Recht auf Remix

Der Digitale Gesellschaft e.V. hat eine Kampagne für ein Recht auf Remix gestartet, die Petition dort habe ich grade unterzeichnet (und mein Lieblingsremix ist The Printed Internet). Im Prinzip geht’s dort um eine Kampagne für eine deutsche Fair Use-Regelung, die dringend notwendig ist. Unbedingt unterstützenswert.
Wir leben in einem Zeitalter des Remix. Kreativität und Kultur bauten schon immer auf bereits Bestehendem auf. Internet und digitale Technologien ermöglichen aber die kreative Nutzung existierender Werke in völlig neuen Dimensionen: Nie zuvor war es so vielen möglich, Werke auf so unterschiedliche Arten zu verändern und so einfach anderen zugänglich zu machen. Mehr denn je gilt heute: “Everything is a Remix.”
In der klassischen Neuschöpfung tritt das Alte bis zur Unkenntlichkeit in den Hintergrund. Remix als Kulturform zeichnet sich hingegen dadurch aus, dass Altes im Neuen kenntlich bleibt. Remix ist eine kreative Kopie, die als solche erkennbar ist. In dem Maße, in dem die kreative Kopie Teil des kommunikativen Alltags breiter Bevölkerungsschichten wird, ist ein Recht auf Remix eine grundlegende Voraussetzung für die Kunst- und Meinungsfreiheit einer Gesellschaft. Unter einem Recht auf Remix verstehen wir ein Bündel aus drei digitalen Kreativitätsrechten:
- Das Recht, Werke bei der Nutzung zu verändern und das Ergebnis öffentlich zugänglich zu machen (Pauschalvergütetes Transformationsnutzungsrecht — Beispiel: Hintergrundmusik im Handyvideo).
- Das Recht, Remixes von bestehenden Werken zu erstellen und diese öffentlich zugänglich zu machen (Pauschalvergütetes Remixrecht – Beispiel: Fake-Trailer einer Fernsehserie).
- Das Recht, gegen Zahlung einer angemessenen Vergütung Remixes auch kommerziell zu verwerten. (Lizenzpflichtiges Remixverwertungsrecht – Beispiel: Verkauf von Musik-Mashup via iTunes)
Pogo does Spongebob
Pogo hat den einen einzigen Track, den er hinkriegt, mit Spongebob-Samples aufgenommen. Yay!
Vorher auf Nerdcore:
Pogos Pulp Fiction-Remix
Pogos Monsters Inc-Remix
Pogos Bloom (Disney Remix)
Pogo presents World Remix
Pogo does Snow White And The Seven Dwarfs
Pogos official Dexter-Track
Draw Homer, the Simpsons Drawing Club and the Bartkira Covers

1) The Simpsons Drawing Club: „A place where a group of close friends in the UK have come together to draw simpsons characters.“
2) Draw Homer: „[…] is an art project of world domination. We want the very best artists from all over the globe to draw Homer. Our ultimate goal is to have Matt Groening himself drawing one.“
3) Ich verfolge das Bartkira-Projekt auf Tumblr so nebenbei und schau’ da immer wieder mal rein und seit meinem ersten Posting darüber sind da so einige tolle Zeichnungen und Comic-Remix-Seiten aufgetaucht, dass ich mir da wegen der Awesomeness nur noch sehr wenige Sorgen mache. Die Cover der Bartkira-Comics – die 4! – von Arambulo gibt’s nach dem Klick: Gib mir den Rest, Baby…
RSS-Generierte Schlagzeilen-Poesie
Gregor schreibt mir:
Ich habe einen Algorithmus programmiert, der über den Tag verteilt Schlagzeilen einholt und daraus Reime kombiniert. Jedes Mal, wenn die Seite neu geladen wird, entsteht ein neues, zufällig “Gedicht”/”Werk”.
Die Schlagzeilen werden über RSS gezogen, ungefähr stündlich. Bei den Quellen bediene ich mich bei den „Großen“: Spiegel, Zeit, Welt, Stern, etc. etc. Klickt man auf eine Schlagzeile, gelangt man zum entsprechenden Artikel.
Deutsche Sprache, schwere Sprache. Das habe ich auch beim Programmieren gemerkt und festgestellt, dass ich unmöglich alle Aussprache-Regeln beachten kann, falls ich vorhabe, vor Weihnachten noch einmal vor die Tür zu gehen. Aber für den Moment reicht es vielleicht und ich hoffe, man sieht es mir nach, dass ich Goethes Genie nicht in eine PHP-Klasse packen konnte (Auch weil ich kein Programmierer bin, sondern Kommunikationsdesigner).
Vorher auf Nerdcore:
Germanys Next Topmodell remixed into classical Literature
Jack Contes Daft Punk/Skrillex-Remix
Youtube Direktdaft, via Ronny
Jack Conte mixt Daft Punk und Skrillex auf ‘nem Fernseher.
Bartkira: Neo-Springfield is about to E.X.P.L.O.D.E.!

Grandiose Idee von Ryan Humphrey und Harvey James, die das Bartkira-Projekt auf Tumblr angezettelt haben: Ein Remix der kompletten Ausgabe von Katsuhiro Otomos Akira mit Charakteren aus den Simpsons von 468 Teilnehmern. Mit ungefähr 2000 Seiten haben sie da ‘ne Menge zu tun, das Werk soll bis zum 24. Mai fertig werden.
Leider sind die Zeichnungen insgesamt bis jetzt eher… schwierig, um’s mal diplomatisch zu formulieren und das Wort „scheiße“ zu vermeiden (die Seiten oben sind mit die besten, bis jetzt jedenfalls), aber das lässt sich bei einem Amateur-Projekt diesen Ausmaßes wohl nicht vermeiden – und die Idee bleibt immer noch fantastisch.
Verfolgen kann man das Projekt unter dem Tumblr-Tag Bartkira, seinen Ursprung hatte Bartkira mit einer ziemlich hässlichen Serie von Zeichnungen von Ryan Humphrey, hier die Charaktere. (via The Fox is black)
Everybody wants to kill Bruce Willis
Vimeo Direktbruce, via Interweb3000
Der neueste Willis-Kracher von Pierre Al Norris, courtesy of Remix-Culture. Besser als Die Hard 5, hier kriegt man wenigstens keine Kopfschmerzen von schlechten Onelinern.
When he wakes up one morning, Bruce Willis finds himself pursued by an entire City: or how to give him a hard time in 39 movies! Don’t be mistaken, it’s just an action movie … old fashioned style!
Playing Super Marios RAM-Timeline as a Music-Instrument
Großartig! Chris Novello zeichnet Images des NES-RAMs für jeden Frame aus Super Mario auf und spielt die Images wie ein Musikinstrument über einen Controller. Nennt er Super mario spacetime Organ und die Technik bezeichnet er als Code-Bending. Toll!
Mario’s universe is held in RAM, which the NES uses to draw his world for each frame of the game. By recording the entire state of the NES memory for every frame, I’m able to go back to any moment in Mario’s life. So then I use the X-axis of the Soundplane to sweep through the timeline of Mario’s universe.
Not only that, but the Soundplane is multitouch, so I use a second finger to specify start and endpoints in a playback loop. Technically, this is similar to the way samplers and granular synths work in audio.. but with the entire memory state of the NES. Conceptually, it is like Super Mario meets Groundhog Day. Mario’s universe computer/time machine gets caught in hellish loops.
TEDxSummerisle: Conference mashed with The Wicker Man
someone is coming #TEDxSummerisle
— TEDxSummerisle (@TEDxSummerisle) 20. März 2013
Tolle Aktion von ein paar Medienkünstlern, die ‘ne Fake-TED-Konferenz mit Bienenschwerpunkt auf Twitter durchgezogen haben und sämtliche „Besucher“ auf die Summerisle aus „The Wicker Man“ gelockt haben. Und die dann dort „um ihr Leben rennen“ mussten. Nach dem Klick das Storify-Dings, tolle neue Form von remixtem, interaktivem Storytelling: Gib mir den Rest, Baby…
I, Arianna Huffington, can literally not believe how drunk I am right now



Mein Lieblingstumblr The Printed Internet remixt Websites, druckt sie aus und klebt sie zu neuen Layouts zusammen. Heute: Drunk Fuck HuffPo. Auch toll aus den letzten Tagen: Kickstarter during the Great Depression.
Vorher auf Nerdcore:
The Printed Internet: Cutout-Remixes of Websites on Paper
Albom Cover Comicbook-Remixes

Nette Comic-Remixe von Albencovern auf Comicbook Resources. (via Neatorama)
Calvin and Hobbes-Publishers vs the real World

Letzte Woche gingen ein paar nette Calvin und Hobbes-Photoshops durchs Netz, die wurden jetzt von AMU Reprints, dem Rechteinhaber der C&H-Comics, mit einer zugegeben halbwegs freundlichen Bitte aus dem Netz „entfernt“, man findet sie aber noch per Google Image-Suche und ich hab’ ein paar davon bei Flickr hochgeladen.
Von Techdirt:
The real issue here, however, is that there is no reason why John Glynn and Andrews McMeel Universal needed to go down this path. Hell, we even have a near perfect parallel example that shows why this is a really dumb move. Five years ago, we wrote about a similar blog concerning Garfield minus Garfield, in which someone else posted Garfield comics with the comic’s namesake deleted from every scene. In that case, everyone was actually cool with it. […] Instead, in this case, a site that was energizing fans about the original comic, and was clearly made lovingly by a huge fan of the original, gets shut down.

Ist natürlich wiedermal einer dieser Fälle, in der Rechteverwerter oder Kulturschaffende denken, sie hätten tatsächlich Kontrolle über ihr Werk. Haben sie nicht und hatten sie nie. Kultur geht über die Schaffung einer Arbeit weit hinaus und besteht in großen Teilen in der Kopie und dem Remix, schon seit ein paar Jahrzehnten, ob nun meine Mutti olle Beatles-Bilder ausgeschnitten hat und in ein Heft klebte oder ich den Eddie von Iron Maiden abzeichnete. Diese Weiterverwertung von Kultur gab es schon immer und erst hier wird Kultur lebendig. Bis vor wenigen Jahren allerdings wahren die Rechteinhaber von diesem sehr viel größeren Bereich der Kultur abgeschirmt – das Netz macht genau diesen nun sichtbar, für alle.
Hier treffen zwei Einfluss-Sphären von Kultur aufeinander, die früher kaum Überschneidungspunkte hatten. Der kommerzielle Verwertungskette der Kultur war es völlig egal, ob ich mir einen Ordner voll mit Superhelden zusammencollagierte, zu einem Über-Comicremix, selbst wenn ich damit auf dem Schulhof rumrannte und angab. Illegal war das schon damals, aber das Gesetz just did not give a fuck. Netz bringt nun beides zusammen, Fan-Arbeiten und Remixe existieren im Internet egalitär neben dem Original und ein Nebeneffekt besteht darin, dass auch die juristische Rechtsdurchsetzung ebenso egalitär auf nahezu alles im Netz praktisch anwendbar wurde.
Ich bin der festen Überzeugung, dass der kommerzielle Kulturbetrieb ohne den brodelnden Sumpf aus Remixen und inoffizieller Weiterverarbeitung, sei es auf dem Schulhof oder eben im Netz, nicht existieren kann und letztlich steht hier jeder Kulturschaffende vor einer Entscheidung: Kann ich mit der unlizensierten, freien Weiterverarbeitung meiner Arbeiten leben und mache den Weg frei für eine Kultur, die genau so schon seit tausenden Jahren existiert? Oder stelle ich mich dem in den Weg, weil das Netz eine rigorose Durchsetzung meiner Rechte zulässt und arbeite damit tatsächlich genau gegen das an, was ich eigentlich zu verteidigen suche – nämmlich die Kultur selbst?
Ich persönlich muss da nicht lange nachdenken und habe meine Entscheidung schon lange getroffen. Und wenn Michael Den Beste, der Macher der Calvin & Hobbes-Remixe auf seinem Tumblr schreibt „I won’t be posting new ones to the web ever again“, dann weiß ich, dass alle bei diesem Stück hier verloren haben. Ihr, Ich, Michael und vor allem Calvin & Hobbes.
Remix of the Century:
Remix of the Century: Songs von 1890 bis heute, auto-beatmatched per API: „The Echo Nest API is used to augument the chart data with per song audio characteristics like tempo, mode, and key as well as some Echo Nest specific metrics like Danceability and Energy. The Echo Nest Remix API is used to create one long beat matched remix of all highest ranked songs we could find audio for.“
The Catventures of Catpain Future
The Catventures of Catpain Future von Herr Kaschke/3Typen.





Ich habe einen Algorithmus programmiert, der über den Tag verteilt 











