Ausschnitten aus Nachrichtenmeldungen, (selbstverständlich) Filmen, Interview-Schnipsel und Song-Ausschnitten. Ich mag das sehr und das sage ich echt nicht, weil ich selbst (ein bisschen) daran beteiligt war. Tolles Ding!
Zombie-Videos, Zombie-Spiele, Zombie-Bücher, Zombie-Blogs. Nie waren die Untoten so lebendig wie heute. Mehr als 100 abendfüllende Zombie-Filme wurden in den letzten zehn Jahren gedreht. Wer die Leichen lieber live erlebt, kann sich bei sogenannten Zombie-Walks beteiligen und als bleich und blutig geschminktes Wesen sein Unwesen in der Fußgängerzone treiben.
Alles nur Horror-Karneval? Oder sind die lebenden Leichen eine besondere Ausgeburt der gegenwärtigen Finanzkrise? Es scheint jedenfalls kein Zufall, dass die Untoten vermehrt im Schatten des toten Kapitals auftreten. Schon sprechen Wirtschaftsexperten von “Zombie-Banken” und “Zombie Economics”: zielstrebig, willenlos, immer vorwärts, alles auffressen. Es scheint als habe unsere Gesellschaft im Zombie ihre Metapher gefunden.
SWR2 Feature am Sonntag: Zombie 2.0 – Die Perfektionierung der Untoten (MP3, 128MB, für den Download am besten den JDownloader installieren, mein Server bricht Downloads ganz gerne ab), hier das SWR-Posting zur Sendung, hier der Stream der Sendung
HR2 Der Tag über ACTA-Proteste
Ich höre grade den HR2 Der Tag-Podcast über die ACTA-Proteste.
Die Entrüstung hat die Bundesregierung überrascht. Und auch die CDU weiß jetzt, was ein „Shitstorm“ ist. Tausende Internetnutzer haben sich lautstark und wirkungsvoll beschwert, weil man sie beim Surfen im Netz ausspähen und ihnen den Zugriff und die Weitergabe bestimmter Inhalte verbieten wolle. Eigentlich geht es nur um ein internationales Abkommen zum Schutz von Urheberrechten und zur Bekämpfung von Plagiaten. Sagen die Befürworter von ACTA. Den dagegen protestierenden Internetnutzern geht es um den Schutz vor Bespitzelung und um die Freiheit, im Internet zu nutzen und weiterzuverbreiten, was immer sie wollen. Die Bundesregierung hat angesichts des Proteststurms die Ratifizierung des ACTA-Abkommens erst einmal ausgesetzt und damit begonnen, sich selbst intern darüber zu streiten.
[update] Der Podcast beginnt erstmal ziemlich unausgewogen und später dürfen auch irgendwelche Labelbosse Unwahrheiten unwidersprochen ins Radio erzählen, später kommt allerdings Constanze Kurz vom CCC in einem sehr ausgedehnten Interview zum Zuge und rückt das alles grade. Kann man so machen.
Die Gedanken sind rechtefrei – Wer darf was im Internet? (MP3), hier der Link zur HR2 Der Tag Podcast-Website.
Meh-Podcast mit Einhorn sein Daniel, Riotburnz und Icke:
Ab 22 Uhr bin ich (schon wieder) im Meh-Cast mit Daniel „Kotzendes Einhorn“ Decker und Riotburnz live zu hören. Hier kann man live zuhören, hier gibt’s nen IRC-Chat, MP3 wird nachgereicht. Worum’s geht, weiß ich nicht und ich bin nicht mehr so richtig krank, aber noch ein bisschen. Thema sind unter anderem irrelevante Fürze von CDU-Politikern.
HR2 Der Tag: Auf der Galgenwiese… Vom Handwerk des Hinrichtens
Ich höre grade den superinteressanten Podcast von HR2s Der Tag über die Historie der Henker und Hinrichtung, unter anderem mit der Etymologie des Frankfurter Gallusviertels und der Geschichte alter Galgen in meiner Heimat, dem letzten erhaltenen Galgen im Odenwälder Beerfelden zum Beispiel, den ich mir auch selber mal angeschaut hatte, als ich dort mal mit einer Dame Sachen machte (also, nicht am Galgen, auf ihrer Couch in Beerfelden natürlich).
“Abscheulich” werden Sie sagen, “die Todesstrafe und ihre Exekution gehören abgeschafft.” Sind sie auch, in fast der Hälfte aller Staaten, 95 an der Zahl! Allerdings erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Und die knappe Mehrheit aller 193 UNO-Mitgliedsländer praktiziert sie bis heute. Das Museum für Sepulkralkultur in Kassel bietet jetzt tiefe Einblicke in die Orte des Grauens, die im europäischen Raum Jahrhunderte lang Schauplätze öffentlicher Hinrichtungen waren. Erfahrbar wird beim Anblick von Henkersmasken, lodernden Scheiterhaufen und baumelnden Galgenstricken auch, dass uns dieses düstere Kapitel der Rechtsgeschichte noch immer zu faszinieren vermag. Umso dringender stellt sich die Frage: warum ist diese brutalste Form der Strafe an so viel Orten unserer Welt noch immer legal?
Auf der Galgenwiese… Vom Handwerk des Hinrichtens (MP3, hier die HR2 Der Tag Podcast-Website)
Live-Podcast mit Daniel Einhorn, Riotburnz und yours truly:
Ab 22 Uhr bin ich im Meh-Cast mit Daniel „Kotzendes Einhorn“ Decker und Riotburnz live zu hören. Hier kann man live zuhören, hier gibt’s nen IRC-Chat, MP3 wird nachgereicht. Worum’s geht, weiß ich nicht und ich bin immer noch ein bisschen krank, aber das kriegen wir hin. Ich bin gespannt.
HR2 Der Tag: Die Macht der Straße – Demonstration zwischen Revolution und Routine
Ich höre grade der HR2 Der Tag Podcast über Demos, Proteste und Revolutionen:
Es ist mal wieder so weit. Die Menschheit steht vor einem neuen und globalen 68. Das zumindest behaupten die Macher der Frankfurter Ausstellung -Demonstrationen-. Vom Werden normativer Ordnungen. Vielleicht haben sie recht. Die Show zeigt nachdrücklich, wie die Menschheit ihre jeweiligen Wendezeiten erzwungen hat, auf der Straße nämlich, und wie ihre Geschichte immer begleitet wurde von einer speziellen Demonstrations-Ästhetik – vom Plakat bis hin zur Performance. Die Aufstände in Arabien und Russland, Occupy und andere Bewegungen könnten die These von der neuen Wendezeit bestätigen. Twittern und Facebook – das sind nur Vorspiele beim Kampf um die Macht. Ernst wird es, wenn die Menschen auf die Straße gehen und kämpfen, der kollektive Körper zur Waffe wird. Dumm nur, wenn manchmal auch die anderen gewinnen.
Die Macht der Straße – Demonstration zwischen Revolution und Routine (MP3), hier alle HR2 Der Tag-Podcasts
Podcast: 10 Jahre Guantanamo (plus: The Torturers Apprentice)
Ich höre grade den HR2 Der Tag-Podcast zum 10jährigen Bestehen von Guantanamo: 10 Jahre Guantanamo – Der Kerker als Falle (MP3).
Guantanamo: das ist der exterritoriale US-Stützpunkt auf Kuba, das Lager, wo normales Recht nicht gilt. Dorthin wurden vor zehn Jahren die Männer in den orangenen Anzügen verbracht und in Drahtkäfige gesperrt, oftmals ohne Aussicht auf ein ordentliches Gerichtsverfahren. Als Barack Obama an die Macht kam, hatte er vollmundig versprochen, das Gefangenenlager zu schließen. Dieses Versprechen hat er nicht gehalten. Noch 171 Männer sind derzeit in Guantanamo inhaftiert, ursprünglich waren es 775. Nur sechs Gefangene wurden verurteilt, die beiden letzten Freigekommenen traten ihre Reise im Leichensack an. Obama könnte als erster US-Präsident in die Geschichte eingehen, unter dem im US-Recht eine unbefristete Inhaftierung ohne Gerichtsverfahren verankert wurde.
Die spannendsten Artikel, die ich seit gestern Abend zum Thema gelesen habe: Der Text von Lakhdar Boumediene im Guardian, Mitarbeiter einer NGO, der in Bosnien von der amerikanischen Armee entführt und sieben Jahre in Guantanamo eingesperrt und gefoltert wurde: „I still had faith in American justice. I believed my captors would quickly realize their mistake and let me go. But when I would not give the interrogators the answers they wanted — how could I, when I had done nothing wrong? — they became more and more brutal. I was kept awake for many days straight. I was forced to remain in painful positions for hours at a time. These are things I do not want to write about; I want only to forget.“
Und ein fantastischer Aufsatz von Cullen Murphy im Atlantic über die Geschichte der Folter. Im Text spinnt er die Historie von Verhörverfahren und Folter ausgehend von Umberto Ecos „Der Name der Rose“ und der historischen Figur des Bernard Gui. Unbedingt lesen, sehr großartig!
From time to time, exhibits of torture instruments go on tour. The effect is oddly Disneyfied—a theme-park view of interrogation. The very names of the instruments reinforce a sense of distant fantasy: Brazen Bull, Iron Maiden, Judas Cradle, Saint Elmo’s Belt, Cat’s Paw, Brodequins, Thummekings, Pilliwinks, Heretic’s Fork, Spanish Tickler, Spanish Donkey, Scold’s Bridle, Drunkard’s Cloak. They could just as easily be the names of pubs, or brands of condoms, or points of ascent on a climbing map.
The Inquisition rarely resorted to these specific instruments. It relied on three different techniques, all of them used today. Before a session began, the person to be interrogated would be brought into the torture chamber and told what was about to be done. The experience of being in conspectus tormentorum was often enough to compel testimony. If not, the session commenced. A physician was generally in attendance. Meticulous records were kept; the usual practice was for a notary to be present, preparing a minutely detailed account. These documents survive in large numbers; they are dry, bureaucratic expositions whose default tone of clinical neutrality is punctuated matter-of-factly—“Oh! Oh!”—by quoted screams.
Torturer’s Apprentice – The new science of interrogation is not, in fact, so new at all: “extraordinary rendition” and “enhanced interrogation” and “waterboarding” all spring directly from the practices of the medieval Roman Catholic Church (via Reddit)
Podcasts: Kopieren verboten? Eine kleine Geschichte des Urheberrechts
Der WDR5 hat eine vierteilige Podcast-Serie über Copyright. Die Teile sind zwar jeweils nur 5 Minuten lang, dafür aber superinteressant. (via Swen)
Egal ob Text, Foto oder Video – spätestens mit der Nutzung von Blogs, Wikipedia und Videoportalen wie You Tube kann man sich mit einem Klick der Urheberrechtsverletzung schuldig machen. Die Debatte um den Wert der Kopie und des Plagiats ist längst in die nächste Runde gegangen. Die einen sehen im Kopieren ein Kreativprinzip, die anderen die Einschränkung künstlerischer Freiheiten. Wie hat sich die Geschichte des Urheberrechts entwickelt?
Hier die MP3s:
01: Die Berner Übereinkunft von 1886
02: Die Erfindung des geistigen Eigentums
03: Die Erfindung der privaten Kopie
04: Kopieren ohne Grenzen

Rund 70 Prozent aller Sinneseindrücke nehmen wir über die Augen wahr. Aber sichtbar und vor allem bunt wird die Welt erst im Kopf. Ohne uns gibt es “da draußen” weder Licht noch Farbe.
Zombie-Videos, Zombie-Spiele, Zombie-Bücher, Zombie-Blogs. Nie waren die Untoten so lebendig wie heute. Mehr als 100 abendfüllende Zombie-Filme wurden in den letzten zehn Jahren gedreht. Wer die Leichen lieber live erlebt, kann sich bei sogenannten Zombie-Walks beteiligen und als bleich und blutig geschminktes Wesen sein Unwesen in der Fußgängerzone treiben.

