szmtag

The Hobbit (Review)

Ich hab’ mir gestern den Hobbit in HFR (High Fram Rate)-Verfahren in 3D angesehen, Batz und Nilz haben den Film bei den F5 schon verrissen. Die Geschichte sollte bekannt sein, hier die Kurzfassung: Die Zwerge horten einen Schatz und finden einen Superdiamant, der lockt den Drachen Smaug an, der das Volk der Zwerge aus ihrem Berg Erebor schmeisst und sich im Berg einnistet. Nun versammelt Zauberer Gandalf 13 Zwerge im Haus von Bilbo Beutlin aus Beutelsend, und gemeinsam mit dem Hobbit macht man sich auf, um Schatz und Berg der Zwerge vom Drachen Smaug zurückzuholen.

Ich hab’ mir den Film gezielt in 48FPS und in 3D angeschaut, auch wenn man beinahe nur Schlimmes davon hörte. Peter Jackson meint, dass das so soll, also schau ich mir den Hobbit auch so an. Zuallererst hatte ich einen „Benny Hill“-Effekt, sämtliche Bewegungen wirkten zu schnell, was zusammen mit der normalen Erzählgeschwindigkeit ziemliche Verwirrung auslöste, aber das verflog nach wenigen Minuten.

Weitaus länger muss man sich an die Optik der Framerate gewöhnen und bis zum Schluss lässt sich der Look einer TV-Sendung im Studio nicht vollständig abschütteln, auch wenn die Bilder hintenraus stimmungsvoller werden und grade dann in HFR ziemlich fantastisch aussehen. Vor allem die Tricks und das CGI sieht hier extrem gut aus. Sobald sich aber ein Darsteller aus Fleisch und Blut ins Bild schleicht, geht sehr viel Atmosphäre verloren, sobald die Bewegungen rasante Kamerafahrten verlangen oder gar Verfolgungsjagten gezeigt werden, wirkt das Geschehen seltsam Miniaturisiert, ein eigenartiger Tilt-Shift-Effekt, und man meint, einem Trickfilm aus Actionfiguren zuzusehen und Slow-Motion wirkt im Zusammenspiel mit der hohen Framerate nahezu surreal.

Letztlich halten sich die Bilder die Wage, grade zu Anfang wirken viele der Aufnahmen extrem billig, nach hintenraus verschlagen einem manche der Bilder im Bruchtal bei den Elben oder im Nebelgebirge die Sprache. Immer wenn das Bild sehr detailreich wird und es visuell sehr viel zu zeigen gibt, kann der Film technisch sehr viel rausholen. In normalen Dialogszenen allerdings stinkt das Bild doch gewaltig, kann man leider nicht anders formulieren.

Weit weniger störend empfand ich Narration und Dramaturgie. Entgegen anderer Kritiken fand ich den Beginn nicht zu lahm und die etwas überdrehte Albernheit der Zwerge hielt sich dann doch so weit in Grenzen, dass der humorige Teil des Films nie wirklich störte und wenn der Film nach dem ersten Drittel merklich an Fahrt aufnimmt und hintenraus dann auch wirklich zum Creature Feature wird, dann taucht man in die Leinwand und ist direkt dabei und zieht mit den Zwergen durch Moria. Die angebliche Langatmigkeit wird wettgemacht durch fantastische, detailreiche und üppige Bilder, in denen märchenhafte Details erzählt werden.

Peter Jacksons liebevolle Zeichnung der Figuren kommt hinzu, der skurrile Radagast etwa, das verschmitzte Spiel zwischen Gandalf und Galadriel, der komplett wunderbare Bilbo und natürlich der grandiose Gollum, ein fantastisch animierter Charakter, wieder fantastisch gespielt von Andy Serkis.

Natürlich entwickelt der Film nicht die Tiefe und auch Schwere eines Herr der Ringe, der Hobbit ist ein Märchen, eine leichte Geschichte mit letztlich einfach gestrickten Charakteren, was Jackson mit epischen Bildern in State of the Art-Technologie kontrastiert. Der Film funktioniert trotz der technisch bedingten Schwächen (die dann aber auch mehr psychologischer Effekt denn tatsächlich „Schuld“ des Films sind) auf weiten Strecken ganz großartig, ist spannend, mitreissend und – was wohl das wichtigste ist – manchmal auch durchaus magisch. Und der letzte Shot lässt einen dann auch ein bisschen jubeln.

Ich kann den Film komplett empfehlen, wenn man auf 3D und Schnickschnack steht, sollte man die HFR-Version austesten, alleine um sich selbst ein Bild vom Bild zu machen. Wenn man nicht so sehr auf Experimente steht, sollte man vielleicht die normale Version vorziehen. Aber ansehen muss man sich den Hobbit definitiv.

Nach dem Klick der Trailer und noch ein paar Links: Gib mir den Rest, Baby…

The Hobbit x The Goonies Moviemashup

 Youtube Direktgoonies, via Laughing Squid

Nettes und stimmiges Mashup aus den Goonies und der Audiospur des ersten Hobbit-Trailers. Der Film läuft in zwei Wochen an. In zwei Wochen!

Scientists are not allowed to call Hobbits „Hobbits“

Die Verwalter der Rechte der Familie Tolkien ist nicht zimperlich mit Copyright und Kram. Diesmal wollen sie es ein paar Archeologen untersagen, dass sie eine indonesischen Zwergmenschenart „Hobbits“ nennen, deren Skelette man 2003 gefunden hatte. Das lustige daran ist: Das Wort Hobbit hat eine lange Tradition in Mythen und Sagen und ist mindestens seit dem frühen 19. Jahrhundert in Gebrauch und wird schriftlich zum ersten mal in einem Buch aus dem Jahr 1859 erwähnt, Tolkien hatte sich das ein paar Jahrzehnte später einfach abgegriffen. Was das Ganze zu einem weiteren Beispiel macht für Rechteverwertergeier, die „virale“ Kultur „klauen“ und dann mit zweifelhaften Urheberrechten vermarkten, ganz abgesehen davon, dass die Benutzung des Wortes für wissenschaftliche Zwecke ohnehin unter eine Fair Use-Regelung fallen würde… wenn es in Neuseeland eine solche gäbe.

Und ja, das ist auch ein bisschen so, wie wenn ein Chinese eines morgens im Iron Man-Anzug auf die Arbeit geht, sich dabei hundertmal fotografieren lässt, die Bilder im Internet viralsteil gehen, daraus eine Nachrichtenmeldung wird und vier Jahre später verschicken Exceltabellenauskenner Abmahnungen für Leute, die damals an der Viral-Geschichte beteiligt waren.

when [Dr Brent Alloway] approached the Saul Zaentz Company/Middle-earth Enterprises, which owns certain rights in The Hobbit, he was told by their lawyer that “it is not possible for our client to allow generic use of the trade mark HOBBIT.”

“I am very disappointed that we’re forbidden … to use the word ‘Hobbit’ in the title of our proposed free public event … especially since the word ‘Hobbit’ is apparently listed in the Oxford English Dictionary (and hence apparently part of our English-speaking vocabulary), the word ‘Hobbit’ (in the Tolkien context) is frequently used with apparent impunity in the written press and reference to ‘Hobbit’ in the fossil context is frequently referred to in the scientific literature (and is even mentioned in Wikipedia on Homo floresiensis). I realise I’m in unfamiliar word proprietry territory (as an earth scientist) … so I’ve gone for the easiest option and simply changed our event title.” said Alloway.

The event is now called “A newly discovered species of Little People – unravelling the legend behind Homo floresiensis”.

Hobbit banned as title of lecture on prehistoric ‘hobbit’

The Hobbit Flight Safety Video from Air New Zealand

 Youtube Direkthobbits, via Wired

Air New Zealand sind für ihre In Flight-Safety-Videos bekannt und hatten in der Vergangenheit Sachen mit Bodypainting, Richard Simmons und Lindsay Lohan am Start. Aber das Video oben schießt alles ab: Ein Hobbit Flugsicherheits-Video mit Gastauftritten von Peter Jackson und Gollum und versteckten Codes in Elvish. Bestes Safety-Video seit und für immer, nothin’ else will pass. Nerdgasm42.